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Facebook Gesichtserkennung verstehen, nutzen, deaktivieren

Die Facebook Gesichtserkennung sorgte vor einem Jahr für reichlich Ärger. Jetzt könnte durch den Kauf von Face.com neuer Zündstoff entstehen. Wir erklären euch in diesem Artikel alles, was ihr über die Facebook Gesichtserkennung wissen müsst.

Facebook Gesichtserkennung: Automatische Aktivierung sorgt für Ärger

Als Facebook die Gesichtserkennung vor fast genau einem Jahr einführte, waren viele Nutzer und auch Datenschützer wenig begeistert. Der Grund: Facebook hatte die neue Funktion einfach automatisch aktiviert und Facebook-Nutzer bekamen Fotos vorgeschlagen, auf denen Freunde von der Gesichtserkennung markiert wurden. Sie sollten dann entscheiden, ob die Software die Gesichter richtig zugeordnet hatte. Wer verhindern wollte, dass sein Gesicht für die Suche nach passenden Bildern benutzt wird, musste umständlich die Privatsphären-Einstellungen bemühen und die zuvor nicht vorhandene Funktion abschalten.

Trotz der großen Kritik der Datenschützer und der später von Facebook selbst als Fehler bezeichneten automatischen Freischaltung der Gesichtserkennung blieb die Funktion erhalten. Facebook-Nutzer, die damit nicht einverstanden waren, mussten die Gesichtserkennung in den Privatsphäre-Einstellungen deaktivieren.

Facebook erhofft sich durch die Gesichtserkennung eine noch tiefergehende Verankerung der Nutzer mit der Plattform sowie einen weiteren Grund zum Hochladen von Bildern. Schon heute gehört die Plattform zu den wichtigsten Bilderdiensten im Internet. Die weltweit über 900 Millionen Nutzer laden jeden Tag durchschnittlich 300 Millionen Bilder hoch. Der Anteil der mobilen Uploads steigt dabei kontinuierlich an, was für Facebooks Pläne, die größte Personen-Bilddatenbank zu werden, zumindest aktuell ein Problem darstellt, denn die mobilen Apps von Facebook unterstützen die Gesichtserkennung noch nicht.

Gesichtserkennungsexperten von Face.com sollen Facebook mobil in die Spur bringen

Vielleicht auch aus diesem Grunde wurde für eine unbestätigte Summe zwischen 50 und 100 Millionen US-Dollar das israelische Startup Face.com übernommen. Dabei handelt es sich um einen Spezialisten für die Gesichtserkennung, dessen Entwickler nun künftig für Facebook arbeiten sollen. Als erstes Projekt könnte die Implementierung der Gesichtserkennung in die verschiedenen mobilen Apps für iOS, Android und Co. sein. Seit 2007 entwickeln die Macher von Face.com sowohl Desktop- als auch Mobile-Anwendungen zur – diese Erfahrung will sich jetzt Facebook zu Nutze machen.

Zusammen mit dem Knowhow der Instagram-Entwickler und der eigenen Camera-App ergibt sich ein neuer Mobilefokus, der angesichts der Diskrepanz zwischen der steigenden mobilen Nutzung und der technologisch immer noch nicht ausgereift wirkenden Mobile Apps von Facebook dringend nötig ist. Man muss kein großer Prophet sein, um folgende Prognose abgeben zu können: Facebook setzt vermehrt auf die mobile Nutzung und wird auch hier auf die Gesichtserkennung als sozial verbindende Komponente setzen.

Die Gesichtserkennungssoftware von Face.com ist übrigens auch mit weiteren Funktionen ausgestattet, die es bei Facebook in dieser Form nicht gibt. Beispielsweise kann damit das Alter von Personen geschätzt werden.

Facebook Gesichtserkennung: So kannst du sie nutzen

Auch wenn die Kritik zur Zeit der Einführung der Gesichtserkennung groß war und von den Datenschützern auch immer wieder erneuert wurde – es gibt sicher auch Facebook-Nutzer, die diese Funktion klasse finden. Jeder, der schon mal Personen auf einer großen Anzahl von hochgeladenen Bildern manuell markiert hat, wird die automatische Gesichtserkennung zu schätzen wissen. Sei es der eigene Geburtstag, eine Veranstaltung der Firma, dessen Fanpage man betreut oder auch Bilder von einer webaffinen Veranstaltung wie der re:publica - das Taggen kann schnell zum Zeitfresser werden.

