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Interview

Godaddy-Chef: „Wir planen weitere Übernahmen“

Godaddy-CEO Blake Irving. (Foto: Blake Irving)

Den Umsatz verdoppelt und in 56 Märkte expandiert – das ist die bisherige Bilanz von Blake Irving als CEO von Godaddy. Im Interview kündigt der Hostingriese weitere Zukäufe an.

Xerox, Compaq, Microsoft und Yahoo: Die bisherigen Arbeitgeber von Blake Irving sind keine unbekannten. Seit vier Jahren ist er als CEO bei Godaddy an Bord. Das Hosting-Unternehmen, das sich an den Massenmarkt und kleine Unternehmen wendet, ist seit der Übernahme der Host Europe Group Ende Dezember auch in Deutschland kein unbekannter Name mehr.

Im Interview mit t3n.de spricht Irving über die Verbindung seines Musik-Hobbies zum Hosting und darüber, wie er in den kommenden vier Jahren den Umsatz noch einmal verdoppeln will. Aber auch Recruiting ist für ihn ein Thema, da er gerade für Themen wie künstliche Intelligenz schwer talentierte Mitarbeiter findet – was unter anderem ein Visa-Problem der USA sei.

t3n.de: In der Musik entstehen immer viele neue Richtungen durch Mashups, also das Mischen unterschiedlicher Genres. Als Schlagzeuger sorgst du dafür, dass die ganze Band eine gute Basis hat. Ist das bei der Leitung eines Hosting-Unternehmens ähnlich?

Blake Irving: Schlagzeug spielen und Hosting betreiben lässt sich gut vergleichen. Als Schlagzeuger muss man immer den Beat vorgeben, weil alle anderen Musiker darauf aufbauen. Gleichzeitig kann man aber auch erfinderisch sein – und genauso ist es beim Hosting. Dort mischt man keine Musik-Genres, aber Technologien, mit denen neue Produkte entstehen können.

t3n.de: Im Dezember habt ihr bekanntgegeben, die Host Europe Group (HEG) zu übernehmen. Inzwischen ist der Deal auch ganz offiziell. Wollt ihr mit Godaddy damit den europäischen Markt erobern?

Vor allem wollen wir mit Godaddy in Europa investieren, die bisherigen Brands aber beibehalten. Namen wie Host Europe oder Domainfactory sind hier sehr bekannt und sollen es auch bleiben. Die Host Europe Group hat insgesamt etwa 15 Brands und die größten davon werden auf jeden Fall bleiben. In den Übernahmegesprächen hat sich gezeigt, dass wir im Grunde mit einem zweiten Godaddy sprechen und wir somit gut zueinander passen.

t3n.de: Welche Chancen ergeben sich aus der Übernahme durch Godaddy?

Auf jeden Fall sehr gute. Der Tech-Stack ist ähnlich und wir wollen ihn weiter angleichen. Die Host Europe Group hat viel in die Verbesserung der Uptime investiert, wovon auch wir lernen können. Außerdem können wir Kapital bereitstellen, mit dem der Tech-Stack weiter verbessert werden kann.

Weiterhin hat die HEG in Deutschland schon sehr viel Erfahrung, die wir nutzen wollen. Sie können den Markt einschätzen und neue Produkte dafür kreieren. Und oft haben wir bei Godaddy schon ein solches Produkt und können die HEG daran anbinden.

Auf den World Hosting Days spielte Blake Irving mit den „Lords of Uptime“. (Foto: WHD)

t3n.de: Godaddy gibt es ja auch schon in Deutschland. Wird das Geschäft zusammengelegt oder bleiben beide bestehen?

Es wird beide Angebote weiter geben. Die deutsche Variante von Godaddy bleibt und die Host Europe Group wird für neue Funktionen an die APIs von Godaddy angebunden.

t3n.de: Du bist jetzt seit etwa vier Jahren CEO bei Godaddy. Seitdem hat sich der Umsatz verdoppelt. Wie ist das gelungen?

Wir haben uns strategischer aufgestellt und uns auf die Dinge konzentriert, bei denen wir Wachstum erwartet haben. Unseren Fokus haben wir auf kleine Unternehmen gelegt und auf Web-Professionals, die Websites für diese Unternehmen bauen.

Außerdem haben wir in 56 andere Märkte expandiert, Kunden aus 125 Märkten, bieten 29 verschiedene Sprachen, 43 Währungen und einfachere Zahlungsweisen an. Wir haben uns darauf konzentriert, eine Brand aufzubauen. Heute sind wir zum Beispiel Marktführer in Indien - vor fünf Jahren waren wir dort noch nicht mal vertreten.

t3n.de: Das ambitionierte Ziel für die kommenden Jahre heißt, den Umsatz noch einmal zu verdoppeln. Wie soll das klappen?

Mit einer Mischung aus organischem Wachstum, mit neuen Produkten und durch weitere Übernahmen. Die Host Europe Group ist dafür ein gutes Beispiel – das war die größte Übernahme, die wir bis jetzt vollzogen haben. Für uns gibt es drei Möglichkeiten, mehr Know-how für mehr Wachstum aufzubauen: Entweder wir investieren viel Zeit und bauen eine eigene Lösung, wir suchen Partner für ein Produkt oder wir kaufen Unternehmen, die eine coole Technologie haben. Damit sparen wir die Zeit für die Eigenentwicklung und holen uns neues Know-how ins Haus.

Ein Beispiel für eine solche Übernahme ist ManageWP. Die Firma aus Serbien ermöglicht es, viele Wordpress-Instanzen zentral zu verwalten und up to date zu halten. Dadurch, dass sie jetzt zu Godaddy gehören, können wir das Produkt selbst einsetzen und haben das Know-how an Bord.

t3n.de: Die Cloud ist euer Business. Hat das Wachstum von Cloud-Produkten euch geholfen?

Dadurch, dass fast alles, was wir machen, mit Cloud zu tun hat, klar. Wir haben aber auch in dem Bereich neue Partnerschaften geschlossen und unseren Kunden beispielsweise schon zwei Millionen Office-365-Lizenzen verkauft – haben dafür aber die Installationsroutine enorm vereinfacht.

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