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Ratgeber

Der Wau-Effekt: Darum solltet ihr über einen Bürohund nachdenken

(Foto: Mirjanda/Shutterstock)

Er ist strubbelig, hat keine Ahnung von Zahlen und riecht manchmal aus dem „Mund“: Warum ein Bürohund trotzdem manchmal der beste Kollege ist, verraten wir euch in diesem Artikel.

Ein Hund im Büro? HALLO? Da kann ich mir ja gleich meine eigene Kündigung schreiben!

Immer mehr deutsche Büros kommen auf den Hund und nehmen die niedlichen Vierbeiner in ihren Kollegenkreis auf. Habt ihr auch schon einen Hund im Büro? Oder halten es eure Chefs noch mit Stromberg und antworten auf entsprechende Anfragen mit einem „Hund im Büro? HALLO? Da kann ich mir ja gleich meine eigene Kündigung schreiben!“?

Dann solltet ihr ihnen mal ein paar Argumente vorlegen, die sie vielleicht umstimmen werden. So hat zum Beispiel Randolph T. Barker von der Virginia Commonwealth University (und ja, to bark heißt auf Deutsch bellen, weswegen er wohl geradezu prädestiniert für diese Studie gewesen sein dürfte) im Jahr 2012 herausgefunden, dass Hundebesitzer, die ihren Vierbeiner mit zur Arbeit nehmen dürfen, sich messbar weniger gestresst fühlen als ihre Kollegen. Darüber hinaus, so das Fazit der Studie, könne die Anwesenheit von Hunden am Arbeitsplatz „sogar die Zufriedenheit aller Mitarbeiter einer Organisation steigern.“

Bürohunde sorgen für weniger Stress

Hermann hat als Bürohund von Beebop Media deutschlandweite Berühmtheit erlangt. Mittlerweile hat er mit #hermannsleeps seinen eigenen Hasthag auf Instagram. (Foto: madbutphat / Instagram)
Hermann hat als Bürohund von Beebop Media deutschlandweite Berühmtheit erlangt. Mittlerweile hat er mit #hermannsleeps seinen eigenen Hasthag auf Instagram. (Foto: madbutphat / Instagram)

„Das Geheimnis: Das Hormon Oxytocin.“

Und Barker ist nicht der Einzige, der den positiven Einfluss von Tieren auf unsere Stressresistenz, unsere Gesundheit und unser Konzentrationsvermögen belegen konnte. Es gibt vielmehr eine Reihe von Forschungen, die ähnliche Ergebnisse zutage gefördert haben. Heute weiß man, dass das vor allem mit Oxytocin zusammenhängt: einem Hormon, das beispielsweise auch zwischen Müttern und ihren neugeborenen Kindern eine wichtige Rolle spielt. Oxytocin erhöht die Bindung und animiert zu sozialen Kontakten, es senkt den Blutdruck, verlangsamt die Herzfrequenz und hilft dabei, das Stresshormon Cortisol abzubauen. Bei regelmäßigen Streicheleinheiten schütten Hunde und Menschen Oxytocin aus.

Ein Hund im Büro als Sympathiefaktor

Daneben fördern noch weitere Faktoren die Gesundheit der Mitarbeiter: Die notwendigen Spaziergänge beispielsweise sorgen für regelmäßige Pausen und Bewegung an der frischen Luft. Und auch Spielpausen können helfen, Anspannung im Job abzubauen. Der Bundesverband Bürohund e.V. fasst die Vorteile für Unternehmen und ihre Mitarbeiter so zusammen:

  • Senkung des Herzinfarkt- und Schlaganfall-Risikos
  • weniger Burnout-Gefahr
  • Senkung der Risiken für sonstige psychische Erkrankungen
  • weniger Fehltage
  • Einsparung von Krankenkosten für den Arbeitgeber

Gut fürs Image

Auch im „War for Talents“ könnten Firmen sich durch einen „Hundebonus“ von der Konkurrenz absetzen, heißt es weiter. Arbeitsklima und Motivation im Team profitierten ebenfalls durch einen Vierbeiner, und auch das Teambuilding bei neuen Arbeitsgruppen werde durch einen Bürohund unterstützt. Das haben auch große Firmen wie etwa Google erkannt, bei denen ein Bürohund zu den gerne gewährten Mitarbeiter-Benefits zählt. Google selbst bezeichnet sich gegenüber seinen Investoren als „Dog Company“ und führt aus: „Die Zuneigung für unsere hündischen Freunde ist ein integraler Bestandteil unserer Unternehmenskultur.“ Konkurrent Amazon zählt mehr als 6.000 Hunde zu den regelmäßigen Besuchern seines Hauptquartiers in Seattle. Man schätze nicht nur den Spaß und die Dynamik, die sie in den Arbeitsalltag brächten, erklärt der Konzern – indem die Hunde dafür sorgten, dass sich Mitarbeiter in ihren Pausen treffen oder zufällig über den Weg laufen, seien sie auch ein gern gesehenes verbindendes Element.

