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Diese nervigen Bewerber- und Chef-Typen kennst du bestimmt

(Foto: Shutterstock)

Lesezeit: 7 Min.
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Klischees sind fies, aber auch wahnsinnig unterhaltsam. Deswegen hier für euch die Prototypen der Büro-Welt, vom Bewerber über die Teamkollegen bis (natürlich) hin zum Chef. Na, erkennt ihr jemanden wieder?

Jeder Mensch ist anders und einzigartig in seinem Charakter. Oder etwa doch nicht? Wenn wir ehrlich sind, stoßen wir doch immer wieder auf gewisse Wesenszüge und denken uns: „Hmm, das kommt mir doch irgendwie bekannt vor…“. Und das ist natürlich besonders bei den nervigen Exemplaren so.

Der Angsthase

Merkmal: „Ui, ich weiß ja nicht …“.

Stärken: Hat meistens super Arbeitszeugnisse vorzuweisen, macht im Team selten Probleme.

Schwächen: Die Bewerbung ist so lasch, dass es meist nicht mal zum Gespräch kommt. Dasselbe gilt für die Mitarbeiterrolle: selten Initiative, wenig Output. Gähn.

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Herausforderung für Recruiter/Vorgesetzte: Als Bewerber rutscht er oft durch, weil er sich in der Bewerbung so unter Wert verkauft, dass bei der HR-Fachfrau/dem HR-Fachmann einfach nichts ankommt. Auch im Job unterschätzen sich die Angsthasen und scheuen sich, ihr Wissen und ihre Ideen mit einzubringen, aus Angst vor Zurückweisung.

Tipps für Recruiter/Vorgesetzte:

  • Verteilt zu Beginn Aufgaben, die gut zu bewältigen sind und das Selbstbewusstsein steigern. Erhöht den Schwierigkeitsgrad langsam. Und regelmäßiges (gutes) Feedback geben.
  • Seid präsent als Ansprechpartner, aber springt nicht sofort zur Hilfe. Benutzt bei Unsicherheiten Gegenfragen: „Was würdest du vorschlagen?“.
  • Beruht die Angst bei einem bestehenden Mitarbeiter auf mangelnder Kompetenz, solltet ihr eine Weiterbildung oder ein Coaching in Betracht ziehen.

Tipps für den Angsthasen:

  • Kommunikation! Jeder Personalchef versteht, wenn man bei einem Bewerbungsgespräch nervös ist. Sprich deine Nervosität an, das nimmt die größte Anspannung raus.
  • Bist du im Job unsicher, frag dich wieso. Fehlen die Kenntnisse? Informier dich, bilde dich weiter. Fühlst du dich ungerecht behandelt? Sprich einen Kollegen darauf an oder geh zum Chef und hol dir Unterstützung.

Der Verzweifelte

Merkmal: „Ich brauche den Job!“.

Stärken: Sehr flexibel und wahrscheinlich loyal, akzeptiert jegliche Arbeitsbedingungen.

Schwächen: Seine Unterwürfigkeit macht ihn nicht sehr begehrenswert.

Herausforderung für Recruiter/Vorgesetzte: Hinter die verzweifelte Fassade zu blicken.

Tipps für Recruiter/Vorgesetzte:

  • Gibt man dem Verzweifelten eine Chance, geht es darum festzustellen, ob er wirklich etwas kann. Auf jeden Fall habt ihr euch ein loyales Arbeitstier an Land gezogen.
  • Nicht gleich mit Arbeit zuschütten. Erst mal schauen, wie sich das entwickelt.

Tipps für den Verzweifelten:

  • Sag dem Personaler im Gespräch auf keinen Fall, wie sehr dein Leben von seiner Entscheidung abhängt!
  • Reflektiere dich selbst: Was sind deine Stärken, wo kannst du dich verbessern?
  • Erwähne nur die Stärken!

Der Alleskönner

Merkmal: „I am THE MAN, Baby!”.

Stärken: Kann alles, weiß alles. ALLES.

