Ratgeber

Profi-Fußballer oder Polizist – warum wir nicht nach Leistung bezahlt werden

Wie viel du verdienst, hängt davon ab, welchen Nutzen du stiftest. (Foto: nito/Shutterstock)

Die Diskussion übers Gehalt ist so alt wie die Menschheit. Alle sind sich einig: Man selbst verdiene zu wenig. Doch stimmt das auch?

Hältst du dein Gehalt auch für zu niedrig? In dem Fall bist du in guter Gesellschaft. Denn ein Großteil der Angestellten und auch viele Selbstständige beschweren sich darüber, zu wenig zu verdienen – obwohl sie doch so viel und hart arbeiten. Schuld seien der böse Arbeitgeber oder der knickrige Kunde. Doch ist das wirklich so? Sind wir im Arbeitsleben von lauter Missgunst umgeben? Geschäftsführer-Coach Bernd Geropp hält das für ein fatales Missverständnis.

Der Nutzen entscheidet

„Es mag zwar so aussehen, als ob du als Mitarbeiter für deine Arbeit bezahlt wirst“, so Geropp. Das sei jedoch im Grunde nicht der Fall. „Du wirst nicht für deine Arbeitszeit bezahlt – selbst wenn es so in deinem Vertrag steht“, so der Coach. „Auch nicht nach Leistung.“ Arbeitszeit und Leistung seien sowohl für den Arbeitgeber als auch für den Kunden belanglos. Entscheidend sei vielmehr der Nutzen, den die Arbeit stiftet. „Honoriert wird nicht die mühevoll erbrachte Leistung, sondern nur die damit generierte Wirkung“, erklärt Geropp weiter. Dabei sei völlig irrelevant, wie der Arbeit- oder Auftragnehmer den Nutzen einschätzt. „Der wird vermutlich sehr hoch sein“, schmunzelt er. Die Wirksamkeit werde jedoch ausschließlich vom Kunden oder vom Arbeitgeber bewertet. „Kunde und Arbeitgeber sind diejenigen, die festlegen, wie wertvoll die Wirkung wirklich ist – und zahlen entsprechend viel oder wenig dafür.“

Lecker und gesund

Auch wenn sich das für den einen oder anderen ungerecht anfühlt – wir verhalten uns im Grunde genauso. Mal ehrlich, wenn du zum Bäcker gehst und überlegst, welches Brot du nimmst, dann wird die Mühe des Bäckers keine Rolle in deiner Entscheidungsfindung spielen. Dir ist es in dem Moment egal, wie viel Zeit der Bäcker ins Brotbacken investiert hat. Es interessiert dich auch nicht, dass er morgens um drei Uhr aufstehen musste. Dich interessiert nur das Ergebnis: Enthält es viel oder wenig Weizen? Sind ordentlich Körner drin? Magst du die Kruste? Ist das Brot also in deinen Augen lecker und gesund? „Je nachdem, wie viel das Brot dir wert ist, bezahlst du mehr oder weniger viel Geld dafür“, so Geropp.

So lange er gewinnt

Ein Blick in die Welt des Fußballs zeigt, wie extrem diese Entscheidung ausfallen kann. Die gigantischen Summen, die die Profi-Spieler kassieren, erregen immer wieder die Gemüter. Gehen hier Millionen Euro über Tisch, weil der Spieler so begeistert am Ball ist? Oder weil er täglich acht Stunden und mehr trainiert? „Falsch“, ist Geropp überzeugt. „Niemand gibt ihm Geld nur fürs Fußballspielen. Er bekommt es, weil sein Team mit ihm Spiele gewinnt.“ Nur bei einem Sieg verdiene das Management durch Sponsoring und Werbung und generiere hohe Einnahmen aus den Spielen. „Solange das Team gewinnt und das Management überzeugt ist, dass der Spieler massiv zum Gewinn beiträgt, wird dieser Spieler hoch bezahlt“, so Geropp. Heißt für den Businessalltag: Je positiver Kunde oder Chef die Wirkung deiner Arbeit wahrnehmen, desto mehr Geld sind sie bereit zu zahlen.

Nicht härter, sondern effektiver

Willst du als Angestellter mehr Geld verdienen, solltest du also nicht härter oder mehr arbeiten, sondern effektiver. Du musst einen noch größeren Nutzen für dein Unternehmen oder deinen Chef liefern – und zwar Nutzen in der Wahrnehmung des Chefs oder Arbeitgebers. Das Gleiche gilt für Unternehmer und Freiberufler. Der Kunde muss überzeugt sein, mit der Leistung einen besonders hohen Gewinn für das eigene Business zu generieren.

