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E-Commerce: Jeder dritte Shop weist fünf oder mehr Schwachstellen im Bezahlprozess auf

(Bild: mirtmirt / Shutterstock)

Die Payment-Plattform Stripe hat die Checkout-Prozesse der wichtigsten deutschen Onlinehändler untersucht. Das Ergebnis überrascht: Mehr als zwei Drittel haben mindestens drei Fehler im Bezahlprozess für Kreditkarten.

Stripe hat eine Analyse der Checkout-Prozesse der wichtigsten E-Commerce-Websites in Deutschland durchgeführt (auf der Basis der Alexa-Rankings). Insgesamt hat der Payment-Dienstleister dabei zwölf unnötige Fehler identifiziert, die den Bezahlprozess mit Kreditkarte aufwendiger machen und damit zu Reibungsverlusten und einer schlechteren Conversion-Rate aufseiten des Händlers führen.

Die Untersuchung ergab, dass gut zwei Drittel der gut 100 reichweitenstärksten deutschen E-Commerce-Websites drei oder mehr dieser Fehler machen. Immerhin hat sich der Wert gegenüber 2018 verbessert. Damals waren es über 90 Prozent – ein schwacher Trost. Zahlungsarten wie Apple Pay oder Google Pay werden hierzulande online immer noch so gut wie gar nicht angeboten, obwohl viele Kunden diese Bezahlverfahren offline nutzen.

Im Schnitt 3,81 Fehler im Payment

Nur fünf der gut 100 untersuchten Websites hatten einen wirklich fehlerfreien Checkout-Prozess. 67,3 Prozent (2018: 92,7 Prozent) wiesen drei oder mehr Fehler auf, 37,3 Prozent (2018: 57,3 Prozent) gar fünf oder mehr und immer noch 14,5 Prozent (2018: 10,4 Prozent) sieben oder mehr Fehler in den zwölf getesteten Kriterien. Durchschnittlich kamen die reichweitenstärksten Onlineshops in Deutschland damit auf 3,81 Fehler.

Die detaillierte Analyse zeigt, dass bei 56 Prozent der Websites keine manuelle Eingabe des Gültigkeitsdatums einer Kreditkarte möglich war. Meist gab es hier nur ein Drop-down-Menü, was die Eingabe verlangsamt und erschwert. Immerhin hat sich der Wert im Vergleich zu 2018 (74 Prozent) deutlich verbessert. Bei 52 Prozent (2018: 67 Prozent) gab es keine Echtzeit-Erkennung ungültiger Kreditkartennummern. Eine automatische Anzeige des Kreditkartentyps nach Eingabe der Nummer erfolgte bei 44 Prozent (2018: 61 Prozent) nicht

Deutliche Verbesserungen im Vergleich zu 2018 gab es in puncto Nutzung der im Browser abgespeicherten Zahlungsdaten (Autofill-Funktion). Hier bieten 81 Prozent der getesteten Websites eine sehr gute User-Experience. Verschlechterungen gab es allerdings auch – so geben 27 Prozent (2018: 18 Prozent) der Checkout-Prozesse keinen Hinweis darauf, wo die Prüfnummer der Kreditkarte zu finden ist. Ob das jetzt wirklich viele Kunden vor größere Hürden stellt, sei mal dahingestellt – nötig ist das aber nicht.

Apple Pay und Google Pay kaum im Angebot

In der Analyse wurde erstmals auch untersucht, inwieweit in Deutschland online bereits neuartige Zahlungsmethoden angeboten werden. Apple Pay bieten nur gut zwei Prozent der größten Websites in Deutschland an, Google Pay sogar nur knapp über ein Prozent. Dabei bieten beide den entscheidenden Vorteil, schon von sich aus SCA-konform zu sein, was für alle E-Commerce-Unternehmen 2020 ein wichtiger Punkt sein dürfte, weil Ende des Jahres die Schonfrist der neuen EU-Zahlungsregulierung, der Starken Kundenauthentifizierung (SCA, Strong Customer Authentication), für Banken und Händler zu Ende geht.

Erfreulich war bei der Analyse, dass der Checkout-Prozess auf fast allen Seiten automatisch für mobile Endgeräte angepasst wird, oder zumindest auch auf dem Smartphone funktioniert. Allerdings stellte sich nur bei 49 Prozent (2018: 40 Prozent) der getesteten Websites die mobile Tastatur automatisch auf die numerische Eingabe um, wenn das Eingabefeld ausschließlich für die Eingabe von Zahlen gedacht ist (etwa für die Kreditkartennummer). Das sind tatsächlich Usability-Themen, die inzwischen eigentlich jeder Entwickler auf dem Schirm haben könnte.

Unterm Strich zeigt die Stripe-Studie also zahlreiche einfache Themen auf, die die Onlinehändler verbessern könnten und die sich mit halbwegs geringem Aufwand bezahlt machen können. Denn wer es dem Kunden so einfach wie möglich macht, bei ihm einzukaufen, wird mit entsprechend hoher Conversion in der digitalen Kassenzone belohnt. Dass die Studie auch dazu dient, den Händlern die SCA-Verpflichtung, die es ja eigentlich bereits gibt (Stichwort Schonfrist), noch einmal vor Augen zu führen, ist allerdings auch klar. Wer in dem Zusammenhang seinen Shop ohnehin überarbeitet, sollte die übrigen Themen gleich mit angehen.

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