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Kommentar

Github-Übernahme: Microsoft, bitte verbockt es nicht wieder!

Zu Besuch in den Github-Büros. (Foto: t3n / Sébastien Bonset)

Für 7,5 Milliarden US-Dollar kauft Microsoft die Software-Plattform Github. Ein Gewinn für den Konzern – aber auch für die Fans? Frühere Übernahmen lassen Schlimmes befürchten.

Es ist die bisher aufregendste Tech-Übernahme des Jahres: 7,5 Milliarden Dollar lässt sich Microsoft die Übernahme der Software-Plattform Github kosten. Zurecht feiert sich Microsoft für diesen Schritt – passt Github doch wunderbar zur Strategie von CEO Satya Nadella, den Konzern vom angestaubten Windows-Fabrikanten zu einem weltoffenen und innovativen Softwarekonzern zu machen.

Github-Gründer Chris Wanstrath, Microsoft-Chef Satya Nadella und der künftige Github-CEO Nat Friedman. (Foto: Microsoft)

Github, 2008 von Tom Preston-Werner und Chris Wanstrath gegründet, hat sich binnen weniger Jahre zur weltweit größten Plattform für die Softwarentwicklung entwickelt. Mittlerweile liegt fast jedes große Open-Source-Softwareprojekt auf ihren Servern. Was den Github-Erfindern die finanzielle Unabhängigkeit beschert, macht Microsoft auf einen Schlag reich an Ideen. Und wenn selbst die Konkurrenzplattform Gitlab zur Übernahme gratuliert – dann haben beide Parteien offenbar vieles richtig gemacht.

Die Erfahrung früherer Übernahmen aber zeigt: Allzu euphorisch sollten sowohl Microsoft als auch die 28 Millionen Github-Mitglieder besser nicht sein. Schon mehrfach hat Microsoft für beliebte Softwaredienste tief in die Tasche gegriffen – und die Nutzer am Ende bitter enttäuscht.

Github darf nicht das Skype-Schicksal ereilen

Ein Beispiel: Skype. Als Microsoft den Video-Telefoniedienst 2011 für 8,5 Milliarden Dollar schluckte, sprach der Konzern von „einem großen Tag“. Der Deal sollte nicht weniger als die Zukunft der Online-Kommunikation einläuten und eine Antwort auf Rivalen wie Google oder Apple sein. Heute sind diese Worte ein Schlag ins Gesicht für jeden, der dank Skype das Internet lieben gelernt hat.

Der Telefoniedienst ist zu einer technisch anfälligen und unübersichtlichen Software geworden. Microsoft behandelt die übernommene Software stiefmütterlich. Die Sprachqualität und Zuverlässigkeit des Dienstes sind nach dem Eindruck vieler Nutzer nicht gestiegen – und wenn es Updates gibt, dann hagelt es regelmäßig vernichtende Kritiken. Dass selbst Microsoft kein Vertrauen mehr in Skype hat, zeigt auch die geplante Einstellung des Dienstes für Windows 10.

Und dann wäre da noch Wunderlist: Die beliebte Aufgaben-App hatte Microsoft vor drei Jahren für mutmaßlich 220 Millionen Euro übernommen. Obwohl der Konzern vollmundig ankündigte, die Technologie in die Entwicklung einer bisher nie dagewesenen Aufgaben-App zu stecken, ist davon bis heute nichts zu sehen. Der zwischenzeitlich veröffentlichten To-do-App von Microsoft fehlen so elementare Funktionen, dass selbst Wunderlist-Erfinder Christian Reber öffentlich gegen Microsoft austeilte. Nur dem Zorn vieler Fans ist es zu verdanken, dass der Konzern die Wunderlist-App entgegen eigener Pläne noch nicht vom Netz genommen hat. Verantwortungsvolle Übernahmen sehen anders aus.

Mit Github hat Microsoft nun die riesige Chance auf einen Gegenbeweis. Nur wenn Github offen und möglichst unabhängig bleibt, wird der Konzern von den Schätzen der Softwareplattform zehren können. Nur wenn Microsoft sich auch weiterhin für die Entwickler auf der Plattform einsetzt, werden innovative Softwareprojekte entstehen. Also Microsoft: Lernt aus den Fehlern der Vergangenheit! Die Millionen Github-Nutzer haben es verdient.

Mehr zum Thema: Microsoft kauft Github, Entwickler nehmen Reißaus

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Eine Reaktion
wernerlaude

=> technisch anfälligen und unübersichtlichen Software ..

Da ist MS sich doch seit 20 Jahren immer treu geblieben!

Fürs "Skypen" nutze ich Whatsapp oder Facetime.
Qualitativ besser, auch bei nicht so guter Leitung und simpel zu bedienen..
Skype ist einfach nur ...

Github
Bin schon längst bei bitbucket.
Kostenlos auch für nicht öffentliches.
Einfach, kompatibel und zuverlässig.

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