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Was ausländische Fachkräfte an Deutschland kritisieren

Ausländische Fachkräfte über Deutschland: Arbeit top, Leben flop. (Foto: Shutterstock- AJR_photo)

Während ausländische Fachkräfte das Arbeitsleben in Deutschland schätzen, geben sie den Deutschen an anderer Stelle sehr schlechte Noten – vor allem an Aufgeschlossenheit mangelt es.

Ausländische Arbeitskräfte werden in Deutschland dringend benötigt. Vor allem im IT-Sektor ist der Fachkräftemangel deutlich zu spüren. Laut Bitkom waren 2018 an die 82.000 Stellen unbesetzt. Allein in diesem Jahr geht der Branchenverband von mindestens 40.000 neuen IT-Jobs aus, die hinzukommen. Die gute Nachricht ist: Expats, wie Fachkräfte aus dem Ausland genannt werden, arbeiten gerne in Deutschland. Sie schätzen die Arbeitsplatzbedingungen, die Jobsicherheit und die vergleichsweise geringe Arbeitszeit. Zu diesem Ergebnis kam jetzt eine Studie mit dem Titel „Expat Insider 2019“ von Internations – einem sozialen Netzwerk für Expatriate. Beim Arbeitsleben belegt die Bundesrepublik immerhin Platz vier von 64 Ländern.

Expats befragt: Deutsche kaum aufgeschlossen

Deutschland bei ausländischen Fachkräften nur mittelmäßig beliebt – zum Vergrößern klicken.(Grafik: Internations)

Grund, sich auf die Schultern zu klopfen? Nicht unbedingt, denn in anderen Lebensbereichen sorgen die Deutschen für sehr schlechte Stimmung. In der Kategorie „Eingewöhnung“ belegt Deutschland nur Platz 59. Und das hat Ursachen, die nicht stolz machen: So bezeichnen lediglich 52 Prozent der Expats in Deutschland die heimische Bevölkerung als insgesamt freundlich – im weltweiten Durchschnitt liegt dieser Wert bei 68 Prozent. Und nur 12 Prozent sind der Meinung, dass die Deutschen gegenüber ausländischen Mitbewohnern sehr freundlich sind – global liegt der Wert bei 27 Prozent. Insgesamt würden sich die Bundesbürger ausländischen Menschen gegenüber kühl und zurückhaltend verhalten, so der Tenor.

In der Kategorie „Freunde finde“ rangiert Deutschland auf Platz 58. Über die Hälfte, um genau zu sein 55 Prozent der Befragten, sagt, es sei schwer, sich mit Deutschen anzufreunden. Teil der Studienergebnisse sind auch Wortmeldungen der Befragten. „Wenn man nicht mehr unter 30 ist und keinen deutschen Partner hat, ist es zumeist schwierig, in Deutschland Freunde zu finden“, sagte etwa eine US-Amerikanerin. „Die Leute hier haben bereits ihren festen Freundeskreis und akzeptieren oft keine anderen.“ Dass die Deutschen Ausländern gegenüber nicht wirklich aufgeschlossen seien, urteilte einer der Befragten aus Mexiko. „Sie sagen zwar, dass sie diese integrieren möchten, aber meistens geschieht es dann doch nicht.“

Beliebtheitswerte: Deutschland nur Mittelmaß

Insgesamt am zufriedensten sind die befragten Expats übrigens in Taiwan, Vietnam, Portugal, Mexiko und Spanien. Schlusslichter hingegen sind Nigeria, Italien und Kuwait. Deutschland liegt bei der Beliebtheit insgesamt im Mittelfeld. Für die Studie befragte Internations mehr als 20.000 Menschen aus 180 Nationen nach ihrer Meinung zum Leben und Arbeiten in 64 Gastländern rund um den Globus. Die Ergebnisse für Deutschland in den einzelnen Kategorien klaffen extrem auseinander: Während die Wirtschaftslage sowie das Bildungs- und Gesundheitssystem gute Noten erhalten, wird die die Kinderfreundlichkeit als schlecht bewertet. So ergibt sich für Deutschland Rang 33 unter 64 Ländern auf der Beliebtheitsskala.

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Übrigens, auch in einer OECD-Studie erreicht Deutschland nur Mittelmaß bei der Attraktivität für ausländische Fachkräfte. Lies auch: „Fachkräftemangel – Deutschland zu wenig attraktiv für Zuwanderer“

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