Analyse

Amazons explodierende Lieferkosten und die Folgen für Kunden, Händler und Lieferanten

Amazons Logistikkosten steigen von Jahr zu Jahr. Im Bild: Eine Mitarbeiterin im Logistikzentrum Bochum. (Foto: Ina Fassbender/dpa)

Die Lieferkosten bei Amazon steigen und steigen – aber nicht unkontrolliert, sondern langfristig geplant. Jetzt werden erste Folgen für Kunden, Händler und Lieferanten sichtbar.  

Amazon ist der Inbegriff der Zuverlässigkeit. An diesem Image hat der Konzern jahrelang gearbeitet und es stellt noch heute einen der größten Aktivposten des Unternehmens dar. Doch die Lieferkosten, die eine direkte Folge dieser Zuverlässigkeit sind, explodieren jetzt. Das kommt nicht unerwartet, sondern folgt einem Plan. Dem US-Wirtschaftsmedium Bloomberg zufolge steuert Amazon jetzt gegen. Das wird Folgen für das Einkaufsverhalten der Kunden, für direkte Lieferanten und auch für Händler haben.

Amazon soll weitere Beschränkungen für Niedrigpreis-Artikel einführen

Amazon liefert auch Artikel mit geringem Wert in einzelnen Sendungen aus, eine Praxis, die hohe Lieferkosten verursacht. Bloomberg rechnet vor, dass Amazon 2017 einen Anstieg von 43 Prozent bei den Lieferkosten verzeichnet. Deshalb hat Amazon schon seit längerer Zeit beispielsweise die sogenannten Plus-Produkte eingeführt. Das sind Produkte, die nur zusammen mit weiteren Artikeln bestellt werden können. Diese Regelung führt dazu, dass Kunden indirekt eingeschränkt werden und so weniger unprofitable Bestellungen bei Amazon eingehen.

Nach Information des US-Wirtschaftsmediums Bloomberg will Amazon diese Regelung in den USA jetzt ausweiten und den Großteil des Sortiments von Produkten unterhalb von sieben US-Dollar zu Plus-Produkten machen. Damit können diese Produkte nur noch zusammen mit einem größeren Warenkorb versandt werden und können somit von Amazon profitabel verkauft und versandt werden.

Ein Plus-Produkt von Amazon. Dieser Schwamm kann nur zusammen mit Produkten im Wert von 20€ bestellt werden. Oder im Abo. (Screenshot: Amazon/t3n.de)

Diese Neuerung dürfte für viele Händler, die ihre Waren über das sogenannte FBA-Programm bei Amazon einlagern und vom US-Konzern versenden lassen, bereits bekannt sein. Denn Produkte, die dort unter sieben Euro Verkaufspreis angeboten werden, bekommen von Amazon schon heute schnell das Plus-Produkt-Label angehängt.

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