Ratgeber

Was macht eigentlich ein OKR-Champion?

Der OKR-Champion unterstützt seine Kollegen bei der Ein- und Durchführung des OKR-Prozesses. (Foto: Shutterstock/Rawpixel)

In unserer Reihe „Was macht eigentlich ... ?“ stellen wir euch regelmäßig Berufe und Funktionen aus der neuen, digitalen Arbeitswelt vor. Dieses Mal erklären wir euch, was ein OKR-Champion so macht.

OKR-Champion – der Methodenexperte

Dieses Mal ist es kein Beuf im engeren Sinne, den wir euch vorstellen: OKR-Champion nennt man eine Rolle im Zielmanagement-Framework OKR.

Die Abkürzung OKR steht für Objectives und Key-Results. Der Ansatz wird unter anderem von Internetgrößen wie Google, Twitter und Linkedin genutzt, hilft aber auch Unternehmen jenseits des Silicon Valley dabei, fokussiert zu arbeiten. Wie geht das? Alle paar Monate werden sogenannte OKR-Sets, die aus qualitativen Objectives und quantitativen Key-Results bestehen, definiert. Die Key-Results drücken dabei aus, wie die Objectives erreicht werden sollen. Zuerst werden die OKR-Sets auf Unternehmensebene definiert, anschließend die der einzelnen Teams. Die verschiedenen Ziele werden so sinnvoll koordiniert und die Mitarbeiter bekommen ein besseres Bild davon, wie sich ihre eigene Tätigkeit auf die Strategie und Vision des Unternehmens auswirkt. Dieser klar durchstrukturierte Zielvereinbarungsprozess wiederholt sich immer wieder. Und die festgelegten Ziele sind jederzeit von allen Mitarbeitern einsehbar, denn Transparenz wird im OKR-Prozess groß geschrieben.

Der OKR-Champion, manchmal auch OKR-Master genannt, unterstützt seine Organisation bei der Einführung und Anwendung der Methode. Dabei ist er nicht für Inhalte, sondern ausschließlich für methodische und prozessuale Fragen zuständig.

Die Aufgaben

Der OKR-Champion ist für alle Fragen rund um Objectives und Key-Results die zentrale Anlaufstelle in der Organisation. Er plant, organisiert und kontrolliert die Durchführung des OKR-Prozesses und unterstützt die anderen Akteure mit Methoden-Know-how bei der Erfüllung ihrer Aufgaben. Der OKR-Champion übernimmt die Moderation der quartalsweise stattfindenden OKR-Workshops (auf Unternehmensebene). Er führt neue Mitarbeiter in die OKR-Methode ein und übernimmt Kommunikationsaufgaben. Zum Beispiel macht er den OKR-Prozess im Arbeitsalltag der Kollegen sichtbar, in dem er einen entsprechenden Bereich im Intranet pflegt.

Mit wem er zusammenarbeitet

Wird OKR direkt unternehmensweit eingeführt, ist der OKR-Champion potenziell Ansprechpartner für alle Mitarbeiter. Dazu gehört auch das Leadership-Team, das sich aus den obersten zwei Ebenen des Unternehmens zusammensetzt und das für die inhaltliche Umsetzung verantwortlich ist.

OKR-Methode Aufgaben des OKR-Champions
Beim OKR-Champion laufen alle Fäden zusammen: Er ist die zentrale Anlaufstelle für methodische Fragen und hat alle Prozesse im Blick! (Foto: Schuterstuck/New Africa)

Das Profil

Die Rolle wird in der Regel „nebenamtlich“ ausgeführt – entsprechend richten sich die Einstellungsvoraussetzungen primär nach der Hauptfunktion in der Organisation. Als OKR-Champion bieten sich vor allem Mitarbeiter an, die schon Erfahrung mit anderen agilen Methoden, zum Beispiel Scrum oder Kanban, gesammelt haben. Das spezielle OKR-Know-how kann dann in Kursen und Coachings erworben werden. Da er als Coach und Mentor fungiert, sollte ein OKR-Champion Empathie, Kommunikationsstärke, Geduld und das Talent, auch komplexe Sachverhalte verständlich zu erklären, mitbringen. Außerdem sollte er sich durch eine klar strukturierte Arbeitsweise und Organisationstalent auszeichnen. Übrigens: Eine Führungskraft als OKR-Champion zu ernennen, ist keine gute Idee – die Auslastung dieser Mitarbeiter ist in der Regel ohnehin schon hoch und es ist nicht unbedingt sichergestellt, dass immer genug Zeit für die Wahrnehmung aller Aufgaben bleibt. Außerdem sitzen Teamleads und Co. in der Regel im Leadership-Team. Ein OKR-Champion, der Führungskraft ist, hätte also auch innerhalb des OKR-Prozesses eine Doppelrolle, was ungünstig ist.

Das Gehalt

Da die Rolle des OKR-Champions selten hauptamtlich ausgeübt wird, richtet sich die Vergütung meist nach der sonstigen Funktion des Rolleninhabers – aber natürlich ist die Übernahme neuer, zusätzlicher Aufgaben immer ein willkommener Anlass für eine Neuverhandlung des Gehalts.

Die Herausforderungen

Besonders frischgebackene OKR-Champions, die gerade in der intensiven OKR-Einführungsphase stecken, können sich durchaus mal überfordert fühlen. Die ganzen neuen Prozesse im Blick zu haben, ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die viel Koordinationsvermögen und eine sehr strukturierte Arbeitsweise erfordert – vor allem, wenn das Daily Business noch nebenher laufen muss. Das gilt besonders, wenn OKR gleich unternehemensweit und nicht schrittweise eingeführt werden. Hinzu kommt, dass die Unterstützung aller Beteiligten für den Erfolg der OKR-Einführung essenziell ist – alle Kollegen gleichermaßen in den Prozess einzubeziehen und von ihrem jeweiligen Startpunkt abzuholen, Erwartungen abzugleichen, Missverständnisse auszuräumen und Ängste und Sorgen zu nehmen, ist daher eine wesentliche Herausforderung, die der OKR-Champion meistern muss.

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