Interview

Amazon Advertising: So setzt du E-Commerce-Werbung optimal ein

Marc Aufzug, factor-a: „Die Amazon Marketing Services sind das, was Viertel wie Kreuzberg und Neukölln vor der Jahrtausendwende für Investoren waren“ (Foto: factor-a)

Amazon hat mit den Amazon Marketing Services, die inzwischen unter Amazon Advertising firmieren, einige attraktive Werbeformen im E-Commerce-Umfeld geschaffen. Marc Aufzug, Geschäftsführer von factor-a, erklärt, welche Chancen Werbung via Amazon bietet.

Die Platzhirsche im Advertising- und Media-Geschäft der letzten Jahre sind zweifelsohne Google und Facebook. Doch gerade die Google Adwords sind inzwischen richtig teuer geworden. Jetzt tritt Amazon an, das Online-Werbegeschäft zu verändern: Die Plattform des Konzerns profiliert sich nicht nur als Produktsuchmaschine, Amazon kann diese Media-Reichweite – anders als Google und Facebook – nämlich auch mit Daten zu den Kaufinteressen und zum Kaufverhalten seiner Kunden anreichern.

Amazon Marketing Services: Anfang einer Entwicklung

Das im E-Commerce und SEA tätige Beratungsunternehmen factor-a beleuchtet in einer Whitepaper-Studie die noch jungen Amazon Marketing Services (AMS) als Baustein in Amazons Marketing-Strategie. Dabei wird klar: Es wird eine signifikante Verschiebung von Marketing-Budgets weg von Google hin zu Amazon geben und der Markt wird sich ähnlich stark verändern wie seinerzeit durch das Hinzukommen der Google Adwords.

Wir sprachen mit Marc Aufzug, dem Geschäftsführer von factor-a, Amazon-Spezialist und Experte für Suchmaschinen-Marketing. Er war früher in leitender Position bei Rocket Internet und hat als Mitgründer die SEM-Agentur AKM3 aufgebaut.

 

t3n.de: Bislang spielten im Online Advertising vor allem Google und Facebook eine wichtige Rolle – und natürlich die vielen kleineren und größeren Dienstleister rund um Programmatic Advertising. Warum sollte sich das jetzt ändern?

Marc Aufzug: In unserer Studie vergleichen wir den Markt der Amazon Marketing Services mit dem Immobilienmarkt in Städten wie Berlin und Hamburg vor der Jahrtausendwende. Amazon ist zur Suchmaschine Nummer eins für Informationen über Produkte und den Kauf von Produkten geworden und damit hochattraktiv für Search Marketing, so wie ehemals unattraktive Großstadtviertel sich durch starken Zuzug und Gentrifizierung zu gefragten Wohngegenden entwickelten. In den USA beginnen heute bereits 55 Prozent der User ihre Produktsuche auf Amazon und nur noch 34 Prozent auf Google (Bloomreach Amazon Report, 2016). Warum sollte ich als Marke oder Hersteller meine Produkte noch in den Google-Suchergebnissen bewerben, wenn ich auf Amazon die höhere Reichweite bekomme und Kunden in unmittelbarer Kauflaune antreffe? Den höheren Conversion Rates stehen auf Amazon zudem geringere Klickpreise gegenüber – aufgrund des noch geringen Wettbewerbs als bei Google-Adwords. Die Kosten liegen teilweise bei nur 20 Prozent des weit entwickelten Google-Marktes.

t3n.de: Aber auch im Media-, Reichweiten- und Display-Markt rückt Amazon vor. Mit genügend Zugkraft?

Ja, denn über die Amazon Advertising Platform (AAP) können Werbetreibende auf alle relevanten Werbenetzwerke zugreifen und diese mit den anonymisierten Käuferdaten von Amazon verbinden. Niemand sonst hat solch präzise Informationen über Kaufverhalten und Kaufinteressen wie Amazon. Wenn man diese maximale Reichweite mit dem Datenschatz von Amazon verknüpft, entsteht eine unschlagbare Kombination, die das Media- und Display-Geschäft verändert. Sie macht Kampagnen nicht nur deutlich effizienter und effektiver, sondern Maßnahmen auch wesentlich transparenter.

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2 Kommentare
Andre B.

Ein sehr interessantes Interview, danke dafür.
Amazon Marketing Services hatten wir als Firma noch garnicht auf den Schirm.
Es klingt aber sehr interessant, und wir werden uns das näher ansehen, da wir, u.a. auf Amazon verkaufen.

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adlicious
adlicious

Liebes t3n Magazin, warum befragt man einen SEM-Experten über Programmatic? Es wird ein Game-Changer angekündigt und dann kommt leider nicht raus, dass die Displaywerbung mit den dort generierten Daten programmatisch auch außerhalb Amazon läuft. Dass Google in der Media nichts über Kaufabsichten wisse, ist dagegen hanebüchen. Wer im Plattform-Vergleich zudem nur auf Clickpreise und Conversionrates schaut, hat kaum das halbe Bild.

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