Ratgeber

Warum Flexibilität das A und O für digitale Nomaden ist

(Grafik: t3n)
Lesezeit: 4 Min.
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„Pläne werden gemacht, um geändert zu werden.“ Flexibilität ist das A und O für digitale Nomaden.

Thailand habe ich hinter mir gelassen – ab nach Vietnam. Erst Da Nang, dann Phu Quoc, jetzt Vung Tau. Gefällt mir hier, doch leider kann ich wohl nicht lange bleiben. Es gibt, mal wieder, Visa-Änderungen … Wohin also als nächstes?

Ich habe aktuell ein nettes Apartment in einer netten Gegend. Und nette Landlords. Die haben mir sogar extra einen neuen Schreibtisch und einen nigelnagelneuen Bürostuhl besorgt, damit ich gescheit arbeiten kann. Ich mag Vietnam. Tolle Menschen, tolles Essen, alles gut. Wenn da nur nicht schon wieder Visa-Änderungen wären. In meinem Pass habe ich ein Drei-Monate-Multiple-Entry-Visa, noch zwei Monate gültig. Bis vor ein paar Tagen hätte ich das jederzeit problemlos verlängern können. Was ich auch vorhatte. Ich wollte mal wieder etwas länger an einem Ort sein. Doch Vietnam hat sich überlegt, die Visa-Gesetze zu ändern … Nicht zum ersten Mal.

Ende Juni ist Schluss

Ab Juli 2020 heißt es, alle vier Wochen einen Border-Run zu machen. Also über die Grenze, eine Nacht in einem anderen Land verbringen, dann wieder einreisen. Das nervt. Bisher konnte ich einfach in ein x-beliebiges Reisebüro um die Ecke gehen, meinen Pass abgeben und zwei Tage später wieder abholen. Ende Gelände. Warum Vietnam das jetzt macht? Keine Ahnung. Es scheint, dass in vielen Ländern die Immigrations das immer wieder mal machen, so als Daseinsberechtigung ihrer Behörde. In Thailand haben sich die Bestimmungen fast monatlich geändert. Eine besagte sogar, dass man ab sofort, selbst als Tourist, sich immer bei der Immigration melden muss, wenn man 24 Stunden irgendwo anders hin will. Die, die schon mal mit dem Rucksack einfach durch Thailand unterwegs waren, werden jetzt wahrscheinlich die Augenbrauen hochziehen.

Ja. Geht nicht mehr. Ihr landet in Bangkok, am Flughafen Immigration, ihr müsst eine Adresse angeben. Dann dort angekommen müsst ihr in die nächste Immigration und euch melden. Entscheidet ihr euch, zwei Tage später auf eine andere Insel zu gehen: das gleiche Spiel … Dann drei Tage später auf eine andere Insel: wieder Immigration … Und das dauert jeweils ein paar Stunden. Keine Ahnung, was Thailand damit bezwecken will.

Offiziell heißt es, dass Thailand damit alle kriminellen Ausländer (Farangs) aus dem Königreich werfen will. Verstößt man gegen dieses Gesetz, kriegt man ein Einreiseverbot für zehn Jahre und eine heftige Geldstrafe. Leute … So wollen die Touristen ins Land locken? Von den digitalen Nomaden mal ganz abgesehen. Raus mit denen! In Chiang Mai, dem Mekka für digitale Nomaden, gibt es mehr und mehr Razzien in Coworking-Stations. Dann sitzt du da, denkst dir nichts Böses, und ruckzuck biste im Bangkok Hilton (Spitzname für ein berüchtigtes Abschiebegefängnis …).

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Und jetzt zieht Vietnam nach.

Heute so, morgen anders

Dieses eine Meldegesetz hat Thailand angeblich wieder vom Tisch genommen (zum dritten Mal in einem Monat, um es dann wieder abgeändert und verschärft einzubringen). Auch in Vietnam höre ich fast jeden Tag neue Meldungen über die Visa-Änderung ab Juli 2020. Hat schon fast was von einer Comedyshow. Ich glaube, in den letzten drei Tagen wurden diese Bestimmungen jeden Tag geändert. Und heute lese ich in der Zeitung, dass Vietnam wegen des Coronavirus jetzt plötzlich gänzlich auf Visa verzichten will, um dem Touristenschwund entgegenzuwirken. Allerdings nur für bestimmte Personen unter bestimmten Bedingungen. Und wenn Vollmond ist. Selbst die Reisebüros, in denen man seine Visa verlängern kann, sind völlig ratlos. Wenn ich abends mal rausgehe, sehe ich viele Leute, die verzweifelt nach Infos fragen. Viele haben in Gedanken schon die Koffer gepackt.

Dann halt nicht

Wie gesagt, eigentlich wollte ich länger hier bleiben. Vung Tau als Homebase, ab und zu nach Ho Chi Minh City (Saigon) oder Da Nang oder Hanoi, mal nach Kambodscha und so. Doch dieser Hickhack geht mir auf den Keks. Dann schaue ich lieber, wie es sich so als digitaler Nomade auf den Philippinen lebt. Dort werden zwar auch ständig alle möglichen Bestimmungen geändert – aber mit ein paar Dollar kann man dort noch einfacher als in Vietnam so manche Sache regeln.

Aber, wer weiß? Vielleicht machen die Philippinen in zwei Monaten die Grenzen dicht. Einfach so. Weil irgendein Regierungsbeamter schlecht geschlafen hat. Dann muss es eben woanders sein.

Ein Praxis-Tipp für euch:

Visa, Visa, Visa … Ein ständiges Thema bei digitalen Nomaden. Besonders für die, die mal etwas länger, als es ein Touristen-Visum hergibt, irgendwo bleiben wollen. Geht in Reisebüros! Vergesst Facebook. Fragt nicht Expats. Reisebüros (also auch die ganz kleinen, bei denen ihr Ausflüge und Bustickets buchen könnt, muss kein großer Laden sein) wissen oft am besten Bescheid. Die können euch weiterhelfen. Mit Rat und Tat. Alles andere ist nur Geschwätz von gestern. Während selbst Tageszeitungen manchmal keine echte Ahnung haben, Reisebüros wissen eher, was Sache ist, und können Dinge oftmals auf dem kleinen Dienstweg regeln …

Cheers, Rob

Du hast Lust, mehr über das Leben als digitaler Nomade zu erfahren? Kein Problem, bei Rob’n’Roll around the World liest du mehr!

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