Aber was ist mit all den Arbeitnehmern, die nach Tarif bezahlt werden? Was ist mit der Krankenschwester oder dem Polizisten? Diese werden in der Regel tatsächlich nach Zeit bezahlt. Und sie erhalten ein vergleichsweise geringes Gehalt, das nach einem branchenüblichen Tarif ausgestaltet ist – mehr oder weniger fix. „Wenn ich mir anschaue, wie wenig Lohn eine Krankenschwester erhält oder wie wenig Geld bei einem Polizisten auf dem Gehaltszettel steht, dann kann ich gut verstehen, dass da Frust und vielleicht sogar Wut hochkommt“, so Geropp. „Nur, es hilft nicht weiter, sich darüber aufzuregen, wie wenig Lohn man erhält.“ Auch hier gelten die gleichen Regeln. Bezahlt werde man für den wahrgenommenen Nutzen, nicht für die erbrachte Leistung. „Die Bewertung des Nutzens geschieht bei einem Polizisten oder einer Krankenschwester durch die Gesellschaft – also durch uns alle“, erklärt Geropp. „Selbst wenn fast jeder von uns sagt, dass deren Arbeit doch viel mehr Wert sein sollte, als Gesellschaft nehmen wir das so nicht wahr.“

Aktiv werden

Das kann man nun verurteilen. Damit fühlt man sich vielleicht wohler. Es ändert jedoch nichts. „Stattdessen kann man sich politisch betätigen, sich in einer Partei oder Gewerkschaft engagieren und so versuchen, das Lohngefüge zu ändern“, empfiehlt Geropp. Wichtig sei bei jeder Gehaltsdiskussion, das Nutzen-Argument ins Feld zu führen. „Egal, ob als Angestellter oder Selbstständiger: Jeder sollte sich mit dem Gedanken anfreunden, dass stets nur der wahrgenommene Nutzen bezahlt wird“, bekräftigt Geropp. „Es ist wichtig, dem Kunden, dem Chef oder der Gesellschaft zu verdeutlichen, welchen Nutzen du bringst, um so ein höheres Gehalt zu erreichen.“ Was aber, wenn das nicht funktioniert? Wenn die andere Seite deiner Argumentation nicht folgt? Dann gibt es laut Geropp nur zwei Optionen: Entweder du findest dich damit ab. Dann solltest du unbedingt eine positive Einstellung zu deiner Tätigkeit gewinnen, schließlich hast du dir diese Arbeit ausgesucht. Oder aber, du änderst deine Tätigkeit, suchst dir also einen neuen Job – einen, bei dem ein höherer Nutzen wahrgenommen wird.

11 Tweets, die den täglichen Büro-Wahnsinn offenlegen
Office-Alltag. Hier gehts zum Tweet!

1 von 11

Mehr zum Thema: Die ideale Summe: So viel Gehalt macht uns wirklich glücklich

Zur Startseite
Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

18 Kommentare
Martin

Ich kann zwar ein wenig die Argumentation nachvollziehen sehe aber den Fehler in unserer Gesellschaft bzw. im System vom Kapitalismus. Natürlich bekomme ich mehr Geld wenn ich effizienter Arbeite und meinem Arbeitgeber einen entscheidenen Nutzen bringe nur ist dann die Gehaltserhöhung in Form von 3500 Euro auf 3800 Euro. Während ein Fussballspieler entsprechend 2 – 3 Millionen mehr erhält. Das Problem ist die große Schere zwischen arm und reich und die Wertschätzung einzelner Berufsgruppen. Ein Fußballspieler hat für die Gesamtgesellschaft absolut keinen sinnvollen Nutzen, während eine Krankenschwester, ein Bäcker einen weitaus größeren Nutzen für die Gesamtgesellschaft beisteuert. Hier liegt das krasse Ungleichgewicht meiner Meinung nach!

Antworten
Andreas
Andreas

Bei einer Staatsquote von über 80% und einer effektiven Steuerlast in der gleichen Höhe, kann niemand ernsthaft noch vom Kapitalismus sprechen.

