Ratgeber

Fünf Sterne oder Daumen hoch? Wann du welches Bewertungssystem nutzen solltest

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Die Domäne der 5-Sterne-Bewertungen

Geht es hingegen um komplexere Produkte wie Waschmaschinen, Smartphones, Möbel und so weiter, reicht das simple Daumen-System nicht aus. Hier fehlt es an Differenzierung. Deshalb setzen große Marktplätze wie Amazon oder Otto.de nach wie vor auf eine Kombination aus Fünf-Sterne-Bewertung plus Rezension. Die angehängte Rezension erlaubt es, die gewählte Sternezahl genauer zu erläutern: Welche Aspekte haben sich wie auf die Bewertung ausgewirkt?

Durch die Vielzahl an zu lesenden Rezensionen ergibt sich allerdings ebenfalls ein Problem. Denn das Sterne-System reflektiert meist nicht gezielt die Punkte, die individuelle Kunden womöglich an einer Waschmaschine interessieren. Also suchen diese Kunden mühsam in den Rezensionstexten nach diesem Merkmal, etwa der Waschleistung oder der Stromaufnahme.

Kollege Jochen Fuchs stellte vor wenigen Tagen hier bei t3n das verbesserte System vor, mit dem Otto.de ebendiese Probleme beseitigen will. Mit Hilfe von Technologien aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz strukturiert Otto.de die Kundenrezensionen und erlaubt die Suche nach eben jenen erwähnten Merkmalen, ohne dabei auf das Sterne-System zu verzichten.

Das Ergebnis aus der Arbeit des Algorithmus: Alles zu einem Thema, auf einen Blick. (Screenshot: Otto)

Amazon versucht, das Problem dadurch zu lindern, dass wiederum die Rezensionen bewertet werden können, dann aber nur noch unter dem Aspekt „Hilfreich: ja/nein“. Zudem ist es möglich, die Kommentare zu kommentieren. Ottos Ansatz ist da weitaus fortschrittlicher und für den potenziellen Kunden zeitsparender.

Neben der differenzierten Bewertung komplexer Produkte gibt es einen weiteren Anwendungsfall, in dem das Sterne-System seine Berechtigung hat – nämlich immer da, wo sich User gegenseitig bewerten, um die Transaktionsqualität zu beschreiben. Hier verstehen die Nutzer in aller Regel, dass es von Bedeutung ist, klar und gezielt zu differenzieren, um den Nutzen für andere Teilnehmer hochzuhalten.

Der größte Marktplatz der Welt, nämlich Ebay, setzt zwar nicht auf das Sterne-System, bietet aber mit einer reduzierten Wahlmöglichkeit auf „positiv“, „neutral“ und „negativ“ ebenfalls die Möglichkeit der hinreichenden Differenzierung.

Varianten für bestimmte Zwecke

Soll mit der Bewertung eine bestimmte Emotion abgefragt werden, werden häufig Emoji-Skalen eingesetzt. Der Vorteil daran ist, dass das Emoji selber schon erklärt, wofür es steht. Der Ansatz ist sehr spielerisch und daher besonders für das jüngere Publikum geeignet.

Ebenso können natürlich Varianten gebildet werden, die Zufriedenheit oder Zustimmung graduell abbilden. Einiger Beliebtheit erfreuen sich in jüngster Zeit beispielsweise Bewertungssysteme auf Slider-Basis. Hier wird auf einer Schiebeskala der entsprechende Wert gewählt.

Schlussendlich ist das omnipräsente „Gefällt mir” auf diversen sozialen Medien, wie etwa Facebook und Twitter, auch eine Form eines Bewertungssystems. Um den Charakter eines sozialen Netzwerks nicht zu gefährden, besteht hier die Wahlmöglichkeit zumeist nur darin, das Gefallen an einem Post auszudrücken. Für die kommunikative Zielsetzung dieser Plattformen reicht das völlig.

Fazit: Wähle weise

Als Fazit lässt sich sehr gut Radio Eriwan zitieren. Welches Bewertungssystem soll ich wählen? Es kommt darauf an. Unter dem Gesichtspunkt der Benutzererfahrung muss das gewählte Bewertungssystem erwartungsgemäß sein und darf nicht zu angestrengtem Grübeln hinsichtlich dessen Sinnhaftigkeit führen.

Methoden des Machine Learning werden es künftig erlauben, stets mit einfachen Alternativen zu arbeiten, die dann mittels KI weiter unterfüttert werden. Das genannte Beispiel Otto.de ist nur der Anfang dieser Entwicklung.

Quellen zum Weiterlesen:

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