Analyse

Amazon will mit Lebensmitteln wachsen und lässt Fresh-Gebühren in den USA fallen

Amazon Fresh ist in den USA jetzt gratis: Eines der vielen Anzeichen für die Priorisierung des Lebensmittelgeschäfts bei Amazon. (Screenshot: Amazon)

Amazon forciert seine Wachstumsstrategie: Nach der Einführung des Gratis-Prime-Versands für 1-Dollar-Artikel folgen Amazon Fresh und Prime Pantry.

Amazon baut weitere Barrieren ab, die Kunden an Bestellungen hindern könnten. Erst vor Kurzem hat der Konzern den Versand von Kleinpreisartikeln für Prime-Mitglieder vom Mindestbestellwert befreit, seitdem können in den USA auch 1-Dollar-Artikel ohne Versandkosten bestellt werden. Jetzt lässt Amazon die bisher zusätzlich zum Prime-Abo anfallende Monatsgebühr für Fresh von 14,99 US-Dollar fallen. Seit einiger Zeit ist kostenfreier Versand für das Programm Prime Pantry in den USA ebenfalls ohne Grundgebühr möglich.

Keine Grundgebühr mehr für Amazon Fresh

Bisher mussten Amazon-Kunden für die Nutzung von Amazon Fresh eine Grundgebühr von 14,99 Dollar bezahlen, um Lebensmittel aus dem Fresh-Sortiment bestellen zu können. Damit ist jetzt Schluss, Amazon Fresh ist in den USA jetzt direkt in der Prime-Mitgliedschaft enthalten. Bestandskunden sollen schon umgestellt worden sein, neue Kunden können ab sofort eine Einladung für die Lebensmittellieferung anfordern.

In Deutschland ist die Gebühr bisher noch nicht in die Prime-Mitgliedschaft integriert worden, aber es ist, angesichts der bisherigen Gepflogenheiten bei Amazon, damit zu rechnen, dass der Konzern in absehbarer Zeit auch hier nachziehen wird.

Prime Pantry bietet auch ohne Grundgebühr kostenfreien Versand

Das Prime-Pantry-Programm wurde bereits mehrmals modifiziert. Grundsätzlich war eine Nutzung immer ohne Grundgebühr möglich, dafür fielen für Lieferungen Versandkosten pro Pantry-Box von 5,99 US-Dollar an. Zuletzt bot Amazon aber eine optionale Grundgebühr von 4,99 Dollar an, damit Kunden ab einem Mindestbestellwert von zehn Dollar ihre Prime-Pantry-Bestellung ohne Versandkosten bekommen konnten. Diese Grundgebühr ist verschwunden, stattdessen hat Amazon den Mindestbestellwert auf 35 Dollar erhöht.

In Deutschland wurde das Programm ebenfalls mehrfach überarbeitet, aktuell kostet die Lieferung einer Pantry-Bestellung 3,99 Euro. Allerdings bewirbt Amazon seit Monaten eine Aktion, die Kunden diese Gebühren erspart: Um den Rabatt auf die Versandkosten zu erhalten, müssen fünf Aktionsprodukte in den Warenkorb gelegt werden.

Amazon baut Lebensmittelprogramm großflächig aus

Einige Lebensmittel können Kunden entweder im normalen Amazon Sortiment zu den üblichen Konditionen bestellen, doch für viele alltägliche Dinge und vor allem frische Lebensmittel ist Zugang zum Amazon-Fresh-, Amazon-Prime-Pantry- und Prime-Now-Programm nötig. Vor allen Diensten hatte Amazon Barrieren in Form von Grundgebühren oder Versandkosten errichtet, die zur Profitabilität des Angebotes beitragen sollten. Doch nun hat Amazon diese Barrieren niedergerissen.

Amazon-Managerin Stephenie Landry bezeichnet das Lebensmittelangebot als den „am stärksten wachsenden Bereich“ bei Amazon. Zwar kann über mögliche Skalierungseffekte spekuliert werden, die Amazon im Zuge dieses Wachstums erreicht haben könnte, was zu sinkenden Kosten geführt haben dürfte, aber deutlich sicherer ist die Erkenntnis, dass Amazon gerade den Lebensmittelverkauf ohne Rücksicht auf Verluste priorisiert.

Das zeigt nicht nur die Streichung von Versandkosten und Monatsgebühren: In mehr als 2.000 Städten ist in den USA jetzt eine Lebensmittellieferung über Prime Now aus den Whole-Foods-Supermärkten oder über Amazon Fresh möglich. In den meisten Städten bietet Amazon laut eigener Auskunft jetzt eine Ein- oder Zwei-Stunden-Lieferung an, mit steigender Tendenz.

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