Antworten
Peter

Ja stimmt, diese Steuerlast von 80% ist wirklich kapitalismusfeindlich. Fallen doch so bei meinem Bäcker bei 80% Steuern von einer Semmel für 25 Cent dadurch 20 Cent Steuern und nur 5 Cent für den Bäcker übrig, wovon er noch Gehälter, Immobilien, Strom usw. zahlen muss. Aber dieses Problem betrifft ja nur zum Glück 20% der Arbeitnehmer, da die restlcihen 80% ja die Staatsquote erfüllen

Titus von Unhold
Titus von Unhold

Welches Land soll denn 80 Prozent Staatsquote und Steuerlast haben? Nordkorea? Trottelland? Lampukistan?

Timm
Timm

Nur kurz zur Korrektur der abenteuerlichen Zahlen:

Staatsquote 2014-2019 jeweils rund 44% (1.)
Steuerlast rund 50% (2.)

Quelle: 1. https://www.bundesfinanzministerium.de/Monatsberichte/2018/02/Inhalte/Kapitel-6-Statistiken/6-1-19-staatsquoten-im-internationalen-vergleich.html
2. https://orange.handelsblatt.com/artikel/43741

Andreas
Andreas

@Titus von Unhold
Deutschland hat eine effektive Steuerlast von roundabout 80%. Neben der Einkommenssteuer sind alle Produkte in jedem Produktionsschritt durch verschiedenste Steuern belastet. Diese werden natürlich in die Produktpreisen eingerechnet. Obendrauf kommen zahlreiche weitere Steuern auf Mineralöl, Tabak, Kaffee, KFZ, Energie- & Ökosteuern, MwSt. und viele viele mehr…

Andreas
Andreas

@Peter:
80% erfüllen die Staatsquote? Es ist das Gegenteil, gar weniger. Der deutsche Staat wird von ca. 15 Mio. Nettosteuerzahlern getragen. Ergo, 68 Millionen beziehen mehr Leistung, als sie zahlen. Neben Staatsbedienstete, Lehrer, Professoren, Richter, Staatsanwälte, Politiker, Polizisten, Soldaten, Verwaltungsbeamte/- angestellte etc. sind auch die Bürokraten einzig damit beschäftigt, das System zufrieden zu stellen, statt wertschöpfender Arbeit nachzugehen. Bleiben also knapp 14%, die das gesamte System am laufen halten. Davon ist die Hälfte bereits über 45, und 80.000, insbesondere jüngere, verlassen das Land pro Jahr und auf Dauer. Das Ende ist näher, als viele erahnen.

bitterer Pille
bitterer Pille

80%?!
Sind das die 2018er Zahlen des Friedrich Merz Milchmädcheninstituts?
Alter, die Profiteure des Kapitalismus, Apple, Starbucks und Amazon z.B. haben teilweise eine Steuerquote von 3%, die Körperschaftssteuer und Kapitalertragssteuer für Reiche wurde mit der Agenda 2010 faktisch halbiert, und die Linke fordert steuerpolitisch das, was unter Kohl Realität war. Kohl war im konservativ/reichenfreundlichen Flügel der cDU, kein KPD-Funktionär, bei Leuten die solchen Unfug schreiben muss man das vielleicht nochmal erwähnen.

Titus von Unhold
Titus von Unhold

Gesamtgesellschaftlicher Nutzen ist nicht Teil der Bewertung. Gerop greift im Grunde nur die Marxisitsche Arbeitswerttheorie und die Kritik daran auf. Die Pflege ist zwar gesamtgesellschaftlich von hohem Nutzen, spielt aber weder für das Krankenhaus oder ein Pflegeheim eine Rolle, weil das ein Kostenfaktor ist. Und für den Rest der Gesellschaft auch nicht.

Antworten
Andreas
Andreas

@Timm:
Das kommt ganz auf die Definition von Staatsquote an. Wie in den vorherigen Beiträgen beschrieben, ist die Bemessungsgrundlage für Staatsquote sowie effektive Steuerlast den meisten gar nicht bewusst.

