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Fake-Shops in großem Stil: Polizei warnt vor Betrug im Onlinehandel

Fake-Shops stellen die Kunden immer mehr vor Herausforderungen. (Grafik: Shutterstock)

Betrügerische Fake-Shops werden auch in Deutschland immer besser und zocken ahnungslose Kunden ab. Doch mit ein paar einfachen Maßnahmen kannst du dich weitestgehend davor schützen.

Waren Fake-Shops im Internet früher sehr einfach an ihrer unprofessionellen und schlampigen Aufmachung gepaart mit schlechten Übersetzungen der Produkttexte zu erkennen, ist die Sache inzwischen auch in Deutschland schwieriger geworden. Zu beobachten ist eine zunehmende Professionalisierung der Angebote in Kombination mit durchaus günstigen, aber nicht exorbitant billigen Preisen, bei denen auch unbedarfte Kunden nicht gleich misstrauisch werden.

„Wo man vor einigen Jahren Fake-Shops noch schnell erkannt hat, weil sie einfach schlecht aufgemacht waren mit Rechtschreibfehlern oder fehlendem Impressum, sind sie heute wesentlich professioneller“, sagt Ulrich Kaiser, Präventionsexperte beim Polizeipräsidium Mittelhessen in Gießen. Aktuell warnt die Polizei gerade im Kontext der Sonderangebote in der Cyber-Week wieder vor der wachsenden Gefahr, die von den Fake-Shops ausgehen. Denn oft sind dort Markenartikel zu Preisen zu finden, die für viele Kunden attraktiv scheinen. In manchen Fällen, beispielsweise bei zahlreichen China-Händlern auf den beiden großen Plattformen Amazon Marketplace und Ebay, kommen auch Plagiate beim Kunden an. Dann ist über die Plattform aber immerhin das Geld zurück zu bekommen.

Kunden sollten unbekannte Onlineshops unter die Lupe nehmen

Kunden sollten daher gerade unbekannte Shops, die nicht über Plattformen wie Ebay oder Amazon Marketplace abgedeckt sind, genau unter die Lupe nehmen. Dazu reicht meist ein Blick auf die einschlägigen Bewertungsportale und eine Google-Suche. Hilfreich können auch Siegel wie das Trusted-Shops-Logo sein – in diesem Fall lassen sich Käufe bis 100 Euro kostenlos, darüber hinaus kostenpflichtig absichern. In vielen Fällen ist auch ein Blick ins Impressum hilfreich: Fehlt das ganz oder besteht es nur aus einer Mailadresse, dann ist einmal mehr Vorsicht angesagt, ebenso wie bei fehlender Widerrufsbelehrung. Wenn dann noch Vorkasse und / oder obskure in Deutschland nicht gebräuchliche Payment-Systeme die einzigen Zahlungsmöglichkeiten sind, sollte man das als Alarmsignal verstehen. Auch ein ausländischer Firmensitz kann zum Problem werden, wenn man sein Geld zurückerhalten will.

Laut der Kriminalstatistik wurden 2018 bundesweit fast 272.000 Fälle von Internet-Straftaten bekannt. Mehr als ein Drittel davon (35,3 Prozent) entfiel auf den Bereich Warenbetrug. Dazu gehören einerseits Fälle, in denen die bezahlte Ware nicht geliefert wird oder statt der bestellten Qualität Ramschware ankommt. Alleine in Hessen wurden im vergangenen Jahr fast 21 300 Fälle von Online-Warenbetrug registriert. Insgesamt führt der Warenbetrug die Kriminalstatistik rund ums Thema Internet an – klar, weil hier auf vergleichsweise niederschwellige Weise viel zu holen ist. Mit Material der dpa.

t3n meint:

Der alte Spruch „Gier frisst Hirn“ ist nicht ganz falsch: Zu gute Schnäppchen sind oftmals keine – und wem etwas bei einem Onlinehändler komisch vorkommt, der sollte die Finger davon lassen. Im Zweifelsfall kann man auch einfach mal beim Händler anrufen und eine Frage zum Produkt stellen. Das ist zwar keine Garantie dafür, dass der Händler auch nach dem Kauf erreichbar und einsichtig ist, kann aber schon ein Alarmzeichen sein, wenn man schon da niemanden erreicht. Immerhin: Wer reingefallen ist, sollte das Ganze zur Anzeige bringen. Denn die Polizei berichtet, dass immerhin 90 Prozent der Fälle im Bereich Waren- und Warenkreditbetrug aufgeklärt werden konnten. Besser, wenn man es gar nicht so weit kommen lässt.

Tobias Weidemann

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