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Ratgeber

Gamification zur Mitarbeitermotivation: Von der Arbeit ins Spieleparadies

Es muss ja nicht gleich ein ganzes Jump'n'Run sein: Gamification am Arbeitsplatz. (Grafik: Shutterstock)

Spiel, Spaß und Spannung – dass diese Kombination gut funktioniert, verspricht seit etlichen Jahren eine Kindersüßigkeit. Warum also nicht auf ein bewährtes Modell zurückgreifen und es auf andere Bereiche adaptieren?

Spielerisches Lernen ist nicht nur etwas für die jüngere Generation, sondern etabliert sich mehr und mehr in diversen Geschäftszweigen. Buzzword in diesem Zusammenhang: Gamification!

Was ist Gamification?

Bei Gamification handelt es sich um spielerische Wissensvermittlung. Inhalte und Aufgaben, die besonders komplex, schwer zugänglich oder eintönig sind, können auf innovative Weise nähergebracht beziehungsweise einfacher umsetzbar gemacht werden. Der Begriff Gamification wurde erstmals bereits 1978 von Richard Bartle geprägt, dann allerdings lange Zeit auf Eis gelegt. Erst seit Anfang der 2010er Jahre findet eine aktive Implementierung statt. Eines der berühmtesten Beispiele ist wohl der Wahlomat. Mittels eines Quiz wird hier politisches Wissen vermittelt.

Gerade im beruflichen Umfeld wird das Modell immer populärer. Der spielerische Anreiz soll die Motivation und Leistungsbereitschaft der Arbeitnehmer erhöhen. Generell muss natürlich jeder Bereich, der über den Einsatz nachdenkt, individuelle Lösungen für sich finden. Zur allgemeinen Unternehmensphilosophie muss es passen, genauso zu der Branche und den Mitarbeitern. Besonders wichtig ist, dass das Spiel eine direkte Reaktion auf das Handeln der Nutzer hat.

Einblick in die Praxis

Die Bandbreite von Spieloptionen ist extrem groß, gleichzeitig aber von Unternehmen zu Unternehmen individualisierbar. Eine beliebte Form ist das Quiz, basierend auf Wissen über die eigenen Dienstleistungen und Produkte, umgesetzt werden. Auch Aufgaben mit zeitlich eingeschränktem Rahmen („Wer findet innerhalb von 30 Minuten die meisten Anbieter im Bereich…“) oder Logikaufgaben können dazu gehören. Für die nötige Abwechslung sollten auch Aufgaben gestellt werden, die keinen direkten Bezug zum Business haben. Ein einfacher Start in die Gamification kann beispielsweise folgendermaßen aussehen: Bei pünktlicher und korrekter Erledigung von Aufgaben oder dem richtigen Ausfüllen von Formularen gibt es eine Anerkennung. Bereits in Form von aufmunternden Botschaften oder Smileys kann eine positive Resonanz bei den Mitarbeitern hervorgerufen werden. Es gibt natürlich auch weit umfangreichere Spielmodelle, die eine Story auf verschiedenen Ebenen aufbauen, in der die Mitarbeiter eingebettet werden. Dazu gehört eine eigene Spieloberfläche, verschiedene Level, die erreicht werden können, ein eigener Avatar und vieles mehr. Egal wie umfangreich die Spiele sind, die Regeln und auch die Benefits müssen klar sein. So erreicht man etwa bei einer bestimmten Anzahl von Punkten einen Titel oder erhält eine Belohnung wie Rabattmarken. Einfach gehaltene Aufgaben, die Erfolge garantieren, sind sinnvoll.

Die Qualität der Arbeit hängt stark von der Motivation des Mitarbeiters ab. Spielerische Anreize, gekoppelt an einen betriebsinternen Wettbewerb, können für einen Motivationsschub sorgen. Der Spiel-Mechanismus muss allerdings so gestaltet sein, dass Mitarbeitern, die zum Beispiel urlaubsbedingt keine Punkte sammeln konnten, nicht bis zum Monatsende der Anreiz genommen wird, zu performen. Auch unnötiges Konkurrenzdenken und der Aufbau von Druck muss dringend vermieden werden. Es bleibt ein Spiel und somit ein freiwilliges Spaßelement!

Wie setze ich Gamification um?

Worauf müssen Unternehmen achten, wenn die Entscheidung auf die Einführung von Gamification gefallen ist? Um das Modell professionell in bestehende Systeme zu integrieren, ist es ratsam, auf erfahrene Spiele-Entwickler und Game-Designer zu setzen. Zunächst einmal sollte die Ausgangslage analysiert werden. Welche Bedürfnisse sind vorhanden? Sollen Gamification-Elemente als Erweiterungen zu der bestehenden Software entwickelt werden, oder sind bereits Lösungen verfügbar, die eingebunden werden können und über geeignete Schnittstellen verfügen? Nach der Recherche-Phase können erste Ideenskizzen entwickelt werden. Es sollten zunächst Mock-ups oder Prototypen entwickelt werden. Ob als Paper-Version oder Click-Dummy ist dabei egal. Es kann getestet werden, wie intuitiv das Modell nutzbar ist, ob es zu komplex ist und wo gegebenenfalls noch Schwierigkeiten bestehen, die Ausbesserungen verlangen. Es gilt außerdem zu klären, ob es reine Weblösungen sein sollen oder auch App-Lösungen benötigt werden. Hier müssen wiederum die verschiedenen Browser und Betriebssysteme beachtet werden. Auch analoge Spielerlebnisse können eingeführt werden. Ob es einen Spielleiter beziehungsweise Game-Master gibt, muss von Fall zu Fall entschieden werden. Bei manchen Konzepten ergibt es durchaus Sinn, er ist aber nicht zwingend notwendig, denn Regeln können im System hinterlegt und Abläufe somit automatisiert werden.

In unserer schnelllebigen Gesellschaft, in der Jobwechsel an der Tagesordnung stehen, ist es elementar, seinen Mitarbeitern Benefits zu bieten. Wer Spaß bei der Arbeit hat, geht ihr nicht nur engagierter nach, sondern sorgt ebenfalls für ein gutes Klima. Das Teamgefühl wird gestärkt und die Kollegeninteraktion gefördert. Das Unternehmen selbst profitiert von einem positiven Image, zufriedenen Mitarbeitern und einer Effizienzsteigerung. Also: Auf die Plätze, fertig, los!

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