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Startups

Exklusiv: Deutscher Softwarehersteller kauft Berliner Cloud-Startup Ezeep

Das Gründerteam von Ezeep. (Foto: Ezeep)

Das insolvente Berliner Startup Ezeep geht überraschend an den deutschen Softwarehersteller ThinPrint. Damit ist der Cloud-Printing-Dienst von Ezeep vorerst gerettet. Unklar ist, wie es mit den Mitarbeitern weitergeht.

Insolvenz mit Happy End

Erst vor wenigen Wochen hatte das Startup Insolvenz angemeldet, jetzt ist doch noch der Verkauf gelungen: Der deutsche Softwarehersteller ThinPrint übernimmt das Berliner Cloud-Printing-Startup Ezeep. Das erfuhr t3n exklusiv aus einer E-Mail von Carsten Mickeleit, dem Gründer von ThinPrint und derzeitigen Vorstandsvorsitzenden der Muttergesellschaft Cortado. Auch Ezeep-Gründer und CEO Sascha Kellert hat die Übernahme bestätigt: „Ja, es stimmt“, teilte er t3n auf Nachfrage mit. Über die Höhe der Kaufsumme wurde indes Stillschweigen vereinbart. Weder ThinPrint noch Ezeep wollten sich dazu äußern.

Die Idee vom Dropbox für Drucker blieb ohne Erfolg

Mit Ezeep verleibt sich Thinprint – weltweit führender Anbieter für virtuelle Druckmanagement-Lösungen – eines der bekannteren Startups aus Berlin ein. Das 2010 von Sascha Kellert, Frederic Haitz und Marian Zange gegründete Unternehmen hat eine Technologie entwickelt, mit der Nutzer beliebige Dokumente ohne Druckertreiber zu Papier bringen können.

Mit der Technologie von Ezeep können Nutzer stationär am Desktop als auch mobil am Smartphone jedes Dokument ohne Druckertreiber ausdrucken. (Foto: Ezeep)
Mit der Technologie von Ezeep können Nutzer stationär am Desktop als auch mobil am Smartphone jedes Dokument ohne Druckertreiber ausdrucken. (Foto: Ezeep)

„Das, was Dropbox mit Dokumenten macht, macht Ezeep mit Druckern“, so erklärte Sascha Kellert das Produkt häufig. Vom Desktop-Rechner oder Laptop druckt man über eine Web-App, vom Smartphone oder Tablet hingegen über eine native App für iOS und Android. Nach konservativen Schätzungen sammelte das Startup in den letzten Jahren mehr als vier Millionen US-Dollar Kapital von Investoren ein. Als Zielgruppe hatte Ezeep vor allem Unternehmen im Visier.

Dem Konzept blieb der Erfolg allerdings trotz der frühzeitigen Fokussierung auf den gegenüber Cloud-Lösungen aufgeschlosseneren US-Markt verwehrt. Erst Anfang Juli hatte das Jungunternehmen Insolvenz angemeldet. „Eine innovative Lösung, die neue Wege beschreitet, an den Markt zu bringen, dauert“, sagt Ezeep-Gründer Kellert. „Ezeep ist ein sehr technisches Produkt und unterliegt deshalb auch anderen Marktbarometern.“

So geht es mit Ezeep jetzt weiter

„„Als wir feststellten, dass durch die Insolvenz das Ende von Ezeep droht, sind wir schnellst möglichst eingesprungen.“

Vor diesem Hintergrund überrascht die Übernahme, die auch erst in den vergangenen Wochen zustande kam. „Als wir feststellten, dass durch die Insolvenz das Ende von Ezeep droht, sind wir schnellst möglichst eingesprungen, weil wir sicher sind, das in Ezeep sehr viele gute Ansätze, Erfahrungen und Lösungen für das Thema Cloud-Printing stecken“, erklärt ThinPrint-Gründer Mickeleit.

Deshalb soll der Dienst von Ezeep vorerst erhalten bleiben. „Ja, der Dienst bleibt bestehen, aber er wird natürlich auch weiterentwickelt, es gibt noch sehr viel zu tun“, so Mickeleit. Auch die Wortmarke von Ezeep soll zumindest mittelfristig fortbestehen, auch wenn ThinPrint eine Zusammenführung für die Zukunft nicht ausschließt: „Wie genau der Service in ferner Zukunft einmal heissen wird, können wir aktuell nicht sagen. ThinPrint ist sicherlich weltweit eine starke Marke.“

Offen ist indes auch die Frage, wie es mit den Mitarbeitern des Berliner Startups weitergeht. Aktuell seien keine Übernahmen geplant. „Das heißt aber nicht, dass wir nicht für Gespräche offen wären“, teilte Mickeleit mit. Ezeep-Gründer Kellert jedenfalls gibt nach der Insolvenz schon ein neues Ziel aus: „Wir werden alles tun, um die Kontinuität des Produktes sicher zu stellen um dann langfristig den Erfolg unter dem Dach von ThinPrint zu ermöglichen.“

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