Ich zitiere einmal zum Thema Staatsquote:
„Die Staatsquote soll den Grad der Inanspruchnahme der gesamten Volkswirtschaft durch den staatlichen Sektor ausdrücken. Da auch Ausgaben des Staates einbezogen werden, die nicht Teilmenge des BIP sind, ist die Staatsquote eine „unechte” Quote. Sie ermöglicht damit zwar eine Einordnung der absoluten Beträge der Staatsausgaben in einem gesamtwirtschaftlichen Zusammenhang, liefert jedoch nur begrenzte Information über den Grad der Inanspruchnahme der gesamtwirtschaftlichen Leistung durch den Staat. Aussagefähiger ist die Veränderung der Staatsquote im Zeitablauf. Sie zeigt, ob die Staatsausgaben in einem bestimmten Zeitraum schneller oder langsamer gewachsen sind als das BIP. Internationale Vergleiche von Staatsquoten sind problematisch, da bereits geringe Unterschiede in den jeweils angewandten Konzepten der VGR die Aussagefähigkeit erheblich herabsetzen können.“

Ergo, definiert sich die Staatsquote offizieller Stellen alleinig dadurch, in welcher Relation die Staatsausgaben zum BIP stehen. Und dabei wird noch dahingehend gepfuscht, indem man Staatsausgaben in das BIP einrechnet. Weitere, schwerwiegende Faktoren wie Staatsbeteiligungen, werden bei dieser Berechnung gar nicht berücksichtigt.

Alexander

Aber was ist mit all den Arbeitnehmern, die nach Tarif bezahlt werden?? Wenn ich mir anschaue, wie wenig Lohn eine Krankenschwester erhält oder wie wenig Geld bei einem Polizisten auf dem Gehaltszettel steht, …“, so Geropp. „… Auch hier gelten die gleichen Regeln. Bezahlt werde man für den wahrgenommenen Nutzen, nicht für die erbrachte Leistung

Ach so, Polizisten und Krankenschwestern werden zwar nach TvÖD (Tarifvertrag öffentlicher Dienst) bezahlt, aber eigentlich doch nach Leistung. Nach 500 Strafzettel pro Monat steigt ein Polizist also automatisch eine Gehaltsstufe höher, oder wie?

Fußballer nicht nach Leistung sondern Nutzen? Komisch das bei meinem Erstliga-Verein um die Ecke gerade ein Spieler rausgeschmissen wurde, der zwar durchaus Nutzen (sprich Tore) für die Mannschaft erzielt hatte, sich jedoch privat solche Verfehlungen ‚leistete‘, das sein Vertrag beendet wurde. Übrigens gibt es bei jeden Fußballer eine Spielerbewertung, in der nicht schwammiger Nutzen sondern handfeste Leistungsdaten aufgeführt sind, Zweikampfverhalten, Lauffreude usw.

Antworten
Titus von Unhold
Titus von Unhold

Ich habe zwar keine Ahnung von Fußball und weiß nicht was gemeint ist, könnte mir aber vorstellen dass schlechte Presse die Sponsoren dazu veranlasst haben könnte mit einem Rückzug zu drohen. Dann ist der sichere Nutzen des Rausschmisses (Sponsoren werden auf jeden Fall gehalten) höher als der spekulative Nutzen (Sponsoren werden vermutlich (durch sportlichen Erfolg) gehalten).

Bei Polizisten und Krankenschwestern gilt das gleiche Spiel. Wie viele Polizisten brauche ich um ein spekulatives Gefühl von Sicherheit zu erhalten, bzw. wie viele kann ich sparen. Auf dem Land reichen idR 1,5 je 1.000 EW, in der Stadt müssen es manchmal 30 sein. Wenn man sich verspekuliert und nur 1,1 Polizisten je 1.000 EW hat, passieren Dinge wie auf dem Campingplatz in Westfalen.

Antworten
Andreas
Andreas

„Eben im Marktverkehr für alle Arten von verwendeten Gütern und Arbeiten Marktpreise gebildet werden, die zur Grundlage der Rechnung genommen werden können. Wo der freie Marktverkehr fehlt, gibt es keine Preisbildung; ohne Preisbildung gibt es keine Wirtschaftsrechnung.“ — Ludwig von Mises

Antworten
NanoPolymer
NanoPolymer

Die Empfehlung am Ende ist auch die Beste… genau such dir einfach einen anderen Job xD
Die können das im Artikel drehen wie sie wollen, viele verdienen schlicht zu viel im Verhältnis zum Rest.

Antworten
Andreas
Andreas

Ja, in Anbetracht der heutigen Zustände und der verfälschten Preis- & Lohnentwicklung ist diese Forderung tatsächlich eher Hohn als reelle Lösung. Tarifverträge und massenhafte Regulation im Arbeitsmarkt sind praktische Deckel, die Unternehmen mehr genutzt hat, als den Arbeitern.

