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Digitale Produktentwicklung: Prozesse und Tools sind wichtiger als Geld

Für die Studie sind 200 Entscheidungsträger befragt worden. (Bild: Shutterstock)

41 Prozent der von PWC befragten Entscheider von Industrieunternehmen nutzen Datenanalyse und KI in der Produktentwicklung. Erfolgsaussichten hängen dabei nicht unbedingt vom investierten Geld ab.

Investitionen in die digitale Produktentwicklung erachten viele Industrieunternehmen mittlerweile offensichtlich als äußerst vielversprechend. Einer Studie der Beratungsgesellschaft PWC zufolge erhoffen sich hier die befragten 200 Entscheidungsträger aus deutschen und skandinavischen Industrieunternehmen unterschiedlicher Branchen Effizienzsteigerungen von durchschnittlich 19 Prozent über die nächsten fünf Jahre.

Ergebnisse der Befragung: Darum erscheint digitale Produktentwicklung sinnvoll (Grafik: PWC)

Ergebnisse der Befragung: Darum erscheint digitale Produktentwicklung sinnvoll. (Grafik: PWC)

Daten und künstliche Intelligenz würden zunehmend verwendet, um die Bedürfnisse der Kunden besser zu verstehen und maßgeschneiderte digitale Produkte und Services zu entwickeln, heißt es in der Studie „Digital Product Development 2025: Agile, Collaborative, AI Driven and Customer Centric“.

Der Fokus auf den Kunden dürfte weiterhin wichtiger werden (Grafik: PWC)

Der Fokus auf den Kunden dürfte weiterhin wichtiger werden. (Grafik: PWC)

Tools und Prozesse entscheidend

„Hohe Entwicklungsausgaben sind keine zwingende Voraussetzung für Erfolg.“

Zudem sollen die Produkteinführungszeiten im Durchschnitt um 17 Prozent und die Produktionskosten um 13 Prozent zurückgehen, schreiben die Autoren. Digital führende Unternehmen, gerne auch als „Digital Champions“ bezeichnet, investieren dabei durchschnittlich zwar mehr in die digitale Produktentwicklung als ihre Mitbewerber.

Doch die Studie zeigt auch, dass hohe Entwicklungsausgaben keine zwingende Voraussetzung für Erfolg sind. „Die Beschleunigung der digitalen Produktentwicklung kostet Unternehmen nicht unbedingt mehr Geld“, sagt Reinhard Geissbauer, Partner bei PWC Deutschland und Leiter der Studie. Es komme vielmehr darauf an, die richtigen Tools und Prozesse zu identifizieren und Ressourcen strategisch klug einzusetzen, sagt der Experte.

Tatsächlich erreiche die Mehrheit der digitalen Vorreiter „überdurchschnittliche Resultate“, obwohl sie weniger als vier Prozent ihrer Umsätze für Forschung und Entwicklung aufwendet. Zum Vergleich: Die 1.000 Unternehmen mit den höchsten F&E-Budgets weltweit haben zuletzt 4,5 Prozent ihres Umsatzes in die Entwicklung neuer Produkte investiert.

Kundenzentrierung als wesentliches Ziel

Gut vier von zehn der befragten Industrieunternehmen, nämlich 41 Prozent, nutzen Datenanalysen und künstliche Intelligenz (KI) zumindest teilweise für die digitale Produktentwicklung. Eine Verbesserung der Kundenfreundlichkeit stehe bei ihnen bisher allerdings nicht im Zentrum, heißt es in der Studie.

Anders sei dies bei den digitalen Vorreitern: Hier würden drei Viertel (73 Prozent) derjenigen, die Datenanalysen und künstliche Intelligenz schon verwenden, ebendiese nutzen, um Produkte und Services zu verbessern, etwa indem sie Nutzungs-, Qualitäts- und Servicedaten sowie Informationen zum Verschleiß von Produkten auswerten. Auf dieser Basis würden sie maßgeschneiderte Produkte entwickeln, deren Anteil sie in den kommenden fünf Jahren um 26 Prozent steigern wollen, also mehr als doppelt so stark wie der Durchschnitt.

6 Fragen, die sich jedes Unternehmen in der Digitalisierung stellen sollte

Nutze ich effiziente Software?

1. Haben meine Mitarbeiter mobil Zugriff auf wichtigste Unternehmensdaten wie CRM, ERP und Business-Intelligence?

2. Gibt es ein Software-Tool wie Slack, mit dem die interne Kommunikation effizienter werden kann?

3. Für welche Dinge wird im Unternehmen Microsoft Excel eingesetzt? Gibt es eine bessere Software?

4. Gibt es On-Premise-Lösungen, die in eine Public Cloud ziehen könnten?

(Foto: © Rawpixel.com Adobe Stock)

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„Die Produkt- und Innovationszyklen haben sich in den letzten Jahren über fast alle Branchen dramatisch beschleunigt“, sagt Geissbauer. Wer in dieser Welt wettbewerbsfähig bleiben wolle, müsse die „Individualisierbarkeit der eigenen Produkte“ konsequent vorantreiben. Die Herausforderung für Industrieunternehmen bestehe dabei vor allem darin, maßgeschneiderte Lösungen bei optimaler Kosteneffizienz zu erreichen.

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