Analyse

Amazon Jahreszahlen 2017: Wachstumstreiber ist der Handel, nicht AWS

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AWS: Umsatz und Ertrag steigt, Wachstumsrate stagniert weiter

Der Cloud-Dienst AWS lieferte Amazon bei einem Umsatz von 17,458 Milliarden US-Dollar einen Ertrag von 4,3 Milliarden  für 2017. Das entspricht einem Wachstum für 2017 von 45 Prozent. Im Jahr 2016 betrug das Wachstum noch 55 Prozent, 2015 waren es 69 Prozent.

Der Cloud-Markt im Enterprise-Segment, in dem sich Amazon mit AWS bewegt, ist zunehmend gesättigt. Ein erneuter Wachstumsschub wäre zu erwarten, falls sich AWS dem Massenmarkt öffnen könnte. Dazu sind im Moment keine Anzeichen zu erkennen.

Wachstumstreiber: AWS oder Marketplace?

Die gängige Lesart der Jahresergebnisse fördert seit Jahren den irrigen Schluss zu Tage, dass AWS der Wachstumstreiber sei und den Ertrag rettet. Bei Betrachtung der Umsätze aus Gebühren und Dienstleistungen für Händler fällt auf, dass dieses Segment fast doppelt so viel Umsatz wie AWS generiert. Rund 31,9 gegenüber 17,5 Milliarden US-Dollar.

Das Problem: Das Segment „Seller Services“ weist keinen operativen Ertrag aus, weil dieses Segment keine eigenständiger Geschäftsbereich ist. Faktisch handelt es sich dabei aber um den „Ertrag“ den Amazon mit dem Bilanz-Punkt „Seller Services“ aus dem Marketplace-Bereich zieht. Fulfilment, Betriebskosten und andere operative Kosten sind aus bilanzrechtlichen Gründen in anderen Posten aufgeschlüsselt. Von diesen Kosten müsste, würde „Seller Services“ als eigenständiger Geschäftsbereich geführt, ein Anteil den „Ertrag“ der Seller Services schmälern. Bei einem doppelt so hohen Umsatz, als AWS erwirtschaftet, liegt aber der Schluss auf der Hand, dass der Ertrag des weniger aufwendig zu betreibenden Marketplace-Geschäftes deutlich höher ausfallen würde, als der AWS-Ertrag.

Dass Jahr für Jahr wieder AWS als der große Umsatz- und Ertragsbringer aufgeführt wird, liegt nicht daran, dass der unstrittig hochprofitable Bereich wirklich der größte Umsatz- und Ertragsbringer ist. Es liegt daran, dass Amazon sich nicht in die Karten schauen lassen will und den eigentlich eigenständigen Geschäftsbereich Marketplace über die Bilanz verteilt. Eine nähere Analyse der bisher noch nicht veröffentlichten Bilanz wird diesen Eindruck unterstützen.

The Spheres, das Amazon-Hauptquartier bei Tag

Amazons Biosphäre „The Spheres“ in Seattle. Ein Teil des Headquarters in der Innenstadt. (Foto: t3n.de/Jochen G. Fuchs)

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The Spheres, das Amazon-Hauptquartier bei Nacht

(Foto: Jochen G. Fuchs)

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