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199-Euro-Smartphone im t3n-Test: Ubuntu for Phone und das Aquaris E5 HD

Das BQ Aquaris E5 HD kommt mit solider technischer Ausstattung und als Besonderheit mit einer Edition, die Ubuntu als Betriebssystem hat. Wir haben das Gerät für euch getestet und zeigen, was es kann.

Von Johannes Schuba
8 Min. Lesezeit
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Das BQ Aquaris E5 HD. (Foto: Johannes Schuba)

Manchmal erinnern mich Smartphones an einen Roman. Beim E5 HD ist es vor allem der Klappentext, der mit technischen Daten überzeugt und bei einem günstigen Preis keiner großartigen Überlegungen bedarf, um sich zum Kauf durchzuringen. Solide technische Ausstattung trifft auf ein spannendes Betriebssystem. Aber wie ein Roman beim Lesen, muss sich das Smartphone in der Alltagsnutzung beweisen.

Manchmal erinnern mich Smartphones an einen Roman. Das BQ Aquaris E5 HD hat auch einige Gemeinsamkeiten damit. (Foto: Johannes Schuba)

Manchmal erinnern mich Smartphones an einen Roman. Das BQ Aquaris E5 HD hat auch einige Gemeinsamkeiten damit. (Foto: Johannes Schuba)

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Das Aquaris E5 HD ist eins der Smartphones, das – nachdem es schon eine Version mit Android gab – auch mit Ubuntu als Betriebssystem zu haben ist. Das schon seit einigen Jahren geplante und entwickelte System von Canonical macht einiges anders als die großen Brüder Android, iOS und Windows Phone. BQ als Hersteller ist hierzulande noch eher unbekannt, in Spanien aber schon ein recht großer Anbieter mit beachtlichen Verkaufszahlen. Wir haben das E5 HD einige Zeit getestet und zeigen euch, was das Smartphone kann und wie weit Ubuntu Phone inzwischen ist.

Das Look and Feel des BQ Aquaris E5 HD

Trotz des Preises von nur 199 Euro macht BQ beim Aquaris E5 HD einiges richtig. Das Plastik-Gehäuse ist gut verarbeitet und liegt gut in der Hand. Einzig der Übergang, an dem Vorder- und Rückseite aufeinandertreffen, fällt beim Anfassen des Geräts auf. Mit seinen 134 Gramm hat das E5 ein angenehmes Gewicht und wird auch nach längerer Bedienung nicht zu schwer.

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Anders als man erwarten würde, ist die Rückseite kein Fingerabdruck-Magnet. (Foto: Johannes Schuba)

Anders als man erwarten würde, ist die Rückseite kein Fingerabdruck-Magnet. (Foto: Johannes Schuba)

Das E5 HD macht auf dem Schreibtisch einen eleganten Eindruck. Sowohl Front- als auch Rückseite sehen schlicht aus, und entgegen des ersten Eindrucks ist die Rückseite kein Fingerabdruck-Magnet. Auf der Unterseite finden sich der Micro-USB-Anschluss und die Lautsprecher, auf der Oberseite der Einschub für die Micro-SD-Karte und der Klinkenausgang. Auf der linken Seite sind die beiden Micro-Simkarten-Slots verbaut, rechts die Lautstärke-Wippe und der Ein- und Ausschalter, die insgesamt einen angenehmen und deutlichen Druckpunkt haben. Sind die Lautstärke-Tasten noch angenehm platziert, liegt der Power-Button nur knapp von der oberen Ecke entfernt. Beim Betätigen muss da schon oft umgegriffen werden, um ihn zu erwischen, aus Gewohnheit drückt man meist eher die Lautstärke-Wippe.

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Die Hardware und das Display des BQ Aquaris E5 HD

Als Prozessor kommt ein MediaTek-vier-Kern-Prozessor zum Einsatz, der mit bis zu 1,3 Gigahertz taktet. Ihm zur Seite steht ein Gigabyte Arbeitsspeicher. Nicht unbedingt dadurch, sondern mehr softwareseitig bedingt, hakt das System an einigen Stellen noch ein bisschen, dazu aber später mehr.

Das Aquaris E5 HD
Manchmal erinnern mich Smartphones an einen Roman. Das BQ Aquaris E5 HD hat auch einige Gemeinsamkeiten damit. (Foto: Johannes Schuba)

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Das Display löst auf den fünf Zoll Größe mit HD auf. Betreibt man an der Stelle Pixelzählerei, fallen einem natürlich ab und zu einzelne Bildpunkte auf, im Alltagsgebrauch fällt das aber nicht wirklich ins Gewicht. Die Farbdarstellung und die Blickwinkel sind gut, beim Neigen des Geräts entstehen keine nervenden Farbverfälschungen oder ähnliches.

