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Adblock für Chrome: Google aktiviert seinen eigenen Werbefilter

(Bild: Google)

Ausgerechnet Google: Der US-Konzern, der seine Gewinne hauptsächlich über Werbung generiert, will ebendiese reduzieren. Für seinen Internetbrowser Chrome kündigt er einen Werbefilter an. Das ruft auch Kritiker auf den Plan.

Per Werbefilter gegen Werbeblocker – so lässt sich in etwa eine neue Strategie von Google beschreiben. Damit nicht noch mehr Nutzer einen Adblocker herunterladen, will der US-Gigant auf seinem Browser Chrome besonders nervige Werbung sperren. Am Donnerstag geht ein moderater Adblocker an den Start, der beispielsweise automatisch abspielende Videos stoppt oder Popups aussortiert.

Chrome: Mit Adblocker gegen Adblocker

Das mag etwas unlogisch klingen für ein Unternehmen, dass jährlich Milliarden Dollar an Werbegeldern einspielt. „Kurzfristig ziehen wir daraus keinerlei Nutzen“, sagte Google-Manager Michael Todd. Vielmehr gehe es um eine längerfristige Strategie. Also darum, zu verhindern, dass immer mehr Nutzer einen Adblocker installieren, mit dem sich die Online-Werbung komplett ausblenden lässt. Laut dem Adblock-Report von Februar 2017 waren bereits vor einem Jahr 615 Millionen Adblocker weltweit installiert – Tendenz steigend.

Passend dazu: Chrome 64 wird verteilt – Adblocker blockiert „Bad ads“

Kritiker fürchten, dass Google mit seinem Filter seine ohnehin schon mächtige Stellung im Werbegeschäft weiter ausbaut. Immerhin betreibt der Konzern einen milliardenschweren Anzeigenmarkt im Internet. Und das hauseigene Produkt Chrome ist mit einem Marktanteil von rund 56 Prozent der mit Abstand meistgenutzte Browser weltweit.

Nicht nur am Desktop, sondern auch in der mobilen Chrome-Version ist der Adblocker aktiv. (Bild: Google)

Adblocker im Chrome-Browser: Google bestimmt nicht allein, welche Werbung aussortiert wird

In Chrome werden fortan Ads blockiert, die den Anforderungen der „Coalition for better ads“ widersprechen. (Bild: Google)

Der Konzern argumentiert, dass er nicht alleine darüber bestimme, welche Werbung aussortiert wird. Vielmehr halte man sich an die „Better ad standards“, also an Regeln, die von der „Coalition for better ads“ aufgestellt wurden. Das ist eine Branchenvereinigung, zu der abgesehen von Google beispielsweise auch Microsoft, die Washington Post oder der Axel-Springer-Verlag gehören.

Alle nervigen Werbeformate gemäß der „Coalition for Better Ads“
Desktop: Pop-up-Anzeigen mit und ohne Countdown. (Grafik: Coalition for Better Ads)

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Der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) betrachtet die Marktmacht von Google jedoch mit Sorge. „Hier wird der Gatekeeper mit der Filterung der ‚Bad ads‘ noch mehr zum Entscheider darüber, wer welche Anzeigen schalten kann und damit Geld verdient“, heißt es in einem Statement. „Google hat das entscheidende Wort und auch die Kraft zur Umsetzung.“ Das gehe über Logins, Betriebssysteme und Browser hinaus, erklärte der Verband, der mehr als 500 Verlage vertritt. „Chrome ist ein ganz zentraler Teil in der Strategie von Google, die Werbemärkte zu beherrschen.“ dpa

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