Fundstück

Doom 3 im Browser: Diese Seite zeigt, was mit Webtechnologie heute möglich ist

(Foto: Lauren Elisabeth / Shutterstock

Gabriel Cuvillier hat die freie Demo des alten Shooters Doom 3 als Web-App verfügbar gemacht. Damit zeigt er, was mit Webtechnologien heutzutage schon möglich ist.

Doom ist ein Titel des ehemaligen Software-Hauses ID, der Geschichte geschrieben hat. Die zugrunde liegende Game-Engine galt damals als bahnbrechend und leistet auch im heutigen Vergleich noch einiges. In den Nullerjahren zwang Doom so manchen Rechner in die Knie. Die Performance-Anforderungen waren hoch.

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Doom 3 im Web. (Screenshot: Gabriel Cuvillier)

Doom 3 im Web. (Screenshot: Gabriel Cuvillier)

Eben dieses Spiel hat Gabriel Cuvillier nun unter dem Namen D3wasm (Doom 3 Webassembly) erfolgreich in den Web-Browser verlegt. Dabei unterstützt er nicht nur einen bestimmten, sondern wegen der Verwendung von Standards alle modernen Browser auf allen Betriebssystemen, insbesondere Firefox, Chrome, Safari, Edge und Opera. Auf mobilen Geräten lässt sich das Spiel zwar starten, kann aber von der Performance her nicht überzeugen. Auf Desktop-Browsern hingegen sind durchaus 30 bis 40 Frames per Second drin.

C und C++ ins Web per Webassembly

Wie aber hat es Cuvillier geschafft, ein Programm, das nativ in C geschrieben ist, ins Web zu portieren? Dafür bediente er sich verschiedener offener Tools und Standards.

Die Übersetzungsarbeit von C zu JavaScript erledigte er mit Emscripten. Emscripten ist ein LLVM-Werkzeugsatz, der aus C und C++ JavaScript macht und es mittels asm.js und dessen leistungsfähigerem Nachfolger Webassembly (wasm) im Browser lauffähig macht. OpenGL-Elemente werden dabei zu WebGL konvertiert, wobei Cuvillier hier allerdings nach eigenen Angaben massiv Hand anlegen musste. HTML5 wird durch Emscripten nativ unterstützt. Der so erzeugte Code soll in einer Geschwindigkeit laufen, der der Performance nativer Apps kaum nachsteht. Cuvillier zeigt damit eindrucksvoll das Potenzial von Webassembly.

Doom 3 im Web. (Screenshot: Gabriel Cuvillier)

Doom 3 im Web. (Screenshot: Gabriel Cuvillier)

Webassembly wird breit von Browsern unterstützt

Webassembly wird seit Anfang 2017 von allen großen Browsern unterstützt. Neben C und C++ per Emscripten können auch Projekte aus Rust, Go, C# und F# zu Webassembly kompiliert werden, weil diese Sprachen diese Fähigkeit bereits mitbringen. Webassembly wird eine große Zukunft vorhergesagt. Mozilla arbeitet unter dem Namen WASI (WebAssembly System Interface) daran, die Assemblersprache auch außerhalb des Webs zugänglich zu machen.

Spielbare Demo und Quellcode erhältlich

Wenn ihr euch von der Qualität der Umsetzung selbst überzeugen wollt, könnt ihr die Demo hier starten. Beachtet dabei aber, dass das Spiel erst laufen wird, wenn es die Spieldaten, immerhin 400 Megabyte, vollständig geladen hat. Diese Daten und euren Spielfortschritt nebst Konfigurationseinstellungen speichert D3wasm in einer lokalen IndexedDB. Deshalb läuft das Spiel nicht im privaten Browser-Modus.

Wer sich für den Source Code interessiert, findet ihn auf GitHub.

Passend dazu: Hohe Performance, gute Fehlerprüfung: Darum ist Rust so beliebt

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