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Corona-Test via Stimme: KI-Startup Audeering kriegt das hin

Aus der menschlichen Stimme lassen sich vielfältige Erkenntnisse ziehen. Deshalb hat das Startup Audeering die Stimmanalyse zum einzigen Geschäftszweck erklärt. Erfolge sind da, könnten aber größer sein.

2 Min. Lesezeit
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Covid-19 am Hustengeräusch erkennen? Geht. (Foto: Vidmore / Shutterstock)

Der europäische Rechtsrahmen ist es, der Startups wie Audeering aus der Nähe von München das Leben schwer macht. Deshalb verdient das Unternehmen aktuell sein Geld hauptsächlich mit der Erkennung von Emotionen per Stimmanalyse. Das Produkt wird etwa von Autobauern oder Callcenter-Betreibern nachgefragt. Auch in den Kopfhörern der bekannten Marke Jabra kommt teils Audeering-Technologie zum Einsatz.

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Dabei läge das eigentliche Potenzial der Stimmanalyse in der Erkennung von Krankheiten und Krankheitsrisiken, wie Audeering-Mitgründerin Dagmar Schuller dem Handelsblatt erzählt hat. In diesem Bereich hat Audeering sogar einige beachtliche Erfolge vorzuweisen. So hat das Unternehmen eine künstliche Intelligenz entwickelt, die anhand von Stimmanalyse schon in einem sehr frühen Stadium erkennen kann, ob ein Mensch an Parkinson oder anderen Formen von Demenz erkrankt ist.

Covid-Erkrankung lässt sich an der Stimme nachweisen

Ebenso hat Audeering gezeigt, dass sich eine Covid-19-Erkrankung anhand von Stimmdaten zuverlässig erkennen lässt. Ein App-Prototyp des Unternehmens hatte im vergangenen Jahr eine Erkennungsgenauigkeit von fast 90 Prozent belegt. Dabei ist der Test einfach: Menschen sprechen oder husten in das Mikrofon des Smartphones, auf dem die App läuft, innerhalb kürzester Zeit gelangt die Software dann zu einem Ergebnis. In der Medizinwelt herrscht Einigkeit, dass ein solcher Test im Alltag überaus hilfreich sein könnte. Auch am Massachusetts Institute of Technology (MIT) wird an einer KI-App gearbeitet, die an Covid-19 erkrankte Personen am Hustengeräusch erkennen können soll.

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Um die Covid-Erkennung noch zuverlässiger zu machen und letztlich zur Marktreife zu bringen, bräuchte Audeering zweierlei: Zum einen eine Zulassung der App als zertifiziertes Medizinprodukt, zum anderen deutlich mehr Stimmdaten. In beiden Punkten stehen dem Unternehmen europäische Regelungen im Weg.

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Europäischer Rechtsrahmen als Problem

So würde laut Schuller die „aufwendige Zertifizierung“ bis zu 18 Monate dauern. Zudem sei es nicht einfach, in Europa unkompliziert an Stimmdaten zu gelangen. Hierfür seien Unternehmen hierzulande typischerweise auf Datenspenden und Forschungskooperationen angewiesen, während in anderen Ländern der Erde, etwa in den USA oder China, Daten auch von europäischen Nutzenden – etwa über die gängigen Sprachassistenten – einfach abgriffen werden könnten.

Audeering setzt sich daher auf europäischer Ebene für eine Verbesserung der Datennutzungsmöglichkeiten hiesiger Unternehmen ein. Dabei will das KI-Startup ausdrücklich europäische Datenschutzstandards respektieren, plädiert aber für eine „rationalere Risikoabwägung“. Aufgeben will KI-Unternehmerin Schuller jedenfalls nicht. Wenn sich in Europa kein gangbarer Weg für die Nutzung von Stimmdaten zur medizinischen Diagnostik finden lasse, müsse sich das Unternehmen eben auf andere Märkte konzentrieren.

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