Übrigens können Hunde auch jenseits von Employer-Branding-Maßnahmen eine gute Figur in der Außenkommunikation eines Unternehmens machen. So wie Hermann: Die Bulldogge des Hamburgers Sven Wiesner machte als Bürohund bei Beebop Media Karriere und scharte schnell eine ganze Fangemeinde im Netz um sich – darunter längst nicht nur potenzielle neue Beebop-Mitarbeiter, sondern auch Kunden und Partner der Agentur. Der charismatische Vierbeiner begleitete sein Herrchen sogar zum Business-Punk-Fotoshooting. Mittlerweile ist Wiesner als selbstständiger Social-Media-Berater tätig. Hermann gewährt unter dem Hashtag #hermannsleeps immer noch witzige bis skurrile Einblicke in sein Hundeleben auf Instagram, die regelmäßig mehrere hundert Likes bekommen.

Bedingungen und Grenzen für einen Bürohund

Trotz all dieser Argumente ist es natürlich keine gute Idee, einfach mit einem Hund im Schlepptau im Büro aufzutauchen und das Team vor vollendete Tatsachen zu stellen. Macht euch bewusst, dass nicht jeder ein Hundeliebhaber ist – und das sollte, bei aller Begeisterung, ernsthaft im Kollegenkreis besprochen werden. Sonst kommt es möglicherweise zu unschönen Situationen, wie sie etwa Alex Rodeck bei Edition F schildert. Sie vermutet: „Viele Leute trauen sich genauso wenig wie ich, etwas gegen die felligen Kolleg*innen zu sagen. Wenn der Rest der Belegschaft auf das Tier steht, ist man der totale Buhmann, wenn man sich dagegen ausspricht und dann am Ende der Hund nicht mehr anwesend sein darf.“

Damit es nicht dazu kommt, sollten folgende Rahmenbedingungen für einen Hund im Büro auf jeden Fall erfüllt sein:

  • Erlaubnis durch die Geschäftsleitung: absolut notwendig, ansonsten drohen Konsequenzen
  • Aufrichtiges Einverständnis der Kollegen (das gilt insbesondere, wenn jemand Angst vor Hunden hat! Gegebenenfalls im Team feste „Hunderegeln“ vereinbaren und schriftlich festhalten)
  • Keine Allergiker im Team (ein K.O.-Kriterium)
  • Ein fester Rückzugsort mit Schlafplatz, Wassernapf und tiergerechtem Spielzeug für den Hund
  • Der Hund muss gut erzogen sein und kein Problem damit haben, sich auch mal längere Zeit still zu verhalten

„Halter sollten jederzeit auf Stresssignale achten und entsprechend reagieren.“

„Der Hund muss jederzeit die Möglichkeit haben, sich zurückzuziehen“, sagt auch Lea Schmitz vom Deutschen Tierschutzbund. „Der Halter sollte jederzeit auf Stresssignale achten und entsprechend reagieren. Die Pausen sollten natürlich dem Hund gewidmet werden. Auch vor der Arbeit sollte man noch mal eine Runde drehen.“ Und auch die Anfahrt zur Arbeit solle nicht zu stressig sein: „Der Hund sollte das Autofahren gewöhnt sein. Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln sind für die meisten Tiere mit Stress verbunden, gerade im stark frequentierten Berufsverkehr.“ Generell gelte aber: „Die meisten Hunde sind gerne überall mit dabei und freuen sich, Herrchen oder Frauchen auch auf die Arbeit begleiten zu können.“ Wer seinen Hund mit zur Arbeit nehme, beuge auch der sozialen Vereinsamung seines Haustiers vor.

„Kollege Hund“: Ein Schnuppertag für Bürohunde

Der Deutsche Tierschutzbund selbst ist von den positiven Wirkungen für Hunde und Mitarbeiter so überzeugt, dass er den Aktionstag „Kollege Hund“ ins Leben gerufen hat. Hier öffnen Firmen ihre Türen einen „Schnuppertag“ lang für die Hunde ihrer Mitarbeiter. Weitere Infos dazu findet ihr auf der Aktions-Website „Kollege Hund“ des Tierschutzbundes.

