Interview

Google-Entwickler: Was für dein SEO 2020 wirklich wichtig ist

Martin Splitt von Google erklärt der SEO-Gemeinde, wie der Googlebot arbeitet. (Foto: Martin Splitt)

Zu SEO kursieren immer noch viele falsche Vorstellungen. Martin Splitt von Google kennt die Leiden der Suchmaschinenoptimierung und räumt im t3n-Gespräch mit SEO-Mythen auf.

t3n: Du bist Webmaster-Trends-Analyst bei Google. Was machst du genau?

Martin Splitt: Das Trends-Analyst-Team bei Google besteht aus Developer-Advocates. Wir sind die Brücke zwischen den internen Engineering-Teams und der externen Community, also Webmastern, Developern, Suchmaschinenoptimierern, Online-Marketern, Publishern.

t3n: Wie ist dein Beziehungsstatus zum Googlebot?

Wir sind gute Freunde. Ich befasse mich hauptsächlich mit dem Rendern und Indizieren von JavaScript und von JavaScript getriebenem Content, also Single-Page-Applications und so weiter. Ich schaue auch mal ins Indexing und Crawling rein, aber mein Hautpgebiet ist das Rendern.

t3n: