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Analyse

Ist es die Angst, die die Deutschen vom Investieren abhält?

(Foto: Shutterstock / Sayan Puangkham)

Die Deutschen sind Investmentmuffel. Aber warum eigentlich? Was genau hält sie davon ab, mit Investments noch weitaus bessere Renditen zu erzielen, als sie mit dem reinen Sparen je erzielen konnten? Unser Gastautor geht auf Spurensuche.

Blicken wir einmal zurück auf die goldenen 1920er-Jahre, die vor allem in den USA ein absolutes Konjunkturwunder hervorriefen. Über Jahre hinweg gewann insbesondere der Aktienindex des Dow Jones an immer mehr Wert. Leute nahmen euphorisch Kredite auf, um an der Börse ebenfalls von dem Wirtschaftsboom profitieren zu können. Und die Banken machten mit. Gedanken an ein gewisses Spekulationsrisiko suchte man vergebens, weshalb auch niemand die Investmentblase sah, die sich immer weiter aufblähte. Das Ende dieser Geschichte kennen wir. Am Schwarzen Donnerstag brach urplötzlich Panik aus und der Dow Jones zitterte. Am Schwarzen Freitag ging die Nachricht dann um die Welt und läutete, während die Kurse in Amerika praktisch ins Bodenlose fielen, den Beginn der großen Weltwirtschaftskrise ein. Eine Krise, in der viele, viele Menschen alles verloren. Nicht nur ihr Kapital an der Börse, sondern dank der nicht mehr bezahlbaren Kredite noch weitaus mehr.

Und wie wir wissen, sollte es nicht die letzte Wirtschaftskrise sein

Erst vor einer Dekade kam es, ausgelöst durch eine massive Immobilien- und Konsumblase in den USA, zu einer erneuten Krise. Mit Lehman Brothers ging eine ganze Bank unter und rief weltweit ein gewaltiges Echo hervor. So können wir die Folgen der Krise noch heute spüren. Es scheint mehr als sinnbildend zu sein, dass diese Krisen also der Grund für das schwindende Investmentinteresse in Deutschland sind. Immerhin geht aus Statistiken hervor, dass nicht einmal ein Viertel der Deutschen bereit ist, in Aktien, Fonds und Wertpapiere zu investieren. Konservative Anlageformen wie das gute alte Sparbuch oder das neuere Tagesgeldkonto hat dagegen fast jeder. Obwohl sie nachweislich so gut wie keine Zinsen abwerfen.

Ein Rechenbeispiel:

Sowohl Tagesgeldkonten als auch Aktien und Fonds bringen den schönen Effekt des Zinseszinses mit. Das heißt, dass einmal ausgeschüttete Zinsen immer wieder neu mit verzinst werden, bis die Geldanlage aufgelöst oder ein Teil des Kapitals entnommen wird. Und das heißt wiederum, dass der Wert einer Geldanlage durch den Zinseszins irgendwann überproportional ansteigt. Bei Aktien und Fonds im Gegensatz zu Tagesgeldkonten aber weitaus stärker, wie das folgende Rechenbeispiel zeigt. Denn durch die schon jahrelange Niedrigzinspolitik können konservative Geldanlagen nur noch Null-Komma-Zinsen bieten – während Fonds durchschnittlich schon sieben Prozent Zinsen im Jahr bringen und Aktien manchmal sogar noch mehr.

Das macht einen enormen Unterschied aus:

Nehmen wir einmal an, dass wir 10.000 Euro haben und diese anlegen. Einmal auf einem typischen Tagesgeldkonto mit schon überdurchschnittlichen 0,6 Prozent Zinsen. Und einmal in einem Fondssparplan mit durchschnittlichen sieben Prozent Zinsen. Jeden Monat packen wir 100 Euro pauschal dazu und führen das die nächsten fünf Jahre so weiter. Am Ende dieser fünf Jahre stellen wir dann fest, dass die konservative Geldanlage gerade einmal 395 Euro Gewinn gebracht hat. Der Fondssparplan weist dagegen einen Gewinn von 3.333 Euro auf. Ausgabeaufschläge, Verwaltungsgebühren und Steuern sind hier bereits abgezogen.

