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Gender-Pay-Gap: Frauen verdienen schon im ersten Job weniger

Der Stepstone Gehaltsreport zeigt: Schon beim Berufseinstieg verdienen Frauen durchschnittlich weniger als Männer. Das wird mit zunehmender Berufserfahrung nicht besser.

Von Senta Gekeler
2 Min.
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Schon zum Karrierestart verdienen Frauen im Schnitt weniger als Männer. (Foto: Khosro / Shutterstock)

Anlässlich des Equal-Pay-Day hat die Stepstone Group ihren diesjährigen Gehaltsreport bezüglich der Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen ausgewertet. Das ernüchternde Ergebnis: Frauen starten bereits mit einem Gehaltsnachteil ins Berufsleben. Männer bekommen in den ersten drei Berufsjahren bei Vollzeitbeschäftigung ein Bruttomediangehalt von 40.250 Euro jährlich, Frauen mit dem gleichen Bildungs- und Erfahrungshintergrund verdienen nur 37.500 Euro.

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Die bereinigte Lohnlücke beträgt demnach 4,8 Prozent. Bereinigt heißt, dass strukturelle Faktoren wie Alter, Branche, Berufsgruppe, Ausbildung, Berufserfahrung, Unternehmensgröße, Standort und Personalverantwortung berücksichtigt wurden. Es werden jeweils zwei Personen miteinander verglichen, deren Merkmale bis auf das Geschlecht identisch sind. Die unbereinigte Lohnlücke – also ohne Berücksichtigung dieser Faktoren – beträgt in der frühen Karrierephase 6,9 Prozent.

Wo die Unterschiede am größten sind

Am größten sind die Gehaltsunterschiede in den ersten drei Berufsjahren im Handwerk, wo der bereinigte Gender-Pay-Gap 7,9 Prozent beträgt, gefolgt vom Groß- und Einzelhandel sowie Vertrieb und Verkauf mit jeweils 7 Prozent. In der Berufsgruppe Personal ist die Lohnlücke mit 0,7 Prozent am geringsten. Auch im Bereich Marketing und PR sowie Gastronomie und Hotellerie sind die Unterschiede mit 2,6 Prozent zwar vorhanden, aber nicht allzu groß.

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Gehaltsunterschiede sind aber keineswegs ein Phänomen, das sich nur zu Beginn der Karriere zeigt. Im Gegenteil: Die bereinigte Entgeltlücke zwischen den Geschlechtern beträgt, alle Erfahrungsstufen eingerechnet, 5,5 Prozent. Sie steigt also im Laufe des Berufslebens.

Noch stärker zeigt sich das bei der unbereinigten Lohnlücke: Mit 12,4 Prozent ist der Wert, der alle Karrierestufen einrechnet, fast doppelt so hoch wie die Lohnlücke beim Berufseinstieg.

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Frauen fühlen sich in Gehaltsverhandlungen unwohl

Dass Frauen zum Beispiel häufiger in schlecht bezahlten Branchen wie der Pflege arbeiten, kann durchaus zu den Gehaltsunterschieden beitragen. Doch der bereinigte Gender-Pay-Gap zeigt: Frauen werden selbst mit der gleichen Erfahrung und Ausbildung für die gleiche Arbeit durchschnittlich schlechter bezahlt als Männer.

Das häufig angebrachte Argument, dass Frauen nicht gut verhandeln, ist nicht ganz richtig, wie die Auswertung zeigt. Frauen fühlen sich bei Gehaltsverhandlungen zwar häufiger unwohl als Männer, sind dabei aber ungefähr gleich erfolgreich. Es könnte höchstens geschlussfolgert werden, dass weibliche Beschäftigte seltener über ihr Gehalt verhandeln.

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Dafür sind Frauen eher bereit, offen über Geld zu sprechen: 90 Prozent befürworten eine Gehaltstransparenz in Deutschland, bei Männern sind es nur 82 Prozent.

66 Tage unbezahlte Arbeit

Der Equal-Pay-Day markiert den Tag im Jahr, bis zu dem Frauen, ausgehend vom unbereinigten Gender-Pay-Gap, rein rechnerisch unbezahlt arbeiten. Dieses Jahr fällt er in Deutschland auf den 6. März, was im Vergleich zum Vorjahr keine Verbesserung bedeutet; letztes Jahr war er am 7. März, die Verschiebung ist lediglich dem Schaltjahr zuzuschreiben.

2022 wurde der Equal-Pay-Day ebenfalls am 7. März begangen, in den Vorjahren etwas später; 2021 fiel er zum Beispiel auf den 10. März, 2020 auf den 17. März und 2017 bis 2019 jeweils auf den 18. März. Über die letzten Jahre haben sich die Gehälter von Männern und Frauen demnach etwas angeglichen – doch die Gehaltsschere schließt sich nur sehr langsam.

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