Analyse

Buy-Button: Shopping direkt aus den Google-Ergebnissen

Bis der Buy-Button von Google in Deutschland ankommt, dürfte es noch etwas dauern. (Foto: Shutterstock / Zillo8)

Mit dem Buy-Button könnte Google Amazon seinen Platz als Startrampe für Produktsuchen streitig machen. Die neue Funktion ist jetzt für US-Händler in der Beta-Phase verfügbar. Einigen Händlern dürfte das gut gefallen. 

Google hat jetzt in den USA angekündigt, für den bereits 2015 entwickelten Buy-Button die Beta-Phase einzuleiten – und zwar explizit für die mobilen Sucheregebnisse. Das bedeutet, dass Händler jetzt, ähnlich wie sie die Präsentation einer Ware bei Google Shopping buchen können, auch einen Buy-Button erhalten. Dieser erscheint dann direkt in den Ergebnislisten und ermöglicht den Kauf der Ware, ohne die SERPs zu verlassen, also ohne den Gang in den Shop. Wer darauf klickt, wird auf eine spezielle Landingpage geführt, über die er das Produkt direkt erwerben und die im System hinterlegten Zahlungsvarianten nutzen kann.

Google hatte den Buy-Button bereits 2015 vorgestellt und zusammen mit den Unternehmen Ugg und Under Armour getestet. Die Funktion ist bislang nur Teil des US-amerikanischen Merchant-Center. Die Macher von Searchengineland zeigen sich überrascht über diesen Schritt, schließlich habe das Format mit Trackingfehlern und einer vergleichsweise geringen Reichweite zu kämpfen gehabt.

Buy-Button manifestiert Plattform-Strategie

Google entwickelt sich dabei ein Stück weiter in Richtung Marktplatz, ähnlich wie dies beispielsweise auch Plattformen wie Real oder Preisvergleichsportale wie Idealo tun. Für den Händler bedeutet das, dass er seine Angebote über eine weitere Paid-Variante pushen kann, aber auch, dass er gegenüber Mitbewerbern ins Hintertreffen gerät, wenn er es nicht tut. Die Anbindung an Google ist geschickt, da der Kunde dort ohnehin, sofern er eingeloggt ist, die für ihn passenden Angebote erhält und auch die gegebenenfalls dort hinterlegten Zahlungsdetails nutzen kann. Google hat hier gegenüber anderen Preisvergleichsportalen und Plattformen den Vorteil, dass sie ohnehin schon über eine Vielzahl von Daten und Vorlieben in Bezug auf jeden Nutzer Bescheid wissen.

Immerhin sollen Händler in der Lage sein, die Landingpages mit auffälligem Branding des eigenen Shops zu bespielen. Das wiederum dürfte Vertrauen schaffen, da der Kunde das Branding seines bevorzugten und gewünschten Händlers zu Gesicht bekommt. Allerdings muss der Händler dazu die Google Wallet als Bezahlsystem anbieten (derzeit ebenfalls noch nicht in Deutschland verfügbar).

Händler machen sich mit dem Buy-Button noch abhängiger von Google

Doch wer profitiert von der neuen Funktion außer Google selbst? Im Prinzip können Händler, die über keine optimierte Mobile-Site verfügen, auf diese Weise ihre Mobile-Quote erhöhen. Auch dürfte der Buy-Button gerade kleineren Nischenhändlern zugute kommen, die neben Amazon und Ebay dann eine weitere Plattform haben, die sie in Zukunft bespielen müssten – und das für eine überschaubare Gebühr, die gut investiertes Marketingbudget ist.

Doch im Prinzip nimmt das neue Format den Händlern ein Stück weit die Möglichkeit, ihre Ware auf der eigenen Website zu präsentieren und Kunden dorthin zu navigieren. Gerade große Händler, allen voran Amazon, dürften über die neue Funktion nicht erbaut sein. Denn gerade Amazon hat sich in den vergangenen Jahren zum Ausgangspunkt und zur Referenz für viele Produktsuchen entwickelt. Diesen Platz könnte Google dem Unternehmen aus Seattle jetzt streitig machen.

Als Teil der Customer-Journey eignet sich die neue Buy-Funktion sehr gut, ob allerdings Kosten und Nutzen im Verhältnis stehen, wird Google erst noch unter Beweis stellen müssen. Bis die Funktion auch in Deutschland ausgerollt wird, dürfte noch einige Zeit vergehen. Bei den aktuellen Neuerungen im Marketingbereich, die gestern präsenatiert wurden, hat das Unternehmen den Buy-Button jedenfalls noch nicht thematisiert.

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