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Arbeitswelt

Schlecht für die Arbeit, schlecht fürs Gehirn: Wie sich Multitasking auf deinen IQ auswirkt

Die Zeiten, als man im Büro für seine Multitasking-Fähigkeiten gelobt wurde, sind vorbei. Wissenschaftliche Studien zeichnen mittlerweile ein düsteres Bild vom gleichzeitigen Erledigen mehrerer Aufgaben: Multitasking schadet mehr, als es nutzt.

2 Min.
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Multitasking. (Foto: Ryan Ritchie, flickr.com. Lizenz: CC BY-ND 2.0)

Multitasking: Forscher empfehlen Jobwechsel

Multitasking ist nicht wirklich effektiv, Cal Newport etwa kommt zu dem Schluss, dass unterbrechungsfreies, konzentriertes Arbeiten, also das Gegenteil von Multitasking, so wichtig ist, dass man sich nach einem neuen Job umschauen sollte, wenn man so an seinem aktuellen Arbeitsplatz nicht arbeiten könnte.

Multitasking ist nicht wirklich förderlich und kann dein Gehirn sogar schädigen. (Foto: JayCob L. / flickr.com, Lizenz: CC-BY)

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Newport zufolge würden wirkliche Werte und Fähigkeiten nur über das tiefe Eintauchen in eine Tätigkeit gebildet. Das Herumspringen von Aufgabe zu Aufgabe schwäche die Fähigkeit des Einzelnen, fokussiert Dinge zu erledigen. Studien belegen die negativen Auswirkungen des Multitasking auf das Gehirn und den IQ.

So hat eine Untersuchung der University of London ergeben, dass Multitasking das Erledigen von Arbeiten nicht nur verlangsame, sondern den IQ senke – bei Männern um bis zu 15 Punkte. Wer während eines Meetings etwa E-Mails beantwortet und den Nachrichten folgt, sinkt währenddessen auf das IQ-Niveau eines achtjährigen Kindes. Multitasking kann Unternehmen auch dadurch Milliarden kosten.

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Gehirn beherrscht Multitasking nicht

Das menschliche Gehirn beherrsche echtes Multitasking nicht, meint etwa der MIT-Neurowissenschaftler Earl Miller. Stattdessen springe man lediglich sehr schnell von einer zur anderen Aufgabe – auf Kosten der Leistung. Multitasking sorge damit für einen geringere Qualität der erledigten Aufgaben und einem Rückgang der Effizienz bei der Arbeit.

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Wer in Meetings E-Mails beantwortet, sinkt auf das IQ-Niveau eines 8-jährigen Kindes.

Miller erklärt auch, was im Gehirn beim Multitasking passiert: Bei jedem noch so kleinen erledigten Arbeitsschritt, etwa einer beantworteten E-Mail, werde das Belohnungszentrum des Gehirns angesprochen und Dopamin ausgeschüttet. Dieses „gefährliche Dauerfeedback“ sorgt dem Forscher zufolge dafür, dass wir ständig denken, wir hätten jede Menge erledigt, haben in Wirklichkeit aber kaum etwas geschafft.

Auch mit der Produktion des Stresshormons Cortisol wird Multitasking in Zusammenhang gebracht. Die ständige Anspannung sorgt demnach dafür, dass man sich schnell ausgelaugt und geistig erschöpft fühlt – ebenfalls ein Faktor für den Rückgang der Arbeitsleistung. Als größter Stressfaktor wurde derweil der E-Mail-Eingang entlarvt. Einer McKinsey-Studie zufolge besteht fast ein Drittel der wöchentlichen Arbeitszeit aus dem Checken von E-Mails.

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Multitasking kann das Gehirn verändern

Aber Multitasking kann sogar dauerhaft das Gehirn schädigen oder zumindest verändern, wie eine Studie der Universität von Tokio gezeigt hat. Eine Reihe von Gehirnscans (MRT) ergab, dass bei Multitaskern die Gehirnaktivität in Bereichen, die mit Empathie und Emotionen in Zusammenhang gebracht werden, deutlich verringert war. Die schon angesprochene schnelle Belohnung kann Multitasker sogar abhängig machen.

Und noch einen interessanten negativen Effekt des Multitaskings haben Wissenschaftler entdeckt: Wer schnell zwischen Aufgaben hin und her wechselt, behält immer noch einen Gedanken an nicht erledigte Arbeit bei, etwa eine nicht beantwortete E-Mail – das senkt die Konzentration auf die neue Aufgabe deutlich.

Wie ihr euch vom Multitasking-Diktat löst, erklären wir euch im t3n-Artikel „Schluss mit Multitasking: So arbeitest du wieder fokussiert“.

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via www.fastcompany.com

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Kommentare (2)

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Tobias Wolter

Toller Artikel!
Mich wundert, warum heutige Software immer mehr davon ausgeht, dass der Anwender sofort reagiert und somit von einer Aufgabe zur nächsten springt.
Wer konzentriert arbeiten möchte, der schaltet Handy und E-Mail aus. Doch welcher Arbeitgeber gestattet das?

Nebenläufigkeit oft unnötig

In einer Küche ist Multitasking normal. Woanders ist es allerdings wirklich oft unnütz. Intel hat ja auch jahre/1.5 Jahrzehnte(?) gekämpft damit die vielen CPU-Cores auch augenutzt werden. M$-Darwin/MacOS hingegen profitiert sofort dank ObjectOrientierung und MicroKernel von mehr Cores und skaliert verutlich recht linear ausser bei nicht-parallelisierten fat-jobs wie Videos umrechnen oder vielleicht Photoshop (oder einzelnen Plugins) oder Apps wo die Programmierer die Nebenläufigkeit nicht drauf haben. FPGAs sind zu 100% überall auf der Chipfläche jederzeit nebenläufig wie ein Wasser-Netz, Stromnetz oder Abwasser-Kanalisations-Netz oder Straßen-Netz wo was von A nach B soll wie Daten in der CPU/GPU/. Mal also sehen wie wieder mal (wie beim Atari Jaguar mit den 3 eigenständigen CPUs) nur eine kleine Menge Entwickler es gebacken kriegt wo doch jede App mit Intel/AMD und verschiedenen Befehls-Sätzen UND GPU von Intel/AMD/NVidia die Aufgaben schlau verteilen muss.

Bei Meetings sollte man jeder in seinem Büro sitzen und siri/cortana/nowGoogle/… die Kommentare reinsprechen. Dann braucht man auch keine Emails lesen sondern direct feedback und fokussierter in halber Zeit ERFOLGREICHE Meetings durchziehen statt Präsenz-Veranstaltungen wie beim Parteitag oder Jubel-Veranstaltungen wo klar ist, das man zum Handy greifen muss: Wo alle still sind, einer spricht, nennt man das gern Unterricht… OneWay-Frontal-Journalismus wird ja sogar von den Rechten inzwischen kritisiert was bisher wohl noch nie passierte und der Untergang ist vielleicht nah.

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