Dazu kommt, dass insbesondere Fonds gar nicht mal so viel unsicherer sind als konservative Anlagemethoden.

Denn hält man sich von Spekulationsgedanken fern und bringt eine gewisse Zeit und Geduld mit, kann den Fondssparplan so gut wie nichts erschüttern. Vor allem dann, wenn diese Fondssparpläne durch Banken oder noch besser unabhängige Gesellschaften erstellt wurden, die nachfolgend den Markt und dessen Entwicklung im Blick haben. Drohen Kursverluste oder eine Krise, dann ziehen sie das Kapital bestenfalls heraus und parken es für ein erneutes Aufschwung-Investment. Doch selbst wenn man diesen Abzug nicht rechtzeitig schafft, ist die  Sache nur halb so schlimm. Denn Märkte rehabilitieren sich innerhalb von verhältnismäßig kurzer Zeit wieder und werden dann erfahrungsgemäß stärker als je zuvor. Das zeigen einschlägige Entwicklungen. Wer beispielsweise im Jahr 2000 in den DAX investiert hat, kann heute trotz der zwischenzeitlichen Krisen auf eine Durchschnittsrendite von 5 Prozent pro Jahr zurückblicken. Diese Entwicklung ist ein gutes und auch prominentes Beispiel dafür, dass Kursschwankungen von vielen Menschen überbewertet werden.

Und dennoch wehren sich die Deutschen dagegen, bei der Bank oder beim unabhängigen Berater anzurufen und den Investmentschritt zu gehen. Oder Aktien und Fonds gar in die private Altersvorsorge einzuschließen, sofern man denn eine hat.

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4 Reaktionen
Pat

Stimme Jamal hier zu 100 Prozent zu - der Artikel ist fachlich auf unterstem Niveau:

- Zinsen bei Fonds: Aktien werfen keine Zinsen ab; auch bei Fonds ist das überwiegend der Fall - sofern sie nicht in Anleihen investieren.
- Steuern: Die werden nicht nur bei Wertpapieren, sondern auch bei festverzinslichen oder variabel verzinslichen Anlagen fällig. Sie können somit kaum ein Grund sein, warum die Deutschen mehr in Tagesgelder investieren als in Aktien oder Fonds.

Mit Finanzen kennt sich der Auto in jedem Fall nicht aus.

Julia Nikolaeva

Ich finde den Artikel sehr gut. Die Analyse ist treffend und der Text ohne inhaltsleere Ausschweifungen auf das Wesentliche reduziert, auf den Punkt gebracht. Inhaltlich treffen die Ausführungen ins Schwarze. Die Leute haben unbegründete Angst vor Risiken und Steuern und sind schlecht informiert. Die einfachste Lösung ist, den Leuten mitzuteilen, was sie verpassen, dass es sich lohnt, etwas Zeit und Mühe zu investieren, um sich zu informieren. An ihren Kenntnissen und konkreten Strategien müssen die Leute dann schon selbst arbeiten.

Jamal

Gerne konkretisiere ich meine Kritik ein wenig.

Zuerst einmal sei festzuhalten, dass wir uns seit ca 5 Jahren in einem bullishen Umfeld befinden. Jegliche Risikoanalyse muss das zwangsläufig berücksichtigen, der Autor scheint das nicht zu tun.
Zweitens ist Investment nicht Investment. Wenn ich den Autor richtig verstehe mixt er das Averagen (monatliche Ansparen) in einem Asset mit dem einmaligen oder unregelmäßigen Investment in eines. Beim ersten reduzieren sie das Markt- und Kursrisiko durch eine zeitliche Diversifizierung, wenn sie so wollen, beim zweiten muss es durch die Wahl des Zeitpunkts versucht werden. Beide haben ein gänzlich anderes Risiko und Profit Profil. Das lässt der Autor unbetrachtet.

