Interview

Digitalisierung versus Menschlichkeit: So sieht Karriere in Zukunft aus

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Auf jeden Fall. Social Media hat massiv zu einer Steigerung der Transparenz auf allen Ebenen der Gesellschaft beigetragen. Niemand kann sich mehr dauerhaft hinter einer hochglänzenden Kulisse verstecken. Das gilt für Unternehmen mit wohlklingenden Profilen, die von Kandidaten kritisch hinterfragt werden. Und umgekehrt: Bewerber, die ihren Lebenslauf künstlich aufpolieren, werden ebenso rasch durchschaut.

t3n.de: Begünstigt diese Transparenz die Arbeitswelt oder schadet sie ihr?

Idealerweise führt sie zu mehr Ehrlichkeit im Dialog. Außerdem hat Social Media für mehr Durchlässigkeit in der Kommunikation gesorgt. Informationen können heutzutage leichter Grenzen überwinden als früher – zum Beispiel solche, die durch Hierarchien entstehen wie im Mittelmanagement. Dieses ist nun nicht mehr die alleinige Drehscheibe zwischen der Basis und der Unternehmensspitze.

t3n.de: Wer oder was ist dann die Drehscheibe?

Vielfach übernehmen die sozialen Medien selbst die Rolle des Kurators. Kritisch zu beobachten ist, wie unvoreingenommen die Algorithmen sind, wie sie Blasen entstehen lassen oder noch schlimmer, ob dahinter ein nicht erkennbares Motiv steht.

t3n.de: Um nochmal klarzustellen: Karrieremodelle verändern sich hin zu mehr Menschlichkeit aufgrund von Digitalisierung?

Ja. Digitalisierung ist der bedeutendste Treiber von Veränderungen in der Arbeitswelt unserer Zeit.

t3n.de: Aus existenzieller Perspektive: Warum verändern sie sich überhaupt?

Ganz einfach, die Gesellschaft und als Teil davon Wirtschaft und Unternehmen stehen nicht still. Bei vielen Berufen, die vor 25 Jahren gefragt waren, wissen wir heute gar nicht mehr, womit Menschen da genau beschäftigt waren. Und das gilt natürlich auch für die andere Richtung des Zeitstrahls: Die Top-Berufe von morgen gibt es heute noch gar nicht. Man sollte sich also nicht fragen, welchen Job man mal ergreifen will, sondern welches Problem man lösen will. Das verändert den Blickwinkel – allen voran in Richtung Zukunft.

t3n.de: Herr Kühmayer, vielen Dank für das Gespräch.

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