Fluffige Kollegen: In diesen Unternehmen geht ohne Bürohund nichts mehr
Jamie von sagner-heinze beherrscht das 10-Krallen-System nahezu perfekt.

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Bei diesem Artikel handelt es sich um eine Überarbeitung eines Artikels aus 2015. Letztes Update: 28. August 2018.

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10 Reaktionen
ICU

Aufwärmen eines Artikels aus 2015?

Davon abgesehen:

Das der Hundebesitzer sich über seinen Hund im Büro freut ist nicht verwunderlich. Und das er womöglich weniger Stress hat.

ABER: als Nichthundebesitzer habe ich dann aber mehr Stress. Ich mag keine Hunde, sondern Goldfische!

Darf ich jetzt ein Aquarium aufstellen?
Und was ist mit einem Papagei?
Oder einem Meerschweinchen?
Was machen getresste Ponybesitzer, wenn ihr Liebling nicht im Büro ist?

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Lea Weitekamp

Hallo ICU, danke für den Hinweis. Ich hatte tatsächlich vergessen, den Hinweis am Artikelende zu ändern. Der Artikel wurde 2015 zuerst veröffentlicht, ich habe ihn aber für dieses Update (28.08.2018) deutlich überarbeitet. Unter anderem auch, um den kritischen Aspekt, den du in deinem Kommentar ansprichst (wollen das wirklich alle Kollegen?) mit aufzugreifen.

Viele Grüße aus der Redaktion,
Lea

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alex

Ich mag eure Seite eigentlich voll. Der Bericht hier ist aber nicht wirklich objektiv und sachlich. Ich erkenne die eigentliche Problematik bei dem Thema hier nicht wieder. Nur Aussagen vom BV Bürohund zu nehmen geht leider am Thema vorbei, da hier kaum Rücksicht auf andere genommen wird. Ich habe diesen Beitrag gefunden und empfehle ihn, da er objektiv ist und sich an Fakten orientiert: https://gesundheit-managen.de/hund-und-arbeit/

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krkrkr100

Wir haben sogar 4 Hunde im Team - ohne die hätten wir niemanden, der unsere Produkte aus erster Hand auf Qualität und Akzeptanz testen würde.
https://talesandtails.de

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dotsunited

Super!

Unser Fred freut sich sehr auf den 28.06. und hat zugesichert an dem Tag mal nicht 8 Stunden zu schlafen

Fred: https://www.facebook.com/dotsunited/photos/a.10150351290671145.387798.201299076144/10155173507171145/?type=3&theater

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Katharina Rieland

Auch wenn er laut schnarcht und eine Vorliebe für's Karton-zerkleinern hat... wir können auf unseren Bürohund Paul nicht mehr verzichten: Feelgood-Manager, Kuschelkumpel und Pausenbegleiter in einem! http://kajado.de/kollege-hund-oder-warum-wir-vorerst-keinen-feelgood-manager-benoetigen/

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Lutz Lungershausen

Schwierig wirds nur dann, wenn Allergiker im Team sind oder ein Schnuffi noch nicht stubenrein ist. Emma, Elfie und Wilma sind unsere hochbeliebten Under-Desk-Dogs.

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Norbert

Unser Bürohund Käthe (Position: Custom Relationship Managerin) ;) ist auch medial vertreten und übernimmt einen Teil des Storytellings auf unserem Blog. http://blog.upstalsboom.de/hund-kundenpflege-artgenossen/

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Anonymous

BTW, mir stellt sich die Frage, ob "War for Talent(s)" vom BVBH hier nicht eher als Buzzword missbraucht wird. Wobei, kommt auf die Definition von "Talent(s)" an - hat das nun jeder oder sind damit nur "die Besten" gemeint? Falls letzteres:

Den Hund erlauben kostet ja erst mal nichts, ist also keine Maßnahme, die irgend einer Büro-Firma aus finanziellen Gründen vorenthalten ist. Also auch wer nicht (wirklich) auf der Jagd nach den Besten ist (wie also die meisten Unternehmen), kann dem vermeintlichen Vorteil aktivieren, und so zwar nicht unbedingt die Talente überzeugen, aber dann wenigstens im Kampf um die zweite Garde profitieren.

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Sabine

Wir haben, wenn's hoch kommt, sogar 3 Hunde im Büro. Die Punkte oben treffen voll zu. Wenn dann doch mal der Fall eintritt, das gar keiner da ist, fehlen die Wuffis extrem und die täglichen Streicheleinheiten zur seelischen Beruhigung gehen ab.

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