Zudem nimmt er eigentlich gar keine Risikobetrachtung vor. Sieben Prozent durchschnittliche Rendite eines Fonds sind optimistisch, aber durchaus realistisch, jedoch über dreißig Jahre betrachtet. Das lässt sich nicht einfach auf fünf Jahre übertragen, denn siehe oben, beim Averagen gilt je größer der Anlagehorizont, desto geringer das Risiko. Grundsätzlich lacht sie jeder aus, der sich mit Risikomanagement auskennt, wenn sie mit durchschnittswerten um die Ecke kommen. Erheblich interessanter ist die Verteilung, also die Standardverteilung der Renditen. Der Durchschnittswert kann maximal als Expected Case betrachtet werden, wenn überhaupt. Zur Risikobewertung ist es Murks.

Zu den Phrasen gehört Beispielsweise folgendes: "Denn Märkte rehabilitieren sich innerhalb von verhältnismäßig kurzer Zeit wieder und werden dann erfahrungsgemäß stärker als je zuvor." Was genau ist verhältnismäßig kurze Zeit? Vom Hoch im Jahr 2000 hat der DAX 13 benötigt um ein neues Hoch auszubilden. Oder auch: "Wer beispielsweise im Jahr 2000 in den DAX investiert hat, kann heute trotz der zwischenzeitlichen Krisen auf eine Durchschnittsrendite von 5 Prozent pro Jahr zurückblicken." Mag stimmen, aber wenn sie zwischen 1998 bis 2001 ein einmaliges Investment in den DAX getätigt hätten, so hätten sie bis 2013 eben eine negative Rendite, oder eine wirklich leicht positive, Rendite eingefahren.
Zudem betrachten sie gerne den Nikkei. Wenn sie zwischen 1987 und 1991 ihr Erspartes in den Nikkei gesteckt hätten, wären 2007 einmal fast beim Break even gewesen, aber auch nur kurz. Mit Averagen hätten sie so um die 2 - 3% Rendite erzielt.

Ein anderer Punkt ist der Drawdown. Wie hoch ist der üblicherweise beim Averagen? Wie viel hält der übliche Sparer aus? Ich garantiere Ihnen Schlaflose Nächte, wenn sich 80% Ihres Kapitals in Wohlgefallen auflösen! Ob das beim Averagen eine gültige Annahme ist weiß ich nicht, aber die Konsequenzen kenne ich sehr gut.

All das bleibt vom Autor unbetrachtet, er fokusiert sich ausschließlich auf die Rendite. Das ist auch nichts ungewöhnliches. Das geht quasi jedem so zu Beginn, es ist ein typischer Rookie Mistake. Denn man will ja Rendite erzielen. Eine alte Börsenweisheit lehrt, dein größter Verlust steht dir immer noch bevor. Wer lang genug am Markt aktiv ist lernt das früher oder später.

Eine weitere Phrase, die auch zum Rookie passt ist folgende: "Denn hält man sich von Spekulationsgedanken fern[...]" Ab wann gilt denn etwas al sSpekulation? Ab wann als Investment? Was ist der fundamentale unterschied?

Dazu gibt es allerhand fragwürdige Statements wie: "Vor allem dann, wenn diese Fondssparpläne durch Banken oder noch besser unabhängige Gesellschaften erstellt wurden" Warum ist das besser? Weil das Wort unabhängig drin vorkommt? Was ist der Vorteil? Gibt es Nachteile? Dinge auf die man achten muss? Womit wir bei einem weiteren Risikoaspekt sind, denn Fonds beinhalten nicht nur das Kurs/Marktrisiko sondern auch andere, welche je nach Fondart variieren können. Das Emittentenrisiko ist aber immer gegeben. Etwas, das bei kurzfristigen Anlagen eher weniger ins Gewicht fällt, ist bei einem Anlagehorizont von 30 bis 40 Jahren schon entscheidend. Zudem besteht immer das Risiko, dass ein Fonds vom Markt genommen wird, üblicherweise nicht nach üppiger Perfomance, dann ist die Strategie des Averagen auch dahin! Auch das bleibt unbetrachtet.