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Die Kamera – oder das, was beim guten Roman die Durststrecke ist

Was man in einem guten Roman eine Durststrecke nennen würde, ist beim BQ Aquaris E5 wohl die Kamera. Wie bei so vielen Smartphones ist sie nicht wirklich gut. Schon bei Tageslicht bekommen Nutzer eher durchschnittliche bis mäßige Fotos, die leicht verschwommen sind – die Farbdarstellung ist blass. Von Fotos in Dämmerung oder Dunkelheit sollte man lieber absehen. Videos können in Full-HD-Auflösung aufgenommen werden. Natürlich ist in diesem Kapitel auch der günstige Preis eine Ursache dafür. Für einen Schnappschuss reicht die Kamera, wer darüber hinaus kreativ werden will, sollte zu einer separaten Kamera greifen. Die Front-Kamera kann noch weniger überzeugen als die auf der Rückseite.

Nicht gerade berauschend: Die Qualität von Fotos mit dem Aquaris E5 HD. (Foto: Johannes Schuba)

Nicht gerade berauschend: Die Qualität von Fotos mit dem Aquaris E5 HD. (Foto: Johannes Schuba)

Vor allem bei der Kamera-App wird viel Potenzial verschenkt. Die Einstellungen, die getätigt werden können, sind das größte „Rätsel“ innerhalb der App. Es lassen sich keine Einstellungen wie ISO-Wert, Blende oder Verschlusszeit tätigen, nach dem Weißabgleich sucht man ebenso vergebens. Durch das Ermöglichen solcher Einstellungen wäre sicher noch einiges aus der eingebauten Kamera rauszuholen. Natürlich lässt sich der integrierte Blitz ein- und ausschalten, und auch HDR-Aufnahmen sowie ein Selbstauslöser, das Hinzufügen des Standorts in den EXIF-Daten des Fotos oder die Qualität lassen sich in den Einstellungen festlegen. Gerade auch mit einem fotografischen Blick wünscht man sich die oben genannten fehlenden Einstellungen und fragt sich, warum sie fehlen, wenn mit der Möglichkeit, ein Raster des goldenen Schnitts anzuzeigen, schon ein guter Ansatz gemacht ist.

Wenn die Durststrecke vorbei ist: Die Akkulaufzeit des BQ Aquaris E5 HD überzeugt

Hat man die Durststrecke in einem Roman überwunden, hat man meist noch viel Spaß am guten Buch. So ist das mit dem E5 in puncto Akkulaufzeit. Stehen auf dem Papier 2.500 Milliamperestunden an Kapazität, zeigt die Praxis, das die für einiges gut sind.

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Bei durchschnittlicher Nutzung mit Messaging, dem Checken von Twitter, Facebook und Co. sowie dem dazugehörigen Surfen im Netz daheim und unterwegs kommt man gut und gern auf zwei Tage, bis das Smartphone wieder an die Steckdose muss. Gerade im Standby verbraucht es sehr wenig Strom. Durchaus eine Hausnummer, die man sich bei anderen Geräten auch wünschen würde.

Die richtig guten Kapitel: Wie mich die die Software überzeugte

Zu dem, was im Buch die richtig starken Kapitel sind, ist die Software des BQ Aquaris E5 HD. Wie schon geschrieben, haben wir die Ubuntu-Version getestet, das E5 HD gibt es auch in einer Ausführung mit Android. Als Digital Native gab es beim Neueinstieg in das mobile Ubuntu einige Herausforderungen, nach der Eingewöhnung hat mich das System aber größtenteils überzeugt. Mir persönlich gefällt Ubuntu als Desktop-Betriebssystem recht gut und daher war ich gespannt auf die Software, die mit dem E5 HD kommt. Insgesamt wurde sie von BQ nur auf das Gerät angepasst und kommt ansonsten mit keinen harten Eingriffen außer ein paar vorinstallierten Scopes, wie die Homescreens genannt werden. Wie ich weiter oben bei der Kamera-App schon geschrieben habe, hätte man sich das genau an der Stelle aber gewünscht.

