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Geoblocking: Deshalb könnte Onlineshopping bald fairer werden

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Digitale Medien: Hier ist das Geoblocking noch komplizierter

Doch die neue Regelung greift zu kurz, wie Julia Reda, EU-Abgeordnete der Piratenpartei und netzpolitische Sprecherin der Grünen/EFA-Fraktion betont: „Leider hat die EU entgegen anderslautenden Jubelmeldungen digitale Grenzbalken im Internet mit dieser Verordnung nicht einmal annähernd abgeschafft.“ Sie kritisiert vor allem die Einschränkung bei urheberrechtlich geschützten Waren, etwa Filmen oder Büchern, die ja durchaus auch per Streaming oder Download aus dem Ausland bezogen werden könnten. Hier hatten sich offenbar die TV-Anstalten und Filmfirmen bei der EU-Kommission durchgesetzt, die weitreichende Veränderungen und Probleme für ihr Geschäft sehen. „Digitale Medieninhalte werden weiterhin an Ländergrenzen Halt machen. Die nationalen Regierungen haben bei den Kompromissverhandlungen jeglichen Fortschritt in diesem Bereich erfolgreich blockiert.“

Es ist zwar gegebenenfalls möglich, den daheim bestellten Film-Streaming-Dienst auch im Urlaub zu nutzen – das wird aufgrund eines anderen, im vergangenen Jahr verabschiedeten Gesetzes bereits ab März 2018 möglich sein. Wer aber beispielsweise aus sprachlichen Gründen die französische oder englische Version eines Audiobook-Dienstes bestellen will, obwohl er keinen dortigen Wohnsitz hat, wird auch weiterhin außen vor bleiben. Doch auch hier wieder keine Regel ohne Ausnahme: Cloud-Dienste oder Hosting Services müssen für jeden in Europa zum gleichen Preis verfügbar sein, ohne Einschränkungen wegen Payment-Lösung oder Wohnsitz.

Auch Johannes Kleis von der Europäischen Verbraucherzentrale BEUC kritisiert das neue Gesetzeswerk aufgrund seiner Halbherzigkeit in Sachen urheberrechtlich geschützte Güter: „Das macht aus Verbrauchersicht überhaupt keinen Sinn.“ Und noch etwas stört den Verbraucherschützer: „Die Tatsache, dass man in bestimmten Fällen die bestellten Güter nur im Land des Herstellers oder Lieferanten abholen kann, ist natürlich unbefriedigend.“ Selbst wenn die EU jetzt den Weg für die Abschaffung des Geoblocking ein Stückchen weiter freimacht, wird es noch einige Zeit dauern, bis die neue Regulierung europaweit umgesetzt ist und Anwendung findet. (mit Material von dpa)

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