Neben den deutlichen Schwächen des Autors im Bezug auf Finanzen kommt auch noch eine scheinbare Unfähigkeit zur Gesellschaftsanalyse. Zum einen bleibt die Kriegs und Nachkriegsgeneration unberücksicht, welche einen großen Anteil an der Gesellschaft ausmachen. Diese Gruppen haben üblicherweise die Erfahrung gemacht, dass man a) nichts Geschenkt bekommt und b) man sein Geld nicht rsikiert und wer kann es Ihnen verdenken.
Dazu gibt es noch die Gruppe der Bevölkerung, der für das Ansparen schlicht die Mittel fehlen. Auch das bleibt unberücksichtigt.

Satttdessen folgende Zeile: "Fast schon unbegründet ist die Angst vor einem Börsencrash und einem Kapitalverlust nach den bisherigen Ausführungen." Nein, ist sie nicht, da der Autor keine auch nur annähernde betrachtung des Risikos vorgenommen hat. Gefolgt von von folgender Konklusion: "Sie kann also kaum der wahre Grund dafür sein, dass so wenige Deutsche in Aktien und Fonds investieren." Angst betrachtet der Autor also als etwas rationales. Glückwunsch!

Krönung aus Unwissenheit und analytischen Fehler ist dann der Punkt Steuern. Ich kenne wirklich keinen, der von Steuern vom Investieren abgehalten wird. Jeglichen Anhaltspunkt warum dem so sein sollte bleibt der Autor schuldig. Zudem werden auf Kapitalerträge 25% plus Soli und so anwendbar Kirchensteuer fällig! (Es ließe sich hier auch Warren Buffet zitieren, welcher sagte, niemand ließe sich ein profitables Geschäft entgehen, nur weil Steuern darauf fällig würden)

Die Grundaussage des Autors ist übrigens durchaus richtig, jedoch lässt sich eine Aussage wie sie hier gemacht wird "Investieren ist profitabel und fast Risikofrei" nicht so pauschal treffen. Und auch wenn sie meinen, man müsse sich dann schon selbst um die Kenntnisse und Strategien bemühen, so kann man eine Aussage über Rendite und Risiko nicht treffen, ohne geklärt zu haben über welches grundsätzliche Vorgehen man redet, welche vehikel und welcher Zeitraum. All das lässt der Autor aus oder wirft alles wild durcheinander.

Um das vielleicht noch auszuführen, vom Renditestandpunkt sollten sie mit Futures handeln. da sind 7% Rendßite p.a. lächerliche Ergebnisse, sehen sie sich die Trading Worldchampionship an. Nah, bock drauf?

Jamal

Jetzt mal ganz ehrlich, was soll das denn sein? Der Artikel ist einer der schlechtesten die ich je gelesen habe!

Die Ausgangsfrage der Überschrift wird nichtmal ansatzweise bearbeitet, außer man nimmt den halbherzigen Abriss einiger Finanzkrisen als "Analyse".
Dazu ein paar Phrasen, ohne Tiefgang und ein Schreibstil wie ein Zehntklässler machen den Artikel zur Zumutung.

In der Beschreibung eines Kartenspiels stand bei Doppelkpf einmal "Doppelkopf ist ein schwieriges Spiel, lernen sie es von jemandem der es kann". Ähnlich lässt sich wohl auch der Artikel zusammenfassen.

Wenn der Autor Spaß an Finanzen hat, sollte er dringend etwas darüber lernen!

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