Die Bedienung bei Ubuntu für Smartphones unterscheidet sich an einigen Stellen. Die Homescreens, sogenannte Scopes, lassen sich individuell auswählen. (Foto: Johannes Schuba)

Die Bedienung bei Ubuntu für Smartphones unterscheidet sich an einigen Stellen. Die Homescreens, sogenannte Scopes, lassen sich individuell auswählen. (Foto: Johannes Schuba)

Einen allgemein sehr positiven Eindruck macht, dass sich regelmäßig Systemupdates bemerkbar machen. Sie lassen sich ohne Probleme aufspielen und sind innerhalb weniger Minuten erledigt. Insgesamt muss man bei Ubuntu auf dem Smartphone aber auch bedenken, dass es sich dabei bis jetzt eher um Versionen für Interessierte und Early Adopter handelt und sie noch nicht unbedingt für den Otto-Normal-Verbraucher gedacht sind. Dafür macht Ubuntu for Phones aber schon einen recht ausgewachsenen Eindruck.

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Die Performance der Apps und die fehlende App-Vielfalt

Einzig und allein die Performance ist noch mal eine der Kehrseiten in einem ansonsten guten Kapitel. Apps, die noch nicht im Arbeitsspeicher liegen, brauchen teilweise mehr als fünf Sekunden für den Kaltstart. Sind sie aber einmal geöffnet und man wechselt wieder zu ihnen, sind sie direkt da. Auch in den Apps gibt es teilweise einige Hänger, die bei einem Quad-Core-Prozessor nicht sein sollten und mit zukünftigen Versionen hoffentlich der Vergangenheit angehören. Unter anderem brauchen Websites im Browser auch bei schneller Internetverbindung übers WLAN recht lange zum Laden.

Eins der größten Probleme von Ubuntu auf dem Smartphone: die App-Vielfalt. (Foto: Johannes Schuba)

Eins der größten Probleme von Ubuntu auf dem Smartphone: die App-Vielfalt. (Foto: Johannes Schuba)

Zieht man den Vergleich zu Android und iOS, fehlt vor allem eins: die App-Vielfalt. Ein bisschen erinnert Ubuntu for Phones in dem Bereich an Windows Phone, bei dem das auch heute teilweise noch so ist. Praktisch ist die Website von Brian Douglass, die eine gute Übersicht und Filtermöglichkeiten für Ubuntu-Phone-Apps bietet. Bekannte Vertreter wie WhatsApp sind beispielsweise nicht vorhanden, die Twitter-App bringt nur die wenig praktische mobile Website.

Sehr überzeugend: Das Bedienkonzept von Ubuntu for Phones

Der Lockscreen zeigt verschiedene Informationen vom aktuellen Tag an – beispielsweise die geschossenen Fotos. (Screenshot: Ubuntu)

Der Lockscreen zeigt verschiedene Informationen vom aktuellen Tag an – beispielsweise die geschossenen Fotos. (Screenshot: Ubuntu)

Wie der starke Schluss im Roman ist das Bedienkonzept von Ubuntu Phone. Der Lockscreen zeigt verschiedene Informationen wie die Anzahl der heutigen Fotos, Anrufe oder SMS an. Nach dem Entsperren gelangt man auf den Homescreen. Aus jeder App genügt ein Wisch von links, um wieder dorthin oder zur Startleiste zu kommen, die man auch schon von Ubuntus Desktop-Oberfläche Unity kennt. Dort sind die favorisierten Apps und die abgelegt, die gerade laufen. Außerdem gelangt man von dort wieder auf den Homescreen, der auch ein leicht anderes Konzept verfolgt. Es gibt mehrere davon, sogenannte Scopes, die auch Drittanbieter-Apps mitbringen können. Sie lassen sich entweder kombinieren oder einzeln als Scope nutzen. So kann man sich per Swipe die verschiedensten Informationen zusammensuchen, die wiederum an die Unity-Lenses im Desktop-Pendant erinnern. Eins der Scopes ist die Übersicht aller Apps. Innerhalb von Apps wird immer oben links in der Ecke zurück navigiert, da es keine On-Screen- oder kapazitiven Buttons gibt. Mit einem Wisch vom rechten Rand zur Mitte erscheint die Übersicht mit den aktuell geöffneten Apps. Natürlich gibt es auch eine Benachrichtigungsleiste, die neben den eingehenden E-Mails auch Reiter für verschiedene Einstellungen wie Netzwerk, Standort oder die Lautstärke beherbergt.