Schwächen: Keine. Okay, vielleicht der Perfektionismus, der ihm im Weg steht.

Herausforderung für HR/Vorgesetzte: Kommt der Alleskönner als Bewerber, ist es schwierig, ihn zu durchschauen und wirklich sicher zu sein, ob er was kann oder alles nur heiße Luft ist. Ist er bereits als Mitarbeiter angestellt, ertragen ihn Kollegen wahrscheinlich nur sehr schwer.

Tipps für HR/Vorgesetzte:

  • Den Bewerbern stellt man am besten eine Fangfrage, also irgendwas, was sie völlig überrascht. Zum Beispiel „Was ist deine Lieblingsfarbe?“. Dann ist erst mal Ruhe.
  • Im zweiten Schritt muss man ihnen klar machen, dass man keine perfekte Maschine angestellt hat, sondern ein menschliches Wesen, das auch Mal imperfekt sein darf. (Außer ihr sucht wirklich eine Maschine, dann müsst ihr den Alleskönner einfach ertragen).
  • Setzt Ziele fest, an denen sich der Alleskönner orientieren kann.

Tipps für Alleskönner:

  • Der braucht doch keine Tipps. Aber ein Buch über Bescheidenheit schadet vielleicht trotzdem nicht.

Das Lästermaul

Merkmal: „Ja, der Frank hat gestern Abend blabla und wusstest du, dass Gina tatsächlich blabla …“.

Stärken: Weiß immer über jeden etwas zu sagen …

Schwächen: … nur leider nie was Gutes.

Herausforderung für HR: Ähnlich wie der Nörgler sorgt das Lästermaul für schlechte Stimmung im Team. Wenn es außerdem bei Vorstellungsgesprächen über den alten Arbeitgeber lästert, ist der Sympathiebonus auch nicht so groß …

Tipps für HR/Vorgesetzte:

  • Stellt gezielt Fragen zum alten Arbeitgeber, um zu sehen, wie professionell sich der Bewerber oder die Bewerberin verhält: Halten sie sich zurück oder legen sie sofort mit dem Lästern los?
  • Sprecht das Lästermaul direkt darauf an, wenn es wieder losrattert. Offensive ist hier die beste Taktik.

Tipps für das Lästermaul

  • Auf keinen Fall schlechte Dinge über die Ex-Kollegen oder den Ex-Chef beim Erstgespräch preisgeben! „Es hat nicht mehr gepasst“ ist das Mantra.
  • Überleg dir vor der nächsten Lästerattacke, wie du dich fühlen würdest, wenn du das Lästerobjekt wärst. Nicht so toll.

Auch in einem Team entsteht immer eine gewisse Dynamik und es kristallisiert sich schnell heraus, wer welche Rolle übernimmt.

Das Alphatier

Merkmal: „Alle mal herhören, wir machen das so!“.

Stärken: Übernimmt Verantwortung und Initiative.

Schwächen: Verträgt sich nicht mit anderen Alphatierchen und lässt wenig Kritik zu.

Herausforderung für HR/Vorgesetzte: Das Alphatier folgt seinem natürlichen Instinkt und geht seinen Weg, um die Führung zu übernehmen. Also Vorsicht.

Tipps für HR/Vorgesetzte:

  • Je nach Alphatier bewundern die Kollegen es und werden ihm überallhin folgen – das Alphatier könnte also eine gute Führungspersönlichkeit sein.
  • Ist es allerdings nicht selbstkritisch, kann die Stimmung im Team schnell kippen. Behaltet es im Auge!
  • Begegnet dem Alphatier auf Augenhöhe. Stellt klare Fragen, um das Gespräch zu lenken.
  • Ihr seid selbst ein Alphatier? Siehe nächster Punkt.

Tipps für Alphatiere:

  • Selbstreflexion! Versuch auch die Meinung anderer anzuhören und deine Handlungen regelmäßig zu hinterfragen.
  • Ein anderes Alphatierchen ist nicht zwingend eine Bedrohung. Überleg dir mal, was ihr vereint erreichen könntet. Ihr werden den Laden übernehmen! Harharhar!

