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E-Commerce

Von Kickstarter zum Bestseller: Wie ein Technikspielzeug für Mädchen es in die Amazon-Top-20 geschafft hat

(Screenshot: Goldie Blox)

Das Technik-Spielzeug „Goldie Blox“ hat es vom Kickstarter-Projekt zum Bestseller geschafft. Weg vom pinken Geraffel hin zum spielerischen Ingenieursdenken – und dabei cool und kindgerecht bleiben. Ob das Goldie Blox gelingt, erfahrt ihr im Artikel.

Die pinken Gänge der Spielzeugläden gleichen den verkrusteten Denkweisen in der Spielzeugbranche: vollgestellt mit althergebrachten, vorurteilsbeladenem Inventar. Im Falle der Regalreihen in den Gängen zusätzlich noch hübsch pink verpackt und nicht so angestaubt wie die Ideen in den Köpfen der Spielzeug-Produzenten. Ein neues Spielzeug für Mädchen will die pinken Verhaltensmuster durchbrechen und hat auch die besten Chancen dazu – Schließlich ist Goldie Blox, wie das Technik-Spielzeug heißt, innerhalb kürzester Zeit vom Kickstarter-Projekt zuerst in sämtliche Toys'R'Us-Märkte der Vereinigten Staaten gewandert, um schließlich in der Top-20-Verkaufscharts von Amazon zu landen. Was es mit dem Ingenieurs-Spielzeug für Mädchen und dem kreativen E-Commerce-Konzept auf sich hat, haben wir uns für euch angesehen.

(Screenshot: Goldie Blox / Amazon)
E-Commerce kreativ: Das Goldie-Blox-Set. (Screenshot: Goldie Blox / Amazon)

E-Commerce kreativ: Spiel mit Goldie Blox, der Kinder-Erfinderin

Das Spielzeug-Konzept besteht aus einem „Baukasten“ mit einem Antriebsband, beweglichen Elementen, Figuren, einer Grundplatte und einem Begleitbuch. Das Buch erzählt in Bildergeschichten die Abenteuer der mitgelieferten Hauptfiguren, die jeweils irgend ein Problem technisch lösen, das die kleinen Ingenieurinnen dann mit Hilfe des Baukastens nachbauen sollen. Durch das Nachvollziehen der Lösungsansätze sollen so die Bildung eines technischen Grundverstandes und die Fähigkeit gefördert werden, selbstständig Problemstellungen zu lösen. Die Intention dahinter: Mädchen für die eher männlich dominierten Ingenieursberufe zu begeistern, durch ein Spielzeug jenseits der stereotypen pinken Lego-Pakete, Prinzessinnen-Outfits und Puppenhäuser.

Die Entstehungsgeschichte: Wer hinter Goldie Blox steht

Hinter dem Technik-Spielzeug steht Debbie Sterling, die als Stanford-Absolventin eines Ingenieurs-Studiengangs die Idee zur Markreife entwickelt hat. Als Ingenieurin war Sterling frustriert von den klischeehaften Spielzeugwelten, deren einzige Antwort auf die Nachfrage nach technischem Spielzeug meist gleich ausfiel: pinke Varianten des Spielzeugs für Jungs. Im ersten Anlauf mit Hilfe der eigenen Ersparnisse realisiert, versuchte Sterling dann ergebnislos, einen Hersteller für das Spielzeug zu begeistern. Dabei war das selbst entwickelte Konzept keiner Laune entsprungen: Marktforschung, Gespräche mit Herstellern und viel Forschungsarbeit zu den Spielzeug-Vorlieben der jungen, weiblichen Kundschaft sollen dem Produkt vorausgegangen sein. Dabei hätten sich zwei klare Vorlieben herauskristallisiert: lesen und bauen. Der logische nächste Schritt bestand darin, beides zu kombinieren. Heraus kam: die Goldie Blox.

Letztlich zum Durchbruch verholfen hat der Jung-Unternehmerin Kickstarter. Innerhalb von vier Tagen hat Sterling, die jetzt CEO von Goldie Blox Inc. ist, rund 280.000 US-Dollar von rund 5.000 Kickstarter-Backern eingesammelt. Am letzten Tag der Kampagne auf Kickstarter kam dann auch der Vertriebsdurchbruch: Die bekannte Spielzeugkette Toys'R'Us sagte zu, das Produkt in allen Filialen anzubieten. Heute ist der Erfolg fass- und messbar: Das Produkt ist in den USA in rund 1.000 Spielzeugläden erhältlich, war einige Zeit in der Top-20-Verkaufs-Charts von Amazon und befindet sich aktuell noch in den Top 100. Das Konzept befindet sich immer noch in stetiger Weiterentwicklung – so sind für die Zukunft noch Erweiterungssets und weitere begleitende Bilderbücher angedacht.

(Screenshot: readwrite/Debbie Sterling)
Goldie-Blox-CEO Debbie Sterling, Ingenieurin mit Stanford-Abschluss. (Screenshot: readwrite/Debbie Sterling)

Fazit: Kundenmeinungen entweder himmelhochjauchzend oder bitter enttäuscht

Das Konzept ist zeitgemäß und macht zu Recht von sich reden. Kinder in Schubladen zu stecken, macht genauso wenig Sinn, wie Männer und Frauen in Schubladen zu stecken. Mädchen nur mit Puppen und ähnlichem zu adressieren, ist überholt. Der Versuch, ein Spielzeug anzubieten, dass gezielt technischen Sachverstand fördert, ist lobenswert und dementsprechend soll der Erfinderin auch der wirtschaftliche Erfolg gegönnt sein. Die Kundenmeinungen zu dem Produkt sind allerdings eindeutig: Entweder völlig begeistert oder ziemlich enttäuscht. Mittelmäßige Rezensionen waren nicht zu entdecken. Entweder ware die beschenkten Kinder ewig mit dem Spielzeug beschäftigt oder verloren schon nach wenigen Minuten das Interesse. Es scheint, als hätte sich zumindest für einen Teil der Kundschaft die Geschichte hinter Goldie Blox als interessanter erwiesen als das eigentliche Spielzeug. Wie auch immer – Geschichte und Marketing-Konzept sind auf jeden Fall eine spannende E-Commerce-Story.

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Eine Reaktion
Guntram

Grandios!!! Leider hier in Deutschland noch nicht zu erhalten.

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