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Von der Idee bis zur Umsetzung: So sieht ein rundes Corporate Design aus

Was macht ein gutes Corporate Design aus? Und an wem kann man sich ein Beispiel nehmen? Im Interview mit dem Diplom-Designer Achim Schaffrinna vom Design Tagebuch haben wir versucht, das rauszukriegen.

Von Jessy Kösterke
3 Min.
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(Screenshot: dreizehnundfuenf.de)

Für die Erstellung eines Corporate Designs haben wir schon einen ausführlichen Leitfaden für Anfänger geschrieben. Aber jetzt geht es darum, wie du am besten mit dem Kunden zusammen arbeitest, woran man ein gutes Corporate Design erkennt – und wie es nach der Fertigstellung weiter geht.

Das Wichtigste beim Corporate Design: Die Zusammenarbeit

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Die Zusammenarbeit ist von der Beziehung zwischen Kunde und Designer oder Agentur abhängig. „Natürlich ist die Arbeit besser, je enger der Kontakt zwischen beiden Seiten ist – das erspart zum Beispiel häufige Korrekturen“, sagt Achim, der auf Design Tagebuch bloggt. Gerade am Anfang seien ein ständiges Updaten und eine gute Zusammenarbeit aber besonders wichtig. Achim erzählt auch, es gebe sogar Unternehmen, die sich mit ihrer Agentur in einem Ferienhaus in Schweden zu einer Art Brainstorm-Konklave zurückziehen, um gemeinsam Ideen zu entwickeln.

Natürlich muss man nicht gleich einen „Urlaub“ miteinander verbringen. Inzwischen gibt es etliche Tools, die unter anderem das Live-Layouting ermöglichen und den Kunden schon beim Entstehungsprozess einbinden. Grundsätzlich ist aber in solchen Fällen das Know-how in den Bereichen Beratung und Moderation der Agentur gefragt.

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Aber nicht bei jedem Kunden gibt es so viel Freiraum, oft bekommen Agenturen auch klare Vorgaben aus Marktforschungsergebnissen oder Marktstrategien. Achim sagt: „Je besser beide Seiten miteinander können, je größer die gegenseitige Wertschätzung, desto besser ist auch das spätere Ergebnis.“

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Corporate Design: Die Vorarbeit

„It took me a few seconds to draw it, but it took me 34 years to learn how to draw it in a few seconds.“

Für das Projektmanagement, die Beratung und Betreuung fällt, nach Aussage von Achim, in der Regel die meiste Zeit an, und nicht für die eigentliche Umsetzung. Die Idee oder das Grundgerüst seien oft schon in wenigen Stunden oder Minuten gefunden.

Achim rät aber, das lieber unter Verschluss zu halten, denn gerade auf Auftraggeberseite könne sonst schnell ein falscher Eindruck entstehen. Und das aus gutem Grund: Nur weil das Gerüst stehe, sei die Arbeit noch nicht getan. Ab dem Zeitpunkt kann sie sich oft noch über Wochen oder Monate ziehen.

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Vor dem Design ist nach dem Design

„Ein Corporate Design ist ein kontinuierlicher Prozess, der kein wirkliches Ende kennt. Ein Schritt, der meistens unterschätzt wird, ist die Implementierung – hier zeigt sich, ob die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Seiten wirklich funktioniert. Nach Übergabe des Corporate-Design-Manuals ist zwar ein großer Schritt getan, es liegt aber auch noch viel Arbeit vor einem – und mit der Implementierung wahrscheinlich auch die anspruchsvollste Aufgabe“, so der Autor des Design Tagebuchs.

Corporate Design für das deutsche Steinberg Hotel. (Screenshot: behance / Aretio & Kloos)

Corporate Design für das deutsche Steinberg Hotel. (Screenshot: behance / Aretio & Kloos)

„Gerade bei diesem Schritt sollte nicht auf die langfristige Betreuung einer Agentur verzichtet werden, nur um das Budget möglichst gering zu halten – das räche sich sonst früher oder später“, rät der Diplom-Designer. Doch nicht nur die Implementierung spiele eine große Rolle, sondern auch das Pflegen des Erscheinungsbildes. Große Unternehmen haben eigene Brand-Abteilungen, in denen fortwährend Markenauftritt und visuelles Erscheinungsbild überwacht und gesteuert werden, zunehmend in einer Co-Creation-Konstellation mit mehreren Agenturen.

Corporate Design: An denen kannst du dir ein Beispiel nehmen

Genug von Umsetzung, Zusammenarbeit und Freundschaft geredet. Denn: Wie erkennt man jetzt ein gutes Corporate Design? Und: Wer zählt zu den Vorreitern?

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Achim sagt: „Man erkenne schnell, ob nur ein „Facelift“ an der Oberfläche durchgeführt wurde – was nichts mit Corporate Design zu tun hat – oder ob das visuelle Erscheinungsbild, gewissermaßen in logischer Konsequenz, die visuelle Entsprechung einer Identität reflektiert, der Corporate Identity. Dies ist das Ideal.

Wer Achims Website Design Tagebuch kennt, ist vielleicht schon auf das ein oder andere Beispiel gestoßen und hat sich schon eine Meinung gebildet. Als weniger gelungene Beispiele stellt Achim die Stadt Düsseldorf und den Pharmakonzern Merck vor. „Hier fehle jeglicher Bezug zur Unternehmensgeschichte und der Umgang mit Typografie sei „handwerklich erschreckend“.“, sagt Achim.

Als positive Beispiele, sagt Achim, seien schon seit vielen Jahren die Stadt Bremen und Bochum zu nennen. Auch Congstar fasziniere mit einem Farbkonzept und guter Bildästhetik der Marke – und das schon seit langem. In solchen Fällen sei ein Logo im Grunde überflüssig. Achim lobt die Arbeit der Designer, die so etwas erreicht haben.

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Guck dir das Corporate Design von Düsseldorf, Bremen, Bochum oder Merck genauer an – und sag uns deine Meinung in den Kommentaren!

Corporate Designs

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Achim Schaffrinna ist Diplom-Designer und unter anderem Gründer der Website Designtagebuch.de, auf der er laufend über Design informiert und mit seinen Lesern diskutiert – zusätzlich ist Design Tagebuch auch eine Plattform für Jobs und ein Wiki für alle Designer und Nicht-Designer.

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Kommentare (1)

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Gunter Ott

Hallo!
Leider wird wieder einmal vergessen, dass das CI eines Unternehmens von ALLEN Aspekten eines Kundenerlebens beeinflusst wird.
Also auch – und besonders – von seinen PRODUKTEN!
Was nutzen der bestgestaltete Katalog oder die bestgestaltete Anzeige oder der bestgestaltete digitale Auftritt, wenn das, was der Kunde dann in der Hand hält, dem nicht entspricht?!?!??
Produktgestaltung ist also mindestens genauso wichtig wie die Kommunikationsgestaltung!

Gunter Ott

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