Ratgeber

Arbeitsvertrag: Diese 2 Mythen halten sich hartnäckig – sind aber falsch

Mit dem Arbeitsvertrag geht eine Menge an Halbwissen einher. (Foto: Shutterstock-Nakaridore)

Mit dem Arbeitsvertrag gehen viele Mythen einher. Wir räumen in diesem Beitrag mit Halbwissen auf, das sich hartnäckig in den Köpfen hält.

So gut wie jeder hat einen, aber die wenigsten kennen sich wirklich damit aus. Gemeint ist der Arbeitsvertrag. So gibt es nicht nur viele ungültige Klauseln, die Arbeitnehmer unterzeichnen. Sondern auch gewisse Mythen, die sich hartnäckig in den Köpfen der Menschen halten. Dazu zählt auch, das ungültige Klauseln rechtskräftig werden, sobald ein Arbeitnehmer sie gegengezeichnet hat. Das sei jedoch falsch, erklärt Alexander Bredereck, Fachanwalt für Arbeitsrecht aus Berlin, gegenüber der dpa. Eine ungültige Klausel bleibe ungültig, auch wenn sie vom neuen Mitarbeiter unterschrieben wird.

Ungültige Klauseln bleiben auch nach Unterschrift ungültig

Ein typisches Beispiel ist die Kündigungsfrist. Es kommt vor, dass Arbeitgeber sich selbst eine kürzere Kündigungsfrist auferlegen als ihren Mitarbeitern. Gegenüber t3n.de hat jedoch auch Barbara Geck, Fachanwältin für Arbeitsrecht und Partnerin der Kanzlei Bird & Bird, kürzlich bestätigt, dass ein Arbeitnehmer nicht länger an das Arbeitsverhältnis gebunden werden darf als der Arbeitgeber. Kommt es also zur Kündigung, zählt die kürzere Kündigungsfrist. Also die, die sich der Chef selbst auferlegt hat. Wer früher aus seinem Arbeitsvertrag heraus möchte, etwa weil er einen neuen Job hat, könne dort ansetzen.

„Der Arbeitnehmer darf nicht länger an das Arbeitsverhältnis gebunden werden als der Arbeitgeber.“

Ein weiterer Mythos, der sich hartnäckig in den Köpfen hält, besagt, dass ein Arbeitsvertrag nur Gültigkeit erlangt, wenn er schriftlich aufgesetzt wird. Auch das sei falsch, erklärt Alexander Bredereck. Die Schriftform diene lediglich als Beweis; damit eine Vereinbarung rechtsgültig sei, brauche es jedoch gar keinen Arbeitsvertrag. Wenn Mitarbeiter also etwa eine neue Führungsposition im Unternehmen übernehmen, bevor ihr Arbeitsvertrag angepasst wurde, stelle das zunächst kein Problem dar. Die Vereinbarung ist auch mündlich gültig, so der Rechtsexperte.

Dennoch gilt in dem konkreten Fall eine weiterer Punkt: Der Arbeitgeber ist nach § 2 Abs. 1 des Nachweisgesetzes (NachwG) verpflichtet, dem Mitarbeiter spätestens einen Monat nach Arbeitsbeginn einen schriftlichen Nachweis über die wesentlichen Vertragsbedingungen auszuhändigen, ordnet Rechtsanwalt Robert Binder auf dem Rechtsportal Refrago ein. Wahrscheinlich kommt es aufgrund solcher aufeinander aufbauender Rechtsgrundlagen zu häufigen Missverständnissen beziehungsweise fälschlichen Annahmen unter Arbeitnehmern. Neben dem Blick auf den Arbeitsvertrag ist somit auch immer der ins Gesetz ratsam.

Erfolgreicher im Job: Diese Apps helfen euch bei der Karriere
Jobsuche: Die kostenlose Truffls-App für iOS und Android ist ein Tinder für Bewerber. Wer auf der Suche nach einem interessanten Job ist und fündig wird, swipt einfach nach rechts und schickt einen Lebenslauf ab. Antwortet das Unternehmen, kommt es zum Match. (Grafik: t3n / dunnnk)

1 von 13

Übrigens, auch dieser Beitrag könnte dich interessieren: Kündigungsfrist – So kommst du schneller aus deinem Arbeitsvertrag

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Schreib den ersten Kommentar!

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!

Hey du! Schön, dass du hier bist. 😊

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team bestehend aus 65 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Danke für deine Unterstützung.

Digitales High Five,
Stephan Dörner (Chefredakteur t3n.de) & das gesamte t3n-Team

Anleitung zur Deaktivierung