Die automatische Gesichtserkennung funktioniert dann besonders gut, wenn man häufig Personen auf Bildern markiert und später erneut Bilder dieser Personen hochlädt. Der Markierungsalgorithmus merkt sich diese Personen und schlägt sie dann zum Markieren vor, wenn neue Bilder mit diesen Gesichtern hochgeladen werden. Zunächst ist also etwas Handarbeit angesagt, damit das System lernen kann. Später mehren sich dann die Markierungsvorschläge und es wird einfacher und schneller. Ganz automatisch geht es aber auch dann nicht, denn jeder Vorschlag sollte genau überprüft werden, damit sich keine Fehler einschleichen.

Facebook selbst bewirbt die Gesichtserkennung damit, dass man so Erinnerungen und Erlebnisse besser mit Freunden teilen kann und sie auch selbst nicht so leicht vergisst.

Facebook Gesichtserkennung: So kannst du sie deaktivieren

Nicht jeder möchte unbedingt auf Bildern beispielsweise einer feuchtfröhlichen Party markiert werden, doch das zu verhindern, ist nicht ganz so einfach. Es gibt keine Option in den Privatsphäre-Einstellungen, mit denen sich das Markieren auf Bildern komplett deaktivieren lässt. Aber es gibt einige Einstellungen mit denen man die Sichtbarkeit einschränken kann:

Profil-Überprüfung einschalten: Markiert jemand ein Foto von dir in einem deiner Beiträge, so müssen diese Markierungen von dir erst akzeptiert oder abgelehnt werden, bevor sie sichtbar werden.

Mit dieser Einstellung müssen alle Markierungen freigegeben werden.

Markierungsüberprüfung aktivieren: Immer wenn jemand einen Beitrag oder ein Foto mit deinem Namen markiert, fragt Facebook nach deiner Zustimmung.

Alle Markierungen müssen vom Nutzer freigegeben werden.

Sichtbarkeit in der Chronik einschränken: Mit der Privatsphären-Einstellung „Markierungen“ kannst du festlegen, wer genau mit dir markierte Beiträge und Fotos sehen kann.

Hier lässt sich die Sichtbarkeit der Markierung z.B. auf die Freunde einschränken.

Markierungsvorschläge deaktivieren: Wenn du nicht möchtest, dass Facebook dich zum markieren auf Bildern vorschlägt, die dir ähnlich sehen, dann kannst du diese Funktion auch in den Privatsphäre-Einstellungen deaktivieren.

Markierungsvorschläge deaktivieren.

Alle diese Einstellungsoptionen findest du mit einem Klick auf das Ausklappmenü oben rechts in der blauen Menüleiste. Dort werden die Privatsphäre-Einstellungen ausgewählt (direkter Link) und dort folgt man dem Link Einstellungen bearbeiten hinter dem Eintrag Chronik und Markierungen.

Facebook Gesichtserkennung: Markierte Bilder löschen

Ist man bereits auf einem Bild markiert worden, so kann man diese Markierung falls gewünscht auch wieder entfernen. Dazu fährt man mit der Maus auf das entsprechende Bild und wählt im dann sichtbaren Optionen-Menü Markierung melden/entfernen. Anschließend ist die Verknüpfung mit dem Profil der markierten Person entfernt und es wird auch nicht mehr im Fotobereich der Chronik angezeigt. Dennoch ist das Foto nicht gelöscht. Es ist weiterhin auf der Seite der Person zu sehen, die es hochgeladen und mit Personenmarkierungen ausgestattet hat. Wer das Bild komplett gelöscht haben möchte und nicht nur die Markierung, muss sich also an den Uploader des Bildes wenden.

War es früher möglich das Facebook Fototeam zu kontaktieren, um die gepeicherten biometrischen Daten, die Facebook für die Gesichtserkennung benötigt, löschen zu lassen, so scheint es diese Möglichkeit mittlerweile nicht mehr zu geben.

Weiterführende Links zum Thema Facebook Gesichtserkennung:

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Eine Reaktion
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Verrück, für Instagram, ohne wirkliches Know-How o.ä., lediglich mit (einigen) Nutzern, werden 1 Milliarde $ gezahlt, für eine Firma mit wirklichen Know-How (Gesichtserkennung mit Geschlechtserkennung, Alterserkennung, ...) blättert Facebook "nur" bis zu 100 Millionen hin. Komische Welt. Aber wahrscheinlich ist Face.com nicht Hipster genug und zu alt um viel wert zu sein.

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