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Ratgeber

Warum Futures-Thinking uns wieder handlungsfähig für die Zukunft macht

(Foto: Shutterstock / T.Dallas)

Wenn es um die Zukunft geht, stagniert die Zuversicht. Visionslosigkeit und Handlungsunfähigkeit sind verbreitete Barrieren. Wie schaffen es Unternehmen aber, unter extremer Unsicherheit zu entscheiden?

Keine Frage: Die Innovationsmethode Design-Thinking ist perfekt, um Probleme im Hier und Jetzt zu lösen. Im Prozess fokussiert man sich auf die Welt der Nutzer und findet Innovationen, indem man Probleme löst. In Bezug auf die fernere Zukunft kommt man mit diesem Ansatz jedoch nicht weiter. Denn bevor man sich überhaupt auf die Lösung zukünftiger Probleme fokussieren kann, müssen erst einmal neue Perspektiven her.

Die Futures-Thinking-Methode bietet dafür die adäquate Möglichkeit: Zukunftsszenarien werden dabei holistisch und systemorientiert entwickelt. Das Denken wird – im Gegensatz zum Design Thinking – nicht enger, sondern weiter. Mit dem Effekt, dass Unternehmensvisionen aktiviert werden und man so einen Weg aus der Stagnation heraus finden kann.

Warum Futures-Thinking besser geeignet ist als Design-Thinking

Fragt man Manager, wie ihre Unternehmen in fernerer Zukunft aussehen werden – also in etwa 30 bis 40 Jahren –, blickt man erst einmal in leere Gesichter. Je vielschichtiger die Zeiten sind, desto mehr verharren die Entscheider in der Reflexion der Vergangenheit. Der Nobelpreisträger Daniel Kahneman nennt das „narrative fallacy“.

Im stationären Handel sieht man beispielsweise, was passiert, wenn man versucht, „das Alte“ neu anzustreichen – anstatt es wirklich vorausschauend weiterzuentwickeln. Mediamarkt und Saturn haben es verpasst, ihre CD-Regale rechtzeitig abzubauen und in innovative Einzelhandels-Konzepte zu investieren. Das Ergebnis: Riesige, aber dabei gähnend leere Verkaufsflächen sowie erschreckend kurze Schlangen an der Kasse.

Die Innovationsmethode Futures-Thinking bietet Werkzeuge und Strategien, um strukturiert und zielorientiert über die Zukunft nachzudenken. Ist das Ziel im Design-Thinking-Prozess, recht schnell ins Tun und Machen zu kommen, sich also beherzt für ein konkretes Konzept zu entscheiden, geht es bei Futures-Thinking darum, verschiedene Zukunftsszenarien zu entwickeln. Man lässt sich mehrschichtig inspirieren, ohne dabei den Kreativprozess frühzeitig zu verkürzen. Dream forward, statt fail forward quasi.

Im Kern sind die beiden Methoden „Schwestern im agilen Geist“: Futures Thinking aktiviert – genau wie Design-Thinking – den „Genius der Massen“. Man entwickelt co-kreativ, dialogisch und silo-übergreifend. Im Vergleich zu Design-Thinking geht Futures-Thinking jedoch mindestens einen Schritt weiter und ergänzt Nutzerzentrierung und Mut zum Ausprobieren um Kontext, Mehrdeutigkeit, systemisches Denken und Intuition. Denn wenn es um Zukunftsfragen geht, ist Visionsorientierung gefragt. Es geht um eine radikale Abkehr vom Machbaren hin zum Möglichen.

Wie ein Futures-Thinking-Prozess abläuft

Ziel des Futures-Thinking-Prozesses ist es, verkrustete Lähmungserscheinungen loszuwerden und ins Neue aufzubrechen: Es gilt, gerade in einer Zeit der vermehrten Unsicherheit und Überforderung, wieder Hoffnung auf die Zukunft zu generieren. Doch wie funktioniert das in der Praxis?

Unternehmen explorieren und definieren im ersten Schritt in einem gemeinsamen Brainstorming-Prozess die bestmögliche Kombination aus starken und schwachen Trends, Vermutungen und Erkenntnissen über globale und lokale Besonderheiten. Dazu sollte sich eine möglichst breite Mischung aus Teilnehmern im Unternehmen zusammenfinden. Von der Mitarbeiterin aus der Rechtsabteilung bis hin zum Kassierer – alle an einem Tisch vereint.

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Eine Reaktion
Ralf

Ich bin da skeptisch. 30-40 Jahre in die Zukunft schauen? Das Smartphone wurde vor gerade mal 12 Jahren lanciert und hatt unsere Welt komplett verändert. Veränderung muss viel schneller passieren. Die (deutsche) Automobilindustrie mit ihrem 5 Jahres Zyklus verschläft gerade die Elektrorevolution. Während die am planen und budgetieren sind, bauen andere reihenweise neue Modelle. Und wenn ich mir vorstelle, dass in 10 Jahren die Hälfte unserer Arbeit von KI erledigt wird, dann müssen wir jetzt loslegen.

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