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Das insgesamt brachte auch für mich als Digital Native und gewöhnten Android- und iOS-User schon in den ersten Stunden mit dem Gerät etwas Umgewöhnung mit sich. Aber je tiefer ich einstiegen bin, desto mehr Spaß hat mir das unterschiedliche Bedienkonzept gemacht.

Fazit: Ein guter Roman – mit offenem Ende

Insgesamt ist das Aquaris E5 HD in der Ubuntu-Edition also ein guter Begleiter für den Alltag. Die Haptik ist im Hinblick auf den günstigen Preis gut, unter der Haube bietet es theoretisch genug Leistung und das Display ist solide. Natürlich ist die Kamera kein Glanzstück und hat noch viel Potenzial nach oben. Positiv überzeugt das Smartphone aber im Akkubereich, der den Nutzer locker über zwei Tage bringt.

Ein zweigespaltener Teil ist auf jeden Fall das Kapitel der Software. Das Bedienkonzept überzeugt und hebt sich von den anderen mobilen Betriebssystemen ab. Aber: Die App-Vielfalt ist noch nicht allzu groß und die Performance könnte an einigen Stellen besser sein.

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Insgesamt ein gelungenes Paket, das BQ Aquaris E5 HD in der Ubuntu-Edition. (Foto: Johannes Schuba)

Insgesamt ein gelungenes Paket, das BQ Aquaris E5 HD in der Ubuntu-Edition. (Foto: Johannes Schuba)

Und so wie mancher Roman endet auch dieser Artikel mit einem offenen Ende. Es bleibt spannend, die Zukunft von Ubuntu für Smartphones zu beobachten und es immer wieder zu testen. Wenn die Performance noch besser wird und sich immer mehr und mehr Apps im Store finden, wird Ubuntu sich sicher auch auf mobilen Systemen weiter verbreiten.

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Ubuntu führt Android vor

Mit der Updatefähigkeit kann man Android locker und völlig zu recht als schlechter darstellen.

Leider ist die Hardware nicht gut. 2GB/3GB sind bei 299Euro normal.
FullHD, 2GByte RAM kommen langsam auch in die 199-Euro-Reichweite. (1) ist teilweise schon was älter was aber heisst das diese Modelle billiger oder für weniger Geld ähnliche oder bessere Modelle vorgestellt worden sein dürften.

In besseren Ländern könnte man ein Crowdfunding für Ubuntu@…beliebtes-China-Smartphone… organisieren. Speziell wegen
https://t3n.de/news/china-highend-smartphones-637627/
Das wäre vermutlich billiger als man denkt.

„Das Display löst auf den fünf Zoll Größe mit HD auf“
720 ist auch HD und war fast 10 Jahre lang der führende HD-Standard (Siehe Apple2TV) der USA. Hier in Europa hingegen setzte sich dankenswerterweise das echte FullHD durch.
Es wäre schön genauer als die Copy-Paste-Konkurrenten die Versions-Nummern von Standards oder halt die exakte Auflösung zu benennen oder z.b. ob nur bald veraltete SDhc mit 32GB-Grenze oder die zukunftsträchtigen SDxc-Micro-SD-Karten genutzt werden können. Bei USB sollte man bald auch die Version dranschreiben. Speziell wenn es einen C-Stecker haben sollte. Micro-USB am Handy = USB2 ist wohl gängig aber eine 2.0 danebenzuschreiben ist weniger schlimm und auch informativer als Bilder-Klickstrecken.

Der Korrektor sollte darauf achten. Und Bad-Word-Listen entsprechend ergänzt werden, damit man die korrekte Version dranschreibt. Auch bei HDMI ist ultrawichtig ob 2.0 oder nur 1.3/1.4 oder ob ein Router ‚ac‘ oder nur ‚a‘ kann.

(1):
http://www.golem.de/news/xiaomi-redmi-note-2-neues-smartphone-mit-mediatek-top-chip-fuer-112-euro-1508-115751.html
http://www.golem.de/news/bq-aquaris-e5-full-hd-5-zoll-smartphone-mit-full-hd-display-fuer-unter-220-euro-1501-111411.html
http://www.golem.de/news/medion-lollipop-smartphone-mit-glasrueckseite-fuer-250-euro-1508-116006.html

Antworten
Jürgen

Was nützt mir die Flexibilität und Stabilität von Unix/Linux/Ubuntu, wenn es das, worauf es ankommt, nicht hat: APPS ?!?
Da kann ich mir auch gleich ein Dummphone für 29,95 kaufen, da hält der Akku aber 2 Wochen. Ein Quengel-Produkt für Nerds.

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