German Equal Pay Awards: Diese 3 Unternehmen sind besonders fair aufgestellt

Menschen, die die gleiche Arbeit erledigen, sollten dafür auch gleich bezahlt werden: Dieses Statement würden wohl die meisten unterschreiben. Trotzdem verdienen Frauen häufig noch immer weniger als ihre männlichen Kollegen im gleichen Job. Dass es auch gerecht geht, zeigen drei deutsche Unternehmen, die vor kurzem mit dem Equal Pay Award ausgezeichnet wurden.
Equal Pay Award: Diese Unternehmen haben abgeräumt
Die Deutsche Tochtergesellschaft des Nudelherstellers Barilla, die Oper Leipzig und die IT-Beratung Metafinanz Informationssysteme konnten die achtköpfige Jury mit ihren Konzepten überzeugen.
Barilla hat nach eigenen Angaben 2020 die Lohngleichheit zwischen den Geschlechtern erreicht und berücksichtigt bei der Lohnberechnung persönliche und organisatorische Merkmale. Der Frauenanteil im oberen Management liegt unternehmensweit bei 50 Prozent.
Bei Metafinanz ist der Gender-Pay-Gap, also die geschlechtsspezifische Lücke zwischen den Gehältern, noch nicht komplett bereinigt. Das IT-Unternehmen hat sich aber dazu entschieden, die Gehaltsunterschiede regelmäßig zu berechnen, zu veröffentlichen und ein neues Gehaltsmodell einzuführen, dass die Lücke mit der Zeit schließen soll.
Als Dritte im Bunde wurde die Leipziger Oper ausgezeichnet. Die ist nicht nur eine öffentliche Institution, sondern auch Teil der Kulturbranche, in der der Gender-Pay-Gap besonders stark ausfällt. Von der Jury hieß es, man würdige, was die Oper in Gang gesetzt habe, „um Entgeltgleichheit durchzusetzen, trotz schwieriger Ausgangsbedingungen, wie zum Beispiel zahlreicher unterschiedlicher Vertragstypen sowie eines geringen zur Verfügung stehenden Budgets“.
Gender-Pay-Gap schließen: Der Prozess braucht Fingerspitzengefühl
Im Kontext der Preisverleihung wird auch klar: Eine jahrelang manifestierte Ungerechtigkeit aufzuzeigen und zu beseitigen, geht nicht immer im Handumdrehen.
Bei Metafinanz seien die ersten Vorstöße, den Gender-Pay-Gap sichtbar zu machen, auf Skepsis aus den eigenen Reihen gestoßen: „Die Glaubwürdigkeit der Daten und Berechnungsmethoden wurde unter dem Motto ‚Glaube keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast‘ hinterfragt, es kam zu individuellen Interpretationen des Ergebnisses.“ Akzeptanz sei schließlich durch das Hinzuziehen externer Experten „und die Implementierung einer standardisierten Softwarelösung“ entstanden.
Von der Oper heißt es, man sei zur Beseitigung des Gender-Pay-Gaps „proaktiv auf Beschäftigte zugegangen, die nie nachverhandelt hatten oder deren Entgelt nicht ihrer langjährigen Leistung entsprach“. Das habe bei einigen Verunsicherung ausgelöst, „denn natürlich betrifft das gerade Mitarbeitende, die nicht verhandlungssicher sind“.
Die gerne aufgestellte Behauptung, man müsse eben gut verhandeln, um gut bezahlt zu werden, soll in der Oper Leipzig künftig aber nicht mehr gelten: „Wichtig ist uns, dass wir ‚Gerechtigkeit‘ auf Grundlage von objektiven Messkriterien (wie Berufserfahrung, Betriebszugehörigkeit) sehen und gerade nicht vom Verhandlungsgeschick eines Beschäftigten abhängig machen.“
Der German Equal Pay Awards: Das waren die Gewinner der Vorjahre
Den Award, mit dem die drei Organisationen für ihre Bemühungen ausgezeichnet wurden, ist seit 2022 Teil des Unternehmensprogramms „Entgeltgleichheit fördern – Unternehmen beraten, begleiten, stärken“ des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
2022 waren die Beratungsfirma HR-Pepper, Roche Diagnostics und Tomorrow ausgezeichnet worden, 2023 die Digitalisierungsberatung Alphaquest, Goldeimer und Vodafone.