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Amazon: Immer mehr Werbeanzeigen statt Produktempfehlungen

Amazon. (Foto: Shutterstock)

Der Wandel von Amazon zu einer Werbeplattform ist in vollem Gange. Während früher vor allem Produktempfehlungen gezeigt wurden, sieht man in den USA, wohin die Reise gehen wird.

Die Anzahl an Sponsored Products nimmt in den Amazon-Ergebnislisten immer größeren Raum ein. Dies geht auf Kosten der Produktempfehlungen, die das Handelsportal in der Vergangenheit anzeigte. Das hat eine Analyse von Marketplace Pulse ergeben, die sich zwar auf Amazon.com bezieht, in Ansätzen aber auch auf dem deutschen Marktplatz nachzuvollziehen ist. Dass Amazon seine Auslieferung für Werbeanzeigen kontinuierlich verbessert und die Einnahmen durch platzierte Werbung erhöht, ist bekannt, doch insbesondere die bezahlten Produktplatzierungen werden zunehmend dort gebucht, wo in der Vergangenheit Produkte empfohlen wurden, nach denen andere Kunden vermehrt gesucht hatten.

Für Unternehmen und Händler bedeutet das, dass Kunden in Zukunft in vielen Fällen nur dann die jeweiligen Produkte angezeigt bekommen, wenn sie auch dafür zahlen, erklärt Joe Kaziukenas im Marketplace-Pulse-Blog. Ob diese Strategie wirklich gut ist, sei dahingestellt – denn in der Vergangenheit hatten die Sponsored-Products-Formate auf den Produktdetailseiten im Vergleich zu anderen Platzierungen deutlich schlechtere Klickraten (CTR). Auch wenn unterm Strich sämtliche Klickzahlen auf Werbung steigen, bedeutet das immer noch, dass Amazon sein Werbegeschäft zumindest in diesem Punkt vor allem über Masse macht.

Verdrängen Anzeigen die Amazon-Empfehlungen?

Auffällig ist aber, dass Amazon hier offenbar sehr mit Empfehlungen zu anderen Produkten experimentiert und rubrikenweise bis hin zu einzelnen Angeboten Erfahrungen sammelt. Vor rund einem Jahr hat Amazon die Targeting-Optionen für Kampagnen für gesponserte Produkte durch die Einführung von ASIN- und Kategorie-Targeting optimiert. Laut Marketplace Pulse tauchten in diesem Zeitraum, in dem die Werbeausgaben bei Amazon in den USA um ein Drittel auf 10 Milliarden US-Dollar anstiegen und mehr Werbetreibende ihr Ad-Targeting ausweiteten, gesponserte Produkte zunehmend auf mehr Produktdetailseiten auf.

In den vergangenen zwölf Monaten hat Amazon auch seine eigenen Werbeausgaben in den USA um 33 Prozent auf 10 Milliarden Dollar erhöht, rechnet Marketplace Pulse vor. Allerdings ist die Zahl der Werbeplätze begrenzt: Denn an dieser Stelle nur noch bezahlte Werbeformate auszuspielen, kann ebenfalls nicht im Interesse Amazons sein, auch wenn das Anzeigen-Sales-Team damit entsprechende Einnahmen generieren könnte. Insbesondere in der Mobilansicht auf dem Smartphone dürfte die Bereitschaft der Kunden, nur noch beworbene Artikel zu sehen, begrenzt sein.

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