Das Fähnlein

Merkmal: „Ich liebe Ponys!“. Jemand sagt, er mag keine Ponys. „Ich mag Ponys auch nicht“.

Stärken: Extrem harmoniebedürftige Menschen, weshalb es mit ihnen wohl kaum Diskussionen geben wird.

Schwächen: Erwartet von einem Fähnlein keine ehrliche Meinung.

Herausforderungen für HR/Vorgesetzte: Offene Fragen stellen und klare Statements erhalten: Fehlanzeige!

Tipps für HR/Vorgesetzte:

  • Definitiv keine Führungsposition!
  • Stärkt euer Fähnlein mit klaren Aufgaben und lobt es, wenn es wirklich mal seine eigene Meinung äußern sollte.

Tipps fürs Fähnlein:

  • Es bricht nicht der dritte Weltkrieg aus, wenn du vor den Kollegen zugibst, dass du Ponys magst.
  • Du bist jetzt 35: Zeit, sich Eier wachsen zu lassen.

Der Nörgler

Merkmal: „Ach, nööööööö!“.

Stärken: Nörgeln.

Schwächen: Nörgeln.

Herausforderung für HR: Durch seine destruktive Grundhaltung sorgt der Nörgler für schlechte Stimmung im Team.

Tipps für HR/Vorgesetzte:

  • Wenn ihr Zeit und Muße habt, versucht in einem offenen Gespräch herauszufinden, warum der Nörgler unzufrieden ist. Denn die Nörgelei kommt in den meisten Fällen nicht von ungefähr.
  • Eine Alternative wäre die Abmachung, dass man den Nörgler jedes Mal, wenn er wieder loslegt, darauf aufmerksam machen darf. „Du tust es schon wieder!“. Da kann man das ganze Team einspannen.

Tipps für den Nörgler:

  • Selbstreflexion.
  • Ein spannendes und zufriedenstellendes Hobby zulegen.
  • Aufhören zu nörgeln.

Kommen wir zu den Cheftypen, unseren Favoriten. Spätestens jetzt muss euch doch jemand bekannt vorkommen?

Der „lustige“ Kumpelchef

Merkmal: „Yo, Brudi, was geht?“.

Stärken: Die meisten Mitarbeiter bevorzugen diese Art von Chef, er ist beliebt.

Schwächen: Aufgrund seiner Art mangelt es ihm teilweise an Autorität.
Herausforderung für die Mitarbeiter: Man kann den Kumpelchef schnell unterschätzen und seine Lockerheit überstrapazieren.

Tipps für die Mitarbeiter:

  • Ein Kumpelchef ist nicht selbstverständlich: Wisst ihn zu schätzen, solange er so locker ist! Respektiert ihn.

Tipps für die Kumpelchefs:

  • Nicht immer ist es angebracht, witzig zu sein. In gewissen Momenten ist Ernsthaftigkeit angebracht. Besprecht wichtige Dinge in einem Sitzungszimmer, statt bei einer Zigarette draußen. Das gibt dem Ganzen die nötige Portion Seriosität.

Der Narzisst

Merkmal: „Mann, bin ich gut!“.

Stärken: Meint, er ist der Geilste.

Schwächen: Ist nicht der Geilste.

Herausforderung für die Mitarbeiter: Der Narzisst hält ganz viel von sich selbst, aber leider sehr wenig von seinen Mitarbeitern.

Tipps für die Mitarbeiter:

  • Es ist in diesem Fall sinnvoller, sich mit der Kritik zurückzuhalten und zu allem Ja und Amen zu sagen. Ihr arbeitet nicht länger in einer demokratischen Einrichtung, das ist eine Diktatur.
  • Ja nicht auffallen, immer lächeln.
  • Rauchen könnte helfen.
  • Wenn ihr könnt: Kündigt!

Tipps für den Narzissten: Der Narzisst braucht keine Tipps, er hört sowieso nicht zu.

