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Fehlgeleitete Antikörper offenbar für schwere Covid-Fälle mitverantwortlich

Ein Covid-19-Forschungskonsortium hat eine Erklärung für einen Teil der schweren Verläufe von Corona-Erkrankungen gefunden: Autoantikörper, die das eigene Immunsystem angreifen.

2 Min. Lesezeit
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Covid-19-Impfung. (Foto: Shutterstock.com)

Lange war nicht klar, warum manche Menschen, auch junge, ohne Vorerkrankungen sehr schwer an Covid-19 erkranken. Im Herbst 2020 hatten Forscher:innen bestimmte Autoantikörper, die statt dem Virus das körpereigene Immunsystem angreifen, als mögliche Verursacher schwerer Verläufe bei Corona-Erkrankungen ausgemacht. Das weltweit größte Covid-Forschungskonsortium (Covid-HGE) hat jetzt festgestellt, dass diese fehlgeleiteten Antikörper für eine größere Anzahl schwerer Verläufe verantwortlich sind als bisher angenommen.

Autoantikörper bei vielen Über-80-Jährigen

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Im Rahmen einer aktuellen Studie wurden 1.000 Proben Schwererkrankter aus der ganzen Welt untersucht, wie kurier.at schreibt. Die Kontrollgruppe umfasste demnach 35.000 gesunde Personen. Laut dem Lungenfacharzt Ivan Tancevski von der Universitätsklinik für Innere Medizin II in Innsbruck seien die Autoantikörper jetzt vor allem bei Menschen über 70 und Männern gefunden worden. „Über 20 Prozent der Über-80-Jährigen wiesen besagte Autoantikörper auf“, erklärte Tancevski gegenüber der österreichischen Nachrichtenagentur APA.

Insgesamt tragen immerhin 0,3 Prozent der Gesamtbevölkerung solche fehlgeleiteten Antikörper in sich. Diese blockieren die sogenannten Interferone im Körper. Diese werden auf Virusreize hin in der Lunge produziert und sind am Schutz gegen Viren beteiligt. Bei Patient:innen, die Autoantikörper gegen die Interferone haben, funktioniere das Immunsystem nicht mehr richtig, wie Tancevski sagte, der als Co-Autor an der Studie beteiligt war. Bei akut Erkrankten war der Interferonspiegel entsprechend niedrig.

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Screening auf Autoantikörper empfohlen

Die Studie wird in den kommenden Monaten fortgesetzt. Für Tancevski lassen sich aus ihr aber schon konkrete Empfehlungen ableiten, etwa, was die Priorisierung für eine mögliche dritte Impfung angeht. Man müsse jene Menschen als Risikopatient:innen ansehen, so der Mediziner. Zudem sollte bei der Neuaufnahme von Covid-19-Patient:innen ein Screening auf diese Autoantikörper erfolgen. Das würde es den behandelnden Ärzt:innen ermöglichen, frühzeitig auf einen drohenden schweren Verlauf zu reagieren.

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Schwer erkrankte Patient:innen mit Autoantikörpern ließen sich laut Tancevski zusätzlich zu einer Steroidtherapie mit Interferonen oder neutralisierenden Antikörpern gegen SARS 2 behandeln. Tancevski gehört seit Herbst 2020 zum Covid-HGE. Beim Covid-HGE (Covid Human Genetic Effort) handelt es sich um ein Konsortium von rund 120 internationalen Expert:innen, die sich einmal pro Woche zum Stand der Forschung austauschen. Geleitet wird es von dem französischen Immunologen Jean-Laurent Casanova, der an der Rockefeller University in New York forscht.

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Julia Nikolaeva
Julia Nikolaeva

Den Russen ist das seit Frühling 2020 bekannt. In dortigen Erklär-Videos zu den Abläufen bei Covid wurde dieser Vorgang während des ersten Lockdowns ausführlich beschrieben. Guten Morgen…

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