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Ratgeber

Apecrime-Youtuber Jan Meyer: Influencer sind keine Banner

Jan Meyer von Apecrime.

Viele Unternehmen setzen Influencer-Marketing erfolgreich ein – bei einigen fehlt aber noch die entsprechende Offenheit, schildern unsere Gastautoren.

Influencer-Marketing wird immer beliebter und trotzdem machen Werbetreibende nach wie vor Fehler. Jan Meyer vom bekannten Youtube-Trio Apecrime und Hendrik Martens von Flow:fwd, die Apecrime managen und vermarkten, schildern ihre Erfahrungen.

Gemeinsam mit vielen Partnern haben wir einige Kampagnen auf die Beine gestellt, auf die wir durchaus stolz sind. Einige Kampagnen mit zum Teil großen und bekannten Marken wurden allerdings nicht realisiert, weil wir nicht das Gefühl hatten, dass es „passt“, dass man uns ernst nimmt. Leider waren diese zweite Kategorie von Anfragen deutlich in der Mehrheit, darum möchten wir gerne unsere fünf wichtigsten Tipps mit euch teilen, was wir Influencer uns von euch, der Industrie, wünschen, damit wir mit und für euch eine super Kampagne hinlegen können.

1. Keine Massenmailings

Nehmt euch die Zeit und formuliert individuelle Anschreiben. Nicht, weil wir, „so wahnsinnig wichtig und berühmt“ sind. Geht einfach von euch selbst aus: Wenn ihr eine Mail mit der Ansprache „Lieber Marketingverantwortlicher“ erhaltet und schon beim dritten Satz das Gefühl habt, dass der Absender sich einfach keine Mühe gegeben und nicht mit euch beschäftigt hat, dann schaltet ihr ab. So geht es uns auch. Formuliert ein individuelles Anschreiben und geht auch durchaus auf den Content des jeweiligen Influencers ein. Gebt uns zumindest das Gefühl, als ob ihr wirklich mit uns als Person und Persönlichkeit zusammenarbeiten wollt und dass es euch nicht nur um unsere Reichweite geht.

2. Klare Zielsetzung

Erklärt uns, was ihr vorhabt und nicht nur, was ihr von uns erwartet. Ihr wollt eine Platzierung auf Youtube? Okay, verstanden. Aber wozu? Wollt ihr ein neues Produkt verkaufen? Oder geht es euch lediglich um den Branding-Faktor? Je präziser ihr uns den Kontext erklärt, desto besser und zielgerichteter können wir arbeiten. Wir haben durchaus genug Grips, eine Launch- von einer Abverkauf- oder einer Branding-Kampagne zu unterscheiden. Gebt uns möglichst viele Infos und Material an die Hand zu eurem neuen Produkt, eurer Kampagne und was es sonst noch gibt. Seht uns ein wenig wie eine Kreativ-Agentur, die ihr brieft, denn wir sind Kreative und nicht nur Produzenten.

3. Kreative Freiheit

Was ihr akzeptieren müsst: Wir, zumindest die Meisten von uns, verteidigen unseren Namen gegen alles, was uns nicht gefällt. Und: Je größer der Influencer ist, mit dem ihr zusammenarbeiten wollt, desto größer ist auch sein Selbstbewusstsein, dass er oder sie nur dann mit euch und für euch Content erstellen wird, wenn ihr ihm oder ihr kreative Freiheiten lasst. Was gar nicht geht: Uns Sprachregelungen diktieren. Ihr wollt einen speziellen Hashtag? Kein Problem.

Wenn ihr etwas „einbuchen“ wollt, dann geht zu einer Website und platziert dort Banner, die keiner sieht und niemand klickt. Mit uns Influencern habt ihr nicht nur eine wesentlich höhere Sichtbarkeit, sondern auch ein entsprechend höheres Involvement. Das gibt es aber nur, wenn ihr uns machen lasst – in eurem Sinne. Ihr gebt dann zwar ein wenig Kontrolle ab, gewinnt dafür aber unser Vertrauen und die Begeisterung unserer Fans, wenn wir in unserem Style produzieren.

4. Realistisches Budget

Ihr denkt, wir nehmen unser iPhone in die Hand, halten drauf und dann haben wir nach zwei Minuten einen Instagram-Post oder nach zehn Minuten ein Youtube-Video? Ihr glaubt gewiss auch noch an den Weihnachtsmann. Wir verbringen teilweise Tage oder auch Wochen mit der Konzeption, Umsetzung und Nachbearbeitung. Ihr dürft nicht vergessen: Für euch sind wir vielleicht nur Teil einer Kampagne, aber für uns sind unsere Accounts unsere digitale Daseinsberechtigung. Wenn wir einmal Mist bauen, kann alles zu Ende sein. Darum geben wir uns nicht nur Mühe, sondern buchen Studios, arbeiten mit teurem Licht, sitzen ewig lange am Schnitt und brüten endlos an Text-Schnipseln.

Das alles gibt es nicht kostenlos. Recherchiert ein wenig, bevor ihr an uns herantretet und uns einen symbolischen Betrag von 50 Euro anbietet. Solltet ihr uns kreative Freiheit (siehe Punkt 3) einräumen, fragt gerne auch nach unserem Produktionsbudget. Vielleicht habt ihr ja ein eigenes Studio und stellt uns das bereit. Oder ihr fliegt uns an eine schicke Location, von der ihr wisst, dass sie sensationelles Licht bietet. Da sind wir natürlich gerne dabei! Dennoch heißt das nicht zwangsläufig, dass wir unsere Arbeit nicht auch zusätzlich bezahlt haben wollen. Lasst uns im Team arbeiten. Das bringt die besten Ergebnisse hervor.

5. Nach dem Spiel ist vor dem Spiel

Viele unserer Partner verschwinden nach der Kampagne gerne in der Versenkung und melden sich erst wieder, wenn sie eine neue Kampagne planen. Das ist insofern für uns undankbar, als dass wir doch auch wissen wollen, ob die Kampagne, unsere Partnerschaft erfolgreich gelaufen ist. Ihr habt im Vorfeld eure Ziele mit uns geteilt – gebt uns die Möglichkeit, unsere Erfolge gemeinsam zu feiern. Und lasst uns bitte auch wissen, was wir beim nächsten Mal besser machen können. Alles ist im Fluss. Wer rastet, der rostet. Denn nur einmal einen Instagram-Post oder eine kleine Video-Integration bringt meist nicht den gewünschten Effekt, wie eine längerfristige und gut geplante Zusammenarbeit.

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