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Neues Carsharing-Gesetz belohnt Teilen von Autos

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Bundesumweltministerin Barbara Hendricks hebt wenig überraschend den ökologischen Aspekt hervor: Carsharing, sagt sie, sei „eine Chance für nachhaltigere Mobilität in den Städten”. Gerade junge Leute seien sehr aufgeschlossen gegenüber der Kurzmiete von Fahrzeugen. Diese Entwicklung wolle man als Bundesregierung unterstützen.

Mit dem Carsharing-Gesetz gebe man den Kommunen nun die Möglichkeit, „Carsharing so zu fördern, wie es vor Ort am meisten Sinn macht”, sagt Hendricks. Das, so prophezeit sie, werde bisherige Geschäftsmodelle auf sichere Füße stellen und neue Geschäftsmodelle möglich machen.

Kfz-Gewerbe begrüßt Gesetz

Auch das Kfz-Gewerbe begrüßte heute das neue Gesetz, das die eigenen Geschäfte verbessern könnte. Viele Autohändler und Kfz-Werkstätten würden in Eigenregie oder mit Partnern eine Carsharing-Flotte aufbauen. Immerhin sieben Prozent der Kfz-Betriebe hätten bereits ein eigenes Carsharing-Angebot, weitere elf Prozent würden planen, ein solches in den kommenden Jahren einzuführen, meldete heute der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) unter Berufung auf eine Umfrage unter 450 Unternehmen der Branche.

Anhand der neuen Regelungen ermögliche es der Gesetzgeber dem Kfz-Gewerbe, „Lücken im Mobilitätsangebot weiter zu schließen”. Die Mehrheit der Kfz-Unternehmen, nämlich 81 Prozent, würden ein Wachstum des Carsharing in städtischen Regionen erwarten, heißt es.

„Entlastende Wirkung auf den Individualverkehr”

Auch die großen Anbieter freuen sich über ihre neuen Wettbewerbsvorteile: „Alle Studien belegen, dass Carsharing eine entlastende Wirkung auf den Individualverkehr in den Städten hat”, sagte der Geschäftsführer von Drive Now, Sebastian Hofelich, dem Tagesspiegel.

Ob es mittel- bis langfristig gelingt, auch überzeugte Autobesitzer zur Nutzung von Carsharing zu bewegen, wird spannend zu beobachten sein. Im Juli erst legten fünf renommierte deutsche Medienhäuser eine repräsentative Studie vor, wonach mehr als 80 Prozent der Führerscheinbesitzer das Teilen von Fahrzeugen ablehnen.

Carsharing gibt es nach Angaben des Bundesverband Carsharing (BCS) in 600 Städten und Gemeinden in Deutschland. In 588 davon handele es sich ausschließlich um stationsbasierte Angebote meist mittelständischer Anbieter. Deren Fahrzeuge würden, anders als die Flotten der großen Autohersteller, zu über 90 Prozent auf privaten Flächen parken, heißt es.

In Innenstädten gebe es oft gar keine Flächen mehr, auf denen diese Anbieter ihre Fahrzeuge bereitstellen können, wurde im Juli vermeldet. Das müsse sich „dringend ändern”, denn gerade die stationsbasierten Fahrzeuge würden „besonders stark” zur Verkehrsentlastung beitragen, sagte der BCS.

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Ein Kommentar
C64
C64

Drive Now und Car2go sind keine Carsharing-Angebote, sondern kommerzielle Mietwagenfirmen (ersteres SIXT), die nicht nach Tagen, sondern nach Minuten abrechnen, und sich nebenbei auch noch die Mietstationen und damit die eigenen Stellplätze und die damit verbundenen Kosten einsparen. Es ist eine Frechheit, dass diese Abzockbuden (Ja – SIXT ist eine Abzockbude) nun auch noch gegenüber klassische Autohalter weiter bevorzugt werden.
Die dürfen heute schon gegen eine kleine Pauschale ihre Karren in Zonen der „Parkraumbewirtung“ annähernd kostenlos abstellen, während neuer Anwohner bis zu einem halben Jahr (Berlin) auf die Parkerlaubnis warten darf.
Hier werden wieder Großkonzerne (BMW (Drive Now) / Daimler ( Car2go)) von unseren Lobby-Knechten Dobrindt & Merkel subventioniert.
Drive Now & Car2go sind asoziale Konzepte und haben mit Carsharing nichts zu tun, nehmen aber in manchen Bezirken den Anwohnern im eh schon knappen Parkraum die Parkplätze weg.

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