Die Verpeilte

Merkmal: „Wo ist mein Schlüssel? Hast du mein Handy gesehen? Mist, ich bin zu spät!“.

Stärken: Ist meist ziemlich unterhaltsam.

Schwächen: Kann ohne Hilfe nicht arbeiten.

Herausforderung für die Mitarbeiter: Kann sehr schnell nervig werden. Und es ist schwierig nicht zu vergessen, dass es sich hierbei eigentlich um die eigene Chefin (oder den Chef) handelt.

Tipps für die Mitarbeiter:

  • Am besten einfach mitspielen und möglichst viel helfen. Mit der Zeit weiß man als Mitarbeiter eigentlich schon im Voraus, was passieren wird (etwa das volle Glas nahe der Tischkante … ) und kann vorbeugen.

Tipps für die Verpeilte: Was?

Übrigens, die Benutzung von weiblicher und männlicher Form ist rein zufällig und nur aus Platzgründen nicht bei jeder Beschreibung doppelt benutzt worden. Und zuletzt ist sie mit einem kleinen Augenzwinkern zu genießen. Habt ihr euch wiedererkannt? 

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4 Kommentare
Jens Stifter
Jens Stifter

Die Lästermäuler sind die schlimmsten und können dafür sorgen, dass ein ganzer Betrieb nicht mehr miteinander klarkommt. So jemanden würde ich niemals in mein Team aufnehmen.

Antworten
unicornfähnchen-hetero-M
unicornfähnchen-hetero-M

denke eine mischung aus narzist, fähnchen und harmonie bedürftigt.
wobei ich schon eine eigene meinung habe die aber nicht immer und nicht zu jeder zeit jedem mitteilen muss, vorallem wenn es um privates geht. bin ich der meinung ich muss einschreiten tu ich dies auch. und wenn ich wirklich davon überzeugt bin die richtige antwort zu sagen beharre ich auch darauf egal was kollegen sagen.

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heureka47
heureka47

Dann gibts da noch den, der die Zusammenhänge – und gemeinsame Ursache – erkennen kann. Er meint:

„Das sind alles nur verschiedene Symptome der EINEN (Grund-)Störung (M. Balint).“

„Die Erwachsenen der modernen Gesellschaft sind nicht erwachsen“ faßte Erich Fromm das Problem in einem Satz zusammen.
„Der Untergang des Abendlandes“ (O. Spengler) ist die Gefahr, in der wir demzufolge schweben.

„Gesellschaftsneurose“ und „Kakokratie“ nennt es Hermann Oberth;
„Die Krankheit der Gesellschaft“ heißt es bei W. Kütemeyer;
„kollektive Neurose“ ist der (Gattungs-)Begriff in der Soziologie.
„Zivilisation“ ist hauptsächlich die Symptomatik dieser schlimmsten Krankheit (überhaupt).

Antworten
Phoenix
Phoenix

Da fehlt noch der unzuverlässige A****loch-Chef. Ist noch eine Ecke übler als der Narziss. Ich hatte mal so einen, der hielt sich für absolut göttlich (was sich auch in diversen Machtspielchen zeigte, ich war mal da, um meinen Lohn abzuholen und er hat mich weit über eine Stunde warten lassen, um dann kurz aus seinem Büro zu kommen, mir grußlos den Umschlag in die Hand zu drücken und dann wieder zu verschwinden), war aber eigentlich eine faule Sau. Trug sich mit in den Dienstplan ein zum Arbeiten und tauchte dann nicht auf, so dass man dann mehrere Stunden alleine an der Kasse (in einer Tankstelle in der Abendschicht) stand und nicht mal aufs Klo gehen konnte. Wenn was schief lief, waren immer die Mitarbeiter schuld. Einarbeitung war unter aller Kanone, weil keiner wirklich lange genug da blieb, um erfahren genug zu sein zum Einarbeiten.

Das Ding war dann eine Zeitlang zu und inzwischen unter neuem Management.

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