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E-Mail-Verbot nach Feierabend: Frankreich will Arbeitnehmern das Recht auf Freizeit garantieren

(Foto: Shutterstock)

Im Rahmen der heftig umstrittenen Arbeitsmarktreformen will Frankreich Arbeitnehmern das Recht auf Freizeit garantieren. Geplant ist ein E-Mail-Verbot für Arbeitgeber nach Feierabend und an Wochenenden.

Frankreich will E-Mail-Verbot nach Feierabend

Die geplanten Arbeitsmarktreformen sorgen in Frankreich derzeit für heftige Proteste. Die Gewerkschaften haben zum Kampf geblasen, Streiks und Blockaden legen das Land lahm. In dem Maßnahmenpaket, mit dem Frankreichs Wettbewerbsfähigkeit erhöht und die Sozialausgaben begrenzt werden soll, befindet sich ein Punkt, der Arbeitnehmer eigentlich freuen dürfte: ein Verbot für Chef-E-Mails nach Feierabend und am Wochenende.

Französische Chefs bekommen E-Mail-Verbot nach Feierabend. (Foto: digitpedia / flickr.com, Lizenz: CC-BY)

In Deutschland gibt es eine solche bundesweit einheitliche Regelung nicht. Aber es haben viele Unternehmen betriebliche Vereinbarungen getroffen, die Mitarbeiter vor dem E-Mail-Stress in der Freizeit schützen sollen. So hat sich etwa VW verpflichtet, nach Feierabend keine Firmen-E-Mails mehr an die Angestellten zu verschicken. Die Konkurrenten BMW und Daimler gehen ähnlich vor.

Noch ist das Abschalten in der Freizeit oder im Urlaub aber nicht zu den Arbeitnehmern vorgedrungen. 72 Prozent der deutschen Beschäftigten antworten während ihres Urlaubs auf dienstliche Anrufe, E-Mails oder Kurznachrichten wie SMS, wie eine Umfrage im vergangenen Sommer ergeben hat.

E-Mail-Verbot soll Stress reduzieren

In Frankreich soll das den Arbeitnehmern künftig erleichtert werden, indem der Staat Chefs und Vorgesetzten ein E-Mail-Verbot für die Zeit nach dem Feierabend und am Wochenende erteilt. Dies soll alle Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitern betreffen. Als Grund für den staatlichen Eingriff gelten der zunehmende Stress und damit einhergehende Erkrankungen aufgrund der ständigen Erreichbarkeit.

Es gibt allerdings auch Kritik an dem geplanten Gesetz. So rechnen Gegner damit, dass das Gesetz schon in wenigen Jahren irrelevant wird, weil die Kommunikation auf anderen Wegen erfolge. Unternehmen wünschten sich eher mehr Flexibilität als noch mehr Regeln im Arbeitsumfeld.

via www.good.is

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3 Reaktionen
Pete

So lange die Leute alles mit sich machen lassen, wird die Burnout-Quote weiter steigen. Insbesondere die Deutschen die in ständiger Angst vor Arbeitslosigkeit leben. Lächerlich Anbetracht unseres Sozialstaats, Kündigungsschutz und Betriebsräten.

Dienstliche E-Mails nach Feierabend schreibe ich nur wenn ich es will. Beantworten tue ich keine und Anrufe entgegennehmen schon gar nicht.

Über Kollegen die aus dem Urlaub in die Firme kommen wenn es "brennt" kann ich auch nur den Kopf schütteln.

Wer es mit sich machen lässt ist selber schuld.

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Bestandskunde

Einen Königsweg wird es nicht geben. Aber vielleicht wäre eine innerbetriebliche Vereinbarung zwischen Geschäftsführung und Betriebsrat besser, die nach betrieblichen und branchenspezifischen Erfordernissen regelt, was nach Feierabend geht, was nicht.
Ansonsten: Das Private muss nicht immer das Öffentliche sein; vielleicht sollte das Prinzip wieder gelten, dass die privaten Kontaktdaten die privaten Kontaktdaten sind und nicht für arbeitsbezogene Kommunikation genutzt werden sollten. Firmenkommunikation über ein Firmenpostfächer für jeden Mitarbeiter. Da kann man bei Bedarf auch an paar Schräubchen drehen, damit man beim Angeln nicht belästigt wird.
Als geschwätziger als E-Mail erlebe ich nebenbei Facebook und Konsorten. Hier posten sich Mitarbeitergruppen kreuz und quer durch die Abteilungen unbeschadet von Dienst und Tageszeit mit Wichtigem und Unwichtigem ins Koma. Wobei nicht selten auch noch veritabel gegen Datenschutz und betriebliche Verschwiegenheit verstoßen wird.

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Günter Weick

SofTrust Conslting hilft seit 2001 Unternehmen dabei E-Mail und andere elektronische Kommunikationsformen richtig einzusetzen. Unsere Erfahrung: Für jene Unternehmen, die das Thema ernsthaft angehen ist ein gesetzliches Verbot unnötig und kann wirklich negative Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit haben. Bei anderen Unternehmen ist das Verbot vielleicht wirklich hilfreich, um das Management für das Thema der Langzeitschäden zu sensibilisieren. Aber auch da sehen wir potentielle Wettbewerbsnachteile. Nicht deshalb, weil die ein oder andere E-Mail nicht in der Freizeit geschrieben wird, sondern deshalb, weil entmündigte Mitarbeiter nicht unbedingt diejenigen sind, die dann Initiative entwickeln, wenn es nötig ist.
Günter Weick

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