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Ratgeber

E-Commerce international: 5 Dinge, die Onlinehändler beachten müssen

Internationaler Handel ist eine Chance – doch zunehmende Regulatorik kann zum Hindernis werden und auf die Marge drücken. Fünf Dinge, die Onlinehändler beim internationalen E-Commerce beachten sollten.

Von Dr. Roger Gothmann
3 Min.
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Der internationale E-Commerce eröffnet kleinen Händlern neue Möglichkeiten, Kunden zu gewinnen. (Bild: Rawpixel.com / shutterstock)

„E-Commerce ist das neue Normal“ – so titelte der Branchenverband BEVH bei der Vorstellung des Branchenumsatzes 2021. Demnach wuchs der Brutto-Umsatz mit Waren 2021 um 19 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 99,1 Milliarden Euro. Immer mehr Händler setzen im E-Commerce auf internationale Märkte, vor allem in der EU. Doch beim Verkauf ins Ausland lauern ein paar Hürden und bürokratischer Mehraufwand. Das sorgt für Unsicherheit und kann auf die Marge durchschlagen.

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Der Verkauf ins Ausland bietet für Onlinehändler große Chancen. Vor allem kleinen und mittelgroßen Händlern eröffnet der internationale E-Commerce die Möglichkeit, neue Kundengruppen zu erschließen. Die Nutzung von Logistikstrukturen großer Marktplätze erleichtert dabei vieles. Gleichwohl gibt es auf Seiten der Onlinehändler einige Unsicherheiten beim Verkauf ins Ausland. Auch eine Befragung von Ibi Research aus dem Jahr 2019 zeigte, dass rechtliche, steuerliche und logistische Hürden die wesentlichen Hindernisse beim Verkauf ins Ausland sind.

Was gilt es für Händler beim internationalen Verkauf zu beachten, damit die Regulatorik nicht zum Hindernis für den Onlinehandel wird?

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Umsatzsteuer im Ausland

Will man Waren an Verbraucher ins EU-Ausland versenden, ist man bereits ab einem Schwellenwert von 10.000 Euro Nettoumsatz im Ausland steuerpflichtig. Obwohl zum 1. Juli 2021 EU-weit der sogenannte One Stop Shop (OSS) eingeführt wurde, um die internationale Umsatzsteuerabwicklung für Onlinehändler zu erleichtern, zeigt die Realität ein anderes Bild: Statt Erleichterungen brachte die Reform einen zusätzlichen Bürokratieschub, da es sehr viele Ausnahmeregelungen gibt, die nicht über den OSS abgebildet werden können.

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Logistik international

Der Mehraufwand durch Zoll und Logistik hindert viele Onlinehändler am internationalen Verkauf von Waren – das hat das Beispiel Brexit eindrücklich gezeigt. Was innerhalb Deutschlands keinen Gedanken wert ist, wird grenzüberschreitend zur zusätzlichen Hürde: Welcher Logistikdienstleister eignet sich? Sind die Versandzeiten international zuverlässig? Welche Konditionen gelten bei Retouren? Eine ausführliche Recherche ist an dieser Stelle dringend notwendig.

Verpackungs- und Verbraucherrecht

Der Registrierungsaufwand der EU-Verpackungsverordnung hält ebenfalls viele Händler vom Verkauf ins Ausland ab. Ein Blick in die Praxis zeigt, es wird nicht besser: 2022 stehen weitere Veränderungen bei Verpackungs- oder Verbraucherrecht an. Hinzu kommt, dass die Versand- und Retourenabwicklung im Ausland wesentlich teurer ist als in Deutschland. Das liegt hauptsächlich an der EU-Verpackungsrichtlinie. Jeder Mitgliedstaat hat eigene nationale Gesetze, was dazu führt, dass diese bei europaweiter Lieferung sehr schwer zu durchschauen sind. Händler sollten dieses Jahr die EU-Verordnung mit Blick auf Binnenmarktartikel im Auge behalten. Die soll zukünftig die Verpackungsrichtlinien ersetzen, was auch im Onlinehandel greifen wird.

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Online-Marktplätze

Aus einer Marktanalyse von Sendcloud geht hervor, dass 87 Prozent der Onlineshopper regelmäßig auf Marktplätzen kaufen. Vorteile sehen die Onlinekäufer vor allem in der Vertrautheit und Einfachheit der Marktplätze. Für Händler bietet das Setzen auf Marktplätze – entweder in Ergänzung zum eigenen Shop oder als vollständige Alternative – einige Vorteile. Ein wesentlicher Benefit ist etwa der Zugang zu neuen Kunden. Daneben bieten immer mehr Marktplätze Händlern auch Optionen für Versand und Logistik an. Dies erspart Verkäufern zum Beispiel eigene Lagerlösungen. Zusätzlich übernimmt der Marktplatz auch Retouren. Diese Erleichterungen stehen häufig jedoch erst unter bestimmten Voraussetzungen zur Verfügung und bedeuten Kosten oder Gebühren.

Zudem bringt der Handel über Marktplätze zusätzlichen Aufwand mit sich: Nutzen Onlinehändler grenzüberschreitende Logistikstrukturen von Online-Marktplätzen oder Fulfillment-Dienstleistern, können sie keine Umsatzsteuer-Erklärungen über den OSS vornehmen (Stichwort: Ausnahmeregeln).

Interne Prozesse

Gerade im internationalen Kontext ist rechtskonformes Handeln im Online-Business enorm wichtig. Wenn ein ausländisches Finanzamt Steuern nachberechnet, kann es schnell teuer werden. Um den Gewinn aus der internationalen Expansion nicht in bürokratischen Mehraufwand stecken zu müssen, ist es wichtig, eigene Prozesse zu optimieren. Denn gerade im Onlinehandel ist die Marge nicht gerade üppig, wenn das Konkurrenzprodukt nur ein paar Klicks entfernt ist. Wer seine Backend-Prozesse kritisch prüft und überlegt, was effizienter gestaltet werden kann, spart am Ende nicht nur auf der Kostenseite zugunsten der Marge, sondern gewinnt auch Zeit, um die Einnahmenseite zu verbessern.

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