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Deutscher Startup-Monitor 2019: Das sind die 6 wichtigsten Erkenntnisse

(Foto: Axel Springer Plug and Play)

Trotz Rezession: Laut dem jüngsten Startup-Monitor ist die Stimmung unter deutschen Gründern so gut wie lange nicht. Besonders ein Thema wird für viele Gründer immer wichtiger.

Trotz Brexit, Nullzinsen und Handelskrieg: Von abkühlender Wirtschaft ist unter deutschen Gründern keine Spur. Das ist das Fazit des Deutschen Startup-Monitors 2019, einer jährlichen Onlinebefragung unter knapp 2.000 Jungfirmen, die der Bundesverband Deutsche Startups (BVDS) am Montag veröffentlicht hat. „So zeigen unsere Ergebnisse, dass Startups im Vergleich zu etablierten Unternehmen dem Schreckgespenst der Rezession trotzen und durchweg positiv in die Zukunft blicken“, sagte Florian Nöll, Vorsitzender des bundesweiten Lobbyverbands.

Gründer wollen 14.000 neue Jobs schaffen

Dafür spricht zuerst einmal die Zahl neuer Arbeitsplätze in den Startups: So stieg die durchschnittliche Mitarbeiterzahl im Jahresvergleich von 12,3 auf 13,3 Personen. Im kommenden Jahr wollen Gründer zudem im Schnitt knapp acht (7,9) neue Mitarbeiter einstellen. Das sind 1,4 geplante Neueinstellungen mehr als im Vorjahr (DSM 2018: 6,5). Insgesamt wollen 90 Prozent der befragten Startups neue Mitarbeiter einstellen – zusammengerechnet fast 14.000. Vor allem in den Gründermetropolen Berlin und München könnten Jobsuchende mit einem hohen Angebot rechnen.

  • Weiterhin positiv entwickelte sich auch die Zahl weiblicher Gründer, wenn auch nur minimal. So stieg der Anteil von Gründerinnen in den befragten DSM-Startups das fünfte Jahr in Folge und liegt nun bei 15,7 Prozent. Im Vorjahr hatte der Frauenanteil noch bei 15,1 Prozent gelegen. Noch nicht genug, kommentierte BVDS-Vorsitzender Florian Nöll: „Gerade mit Blick auf den erschreckend geringen Anteil von Gründerinnen in Deutschland müssen wir uns hier auch als Industrie selbstkritisch hinterfragen und aktiv an einer noch offeneren Kultur arbeiten.“
  • Der Greta-Effekt erreicht die Gründerszene: Das Thema Nachhaltigkeit gewinnt auch in der jungen Technologiebranche an Bedeutung. Laut dem Deutschen Startup-Monitor 2019 ordnen sich bereits über 36 Prozent der Startups der Green Economy und/oder dem Bereich Social Entrepreneurship zu.
  • Dazu passt auch die politische Gesinnung vieler Gründer: So wählen die meisten von ihnen die Grünen. Zu den Kernforderungen an die Politik kommt neben dem Bürokratie­abbau und einer besseren Förderung bei der Kapitalbeschaffung der Einsatz für Umweltschutz und gesellschaftliche Nachhaltigkeit hinzu.
  • In Mitarbeiterbeteiligungen sehen viele Startups ein ideales Mittel, um gefragte Talente langfristig zu binden und am finanziellen Erfolg – etwa durch einen Exit – teilhaben zu lassen. Laut dem DSM zeigt sich 48,2 Prozent der Startups offen für solche Programme und beteiligt Mitarbeiter, oft jedoch nur solche in Führungspositionen. Allerdings: Die rechtlichen Rahmenbedingungen für Mitarbeiterbeteiligungen werden nur selten als „sehr günstig“ angesehen.

Zugang zu Wunsch-Geldgebern schwierig

Trotz der positiven Aussichten sind bürokratische Hürden und der Kapitalzugang ein weiterhin großes Hindernis für viele Gründer. Um sich ein verbessertes Bild über die Finanzierungssituation deutscher Startups zu machen, hat der Startup-Monitor 2019 etwa untersucht, woher die befragten Startups bisher ihr Kapital erhielten. „Die Ergebnisse deuten dabei auf eine Unterversorgung der Startups durch den Kapitalmarkt hin“, schreiben die Autoren.

Zwar werden einerseits die eigenen Ersparnisse (80,3 Prozent) sowie Family and Friends (29,3 Prozent) sehr häufig als Finanzierungsquelle für die Startup-Gründung genutzt – allerdings eher notdürftig, denn: Das eigene Sparkonto wird nur von 40,3 Prozent der befragten Gründer bevorzugt angezapft, solche von Familienmitgliedern gar nur von 13,3 Prozent. Viel lieber würden Gründer ihr Startup durch staatliche Fördermittel (51,6 Prozent), Business-Angels (38,5 Prozent) und Venture Capital (39,7 Prozent) finanzieren. Allerdings scheint der Zugang hier noch immer schwierig: So konnten staatliche Fördermittel nur 39,2 Prozent der Gründer beziehen, Gelder von Business-Angels nur 23,1 Prozent und Venture Capital nur 14,6 Prozent. „Wir brauchen also dringend eine politische Agenda, die Instrumente zum Ausbau der Wachstumsfinanzierung vorantreibt und damit die internationale Wettbewerbsfähigkeit deutscher Startups gewährleistet“, sagte Nöll.

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