Argumentationsbasis für die persönliche Situation kann aber nicht sein, dass andere mehr oder zu viel verdienen. Es ist ja nicht ihr Geld, das dort ausgegeben wird und insofern haben sie glücklicherweise auch nicht die Entscheidungsgewalt darüber, was Dritte mit ihrem bzw. dem Geld der Unternehmen anstellen. Es obliegt nicht Ihnen, eigentlich auch nicht dem Staat, den Wert einer Arbeit zu bemessen.

Geschickter wäre es wohl, dem Arbeitgeber den persönlichen Wert für das Unternehmen an konkreten Leistungen und Erfolgen darzulegen, um Löhne neu zu verhandeln. Sollte dies nicht fruchten, wäre es im Falle einer gefühlten, ungerechten Behandlung jedoch wirklich besser, einen neuen Arbeitgeber zu finden, der ihre Leistung und Qualifikation so honoriert, wie sie sich das vorstellen. Ob ihren Vorstellungen tatsächlich entsprochen wird, obliegt aber nicht einzig Ihnen. Was hingegen andere verdienen, darf dabei nie ein Gradmesser sein.

Antworten
A.B.
A.B.

Typisch Geschäftsführer(-Coach). Jedem das Seine, aber mir das Meiste.
Und was ist das für ein sinnfreier Spruch: „Selbst wenn fast jeder von uns sagt, dass deren Arbeit doch viel mehr Wert sein sollte, als Gesellschaft nehmen wir das so nicht wahr.“ ? „Fast jeder von uns“ entspricht also nicht der „Gesellschaft“? Hier wird eindeutig geschrieben, daß die Gesellschaft – für mich gleichzusetzen mit Gesamtbevölkerung – absolut NULL zu melden hat, wenn es um den Profit der Upper Class geht.
Diesen Artikel hätte man sich sparen können, da so ziemlich jedem normalem Arbeitnehmer bewußt ist, das seine Arbeit von jemandem, der diese Arbeit selbst nie verrichtet hat, absolut nicht gewürdigt wird. Und schon gar nicht finanziell.
A.B.

Antworten
bitterer Pille
bitterer Pille

Solcher Kokolores ist der Grund dafür, dass BWL nur noch von den BWLern selber als ernstzunehmende Wissenschaft wahrgenommen wird.
Denn natürlich ist es falsch, dass ein vom Kunden oder Arbeitgeber wahrgenommener Wert bezahlt wird. Es wird so wenig wie möglich bezahlt, maximal aber der wahrgenommene Wert.

Das ist sofort einsichtig. Stammarbeiter und Zeitarbeiter tun genau dasselbe, und in gleicher Qualität. Trotzdem bekommt der Stammarbeiter oft rund 60% mehr. Weil der Wert seiner absolut identischen Arbeit höher eingeschätzt wird?
Nee.. weil man den nach Tarif bezahlen *muss*, während der Zeitarbeiter auch für viel weniger noch ranklotzt.

Es lässt sich übrigens ganz gut beobachten, wie schlagartig Gehälter auf einmal steigen können, wenn man als Schlüsselmitarbeiter ein Angebot der Konkurrenz erhält.
Da sind dann schnell mal 40% mehr drin. Weil der AG schlagartig meine Leistung 40% höher einschätzt? Oder weil ich einfach nur ohne das Angebot auch für weniger gearbeitet habe.

Und mein Notar? Schätze ich dessen Arbeit wirklich so wertvoll ein, dass ich ihm 500€ pro Stunde bezahle?
Wohl kaum. Das sind festgelegte Gebühren, und Notarzwang.

Kurz: Das übliche Rechtfertigungsgerede von überbezahlten Coaches, Consultants, Managern und FDP-Wählern, kurz, Typen die davon profitieren, dass die Verteilungsfrage in erster Linie eine Machtfrage ist.

Antworten
Traurig
Traurig

Verhöhnung der Krankenschwester,
Verhöhnung des Altenpflegers,
Verhöhnung der Lehrer,
Verhöhnung der Kindergrärtnerin,

Verhöhnung des Mensch-Seins
traurig.

Antworten

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!

Hey du! Schön, dass du hier bist. 😊

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team bestehend aus 65 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Danke für deine Unterstützung.

Digitales High Five,
Stephan Dörner (Chefredakteur t3n.de) & das gesamte t3n-Team

Anleitung zur Deaktivierung