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Geoblocking: Deshalb könnte Onlineshopping bald fairer werden

Geoblocking auf EU-Ebene abgeschafft? Nein, ganz so weit sind wir noch nicht. (Bild: Victor Maschek / Shutterstock)

Die Europäische Union will internationalen Online-Einkauf (ein wenig) leichter machen. Doch die europäischen Grenzen werden in einem wichtigen Bereich bestehen bleiben.

Der europäische Binnenmarkt ist in mancher Hinsicht immer noch nicht Realität, gerade wenn es sich um E-Commerce handelt. Einerseits lassen sich Preise gerade dank Internet gut vergleichen und auch die Bestellung wäre dank internationaler Postdienste kein Problem, doch es gibt oft andere Hindernisse in Form des Geoblockings, mit dem EU-Bürger vom Internet-Shopping im Ausland abgehalten werden sollen. Doch damit könnte bald Schluss sein, wenn es nach dem Willen der europäischen Politik geht. Eine entscheidende Abstimmung dazu steht am Dienstag an.

Geoblocking: Händler und Hersteller schaffen oft Probleme für den Kunden

Oft ist es gar nicht einfach, beispielsweise eine neue Kaffeemaschine im Internet zu bestellen. Zwar gibt es da diesen italienischen Onlinehändler mit super Angeboten. Doch versucht der Kunde von Deutschland aus, auf die Bestellseite zu gelangen, wird er automatisch weitergeleitet – auf eine deutsche Version der Seite, wo die Wunsch-Kaffeemaschine gar nicht verfügbar ist oder viel teurer.

Eine Lösung sind oftmals VPN-Zugänge, die der Website eine andere Nationalität des Käufers vortäuschen. Doch spätestens beim Bezahlen wurden in der Vergangenheit wahlweise deutsche Adressen gar nicht erst zugelassen oder bestimmte Bezahlverfahren, etwa deutsche Kreditkarten, abgewiesen. Hinter solchen ärgerlichen Erfahrungen steckt das sogenannte Geoblocking, das die EU jetzt aus dem Onlinehandel weitgehend verbannen will.

Egal ob beim Anmieten eines Autos, beim Bestellen von Konzerttickets oder bei bestimmten Büchern und Filmen – mal sind es die Hersteller oder Veranstalter selbst, mal die Händler, die ein international unterschiedliches Pricing umzusetzen versuchen oder (im Fall der Film-DVD) ein Interesse daran haben, dass bestimmte Fristen (etwa nach dem Kinostart) eingehalten werden.

Jeder dritte Händler nutzt aktuell Geoblocking

Laut einer Erhebung der EU-Kommission nutzt jeder dritte Händler in Europa Geoblocking zur Kundenselektion. Gerade bei kleineren Händlern steckt dahinter oft die Befürchtung, mit diesen wenigen Auslandslieferungen deutlich mehr Aufwand in Sachen Logistik oder Steuern zu haben, manchmal behindern auch kulturelle Unterschiede den Handel. „Leider haben wir im Handel keine europäische Einigkeit, sondern müssen mit diversen Unterschieden leben“, sagt dazu Oliver Prothmann, Präsident des Bundesverbands Onlinehandel.

Während deutsche Kunden noch vergleichsweise wenig Probleme mit der Produktauswahl haben, sind insbesondere Kunden aus kleineren Märkten wie Luxemburg oder Slowenien betroffen. Problematisch ist das Geoblocking aber durchaus auch für Bewohner in Grenzregionen, die beispielsweise an der deutsch-französischen Grenze französische Produkte oder in Schleswig-Holstein Produkte aus dem benachbarten Dänemark bestellen wollen (Stichwort dänische Minderheit).

Die neue Verordnung soll faires Onlineshopping für alle ermöglichen. So wird es Händlern künftig nicht mehr möglich sein, ausländische Käufer von ihren Angeboten auszuschließen oder automatisch auf Webseiten mit beispielsweise anderen Preisen weiterzuleiten. Bietet der Onlinehändler generell keine Lieferung in das Wunschland an, sollen Käufer zumindest die Möglichkeit bekommen, ihre Ware selbst abzuholen oder den Transport zu organisieren.

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