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Nie wieder Tortendiagramme: Daten mit Virtual Reality visualisieren

SAP Hybris Labs hat in Barcelona gezeigt, wie sich Besucherdaten in einer Virtual-Reality-Galaxie visualisieren lassen – in Echtzeit. Ziel: Daten besser verständlich darstellen und auswertbar machen.

Von Yvonne Göpfert
4 Min.
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Virtual Reality-Demo: So sehen Daten-Galaxien aus. (Foto: SAP Hybris / Göpfert)

Balkendiagramme sind eigentlich ziemlich alte Schule. Und dennoch sind sie das Standard-Tool, wenn es darum geht, Daten fürs Marketing aufzubereiten. SAP Hybris Labs hat auf seinem alljährlichen Global Summit nun eine andere Möglichkeit gezeigt: Daten in einer 3D-Galaxie als Kugelwolken simulieren und per Virtual Reality (VR) greifbar machen – im wortwörtlichen Sinne. Auch für den E-Commerce sieht SAP Hybris VR-Anwendungsmöglichkeiten: Kunden-Anomalien aufdecken und dagegen einschreiten.

Virtual Reality: Die letzten Sekunden sind interessant

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Während Unternehmen recht oft die Daten der letzten Jahre betrachten, fokussiert sich SAP Hybris auf die letzten Sekunden. Denn nur so, so die Idee, wird klar, was den Kunden aktuell beschäftigt und damit für ihn relevant ist.

Ich durfte ausprobieren, wie sich so eine Echtzeitanalyse via Virtual Reality anfühlt. Dazu durfte ich mich in einem familiengroßes Igluzelt in die Mitte stellen. Ich bekam die VR-Brille aufgesetzt und darüber noch Kopfhörer übergestülpt. So ausgerüstet sollte ich via VR sehen, wie die Masse der SAP-Kongress-Besucher sich verhält, konnte zugleich aber auch meine eigenen Datenspur sehen, die ich auf dem Kongress hinterlassen habe.

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Persönliches Profil plus lokalisierte Daten

Die Grundlage für die VR-Experience war mein persönliches Profil. Das wurde auf dem SAP-Kongress erstellt anhand der Anmeldedaten und der Workshop-Agenda, die ich mir nach der Anmeldung zusammengestellt habe. Auf dem Kongress selbst wurden meine Profildaten mit meinen Live-Daten angereichert: Es wurde getrackt, an welchen Infoständen und Vortrags-Theatern ich mich aufhielt, um so meine Interessen besser zu verstehen. Jeder Infostand und jede Demo waren mit Schlagworten getaggt, um diesen Orten Interessen zuzuordnen.

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Neben den Bewegungs- und Positionsdaten kamen in der Virtual-Reality-Demo auch noch meine Reaktion auf die Sprachsteuerung der Galaxy-Anwendung ins Spiel, um so schließlich ein 360-Grad-Abbild von mir als Besucher auf dem Kongress zu bekommen. Denn am Ende der Demo fragte mich die virtuelle Sprach-Assistentin, für welche Daten ich mich besonders interessieren würde und wie ich mir so eine Anwendung in Zukunft vorstellen könnte. Die Antworten sollen per Machine-Learning ausgewertet werden und dabei helfen, das System weiterzuentwickeln.

Die Galaxy-Demo wollte zwei Dinge verdeutlichen, erläutert Anja Wilbert, UX-Designerin und Mutter der Galaxy-Demo: Erstens sollte anhand aller anonymisierten Daten gezeigt werden, was jetzt gerade auf dem Kongress passiert und welche Themen bei den Besuchen besonders hoch im Kurs stehen. Zweitens sollte jeder Messebesucher sich selbst finden und tiefer in die eigenen Daten einsteigen. Ich weiß jetzt beispielsweise, dass ich eher der Explorer als der Experte bin. Das zumindest schließt die Software daraus, das ich viel hin- und hergewandert bin und nicht sehr lange an einem Standort verweilt habe. Daten sind also das eine. Die Interpretation ist das andere.

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Letzten Endes können Unternehmen auf diese Weise jedoch individuelle Interessen ausloten und es lässt sich berechnen, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein Besucher ein Käufer oder Kunde wird.

Partnerdaten und Datenvereinheitlichung

Sämtliche Geodaten und Zeitstempel aus dem Showfloor hat SAP Hybris über seinen Partner Impinj, über RFID Scanner, Antennen und RFID Chips gesammelt. Impinj hat hier die Hardware zur Verfügung gestellt. Auf diesem Wege ermöglicht SAP Hybris das Tracking an den einzelnen Areas of Interest auf dem Showfloor. Getrackt wurden die Besucher übrigens nur, wenn sich der Besucher das Tracking freischalten ließ. Das Tracking erfolgte über den Chip hier auf dem Foto, den jeder Besucher mit seinem Besucherausweis bekam. Die Integration in das SAP Hybris System (SAP HYBRIS Profile) erfolgte durch Arvato.

So sieht der Chip aus, der lokale Daten und Profildaten verbindet. (Foto: SAP Hybris / Göpfert)

Doch die Lokalisierungsdaten waren nicht aufbereitet. Hier kommt SAP-Partner Arvato ins Spiel, der die Daten der verschiedenen Endpunkte aufbereitete, damit sie für die Lösung Hybris Profil zur Verfügung standen. Dabei wird ein Bezug gesetzt zwischen den Ortungsdaten und den Inhalten, also den Infoständen und diese Daten werden wiederum zur Nutzer-ID in Bezug gesetzt und mit den vorab bei der Registrierung angegeben Daten abgeglichen.

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Virtual Reality schafft neuen Zugang zu Massendaten

Das Ziel, so Anja Wilbert, UX-Designerin bei SAP Hybris Labs: Über die dreidimensionale Darstellung der Daten als Galaxie-Haufen sollen Unternehmen einen anderen Zugang zu ihren Massendaten bekommen und damit Daten auch besser verstehen. Sie und das Labs-Team wollen damit eine Diskussion anregen, inwieweit solche Virtualisierungen die Arbeit von Managern und Marketern erleichtert. Speziell für den E-Commerce kann sie sich das gut vorstellen: Ein Online-Händler sieht via VR, wo seine Kunden gerade sind: auf Twitter, auf Facebook, im Online-Shop oder im Shop um die Ecke. Anhand dieser Daten kann er eine Kampagne starten oder überprüfen. Passt alles? Dann müssten die Kunden laut Plan auf die Landing-Page klicken, von dort auf die Produkt-Detailseite, dann in den Warenkorb und den Checkout.

Tun viele Kunden das nicht, wird in Echtzeit angezeigt, wo die Kampagne hakt und der E-Commerce-Händler kann sofort gegensteuern. Gewarnt wird er durch rotes Licht oder Hupsigale, wenn die geplante Customer-Journey an irgendeiner Stelle abgebrochen wird. VR mag für diesen Use-Case sinnvoll sein, für komplexe Datenauswertungen, beispielsweise hinsichtlich Budgetplanung oder Channel-Auswertungen ist es möglicherweise nicht die optimale Form. Doch die Branche ist ja auch noch in der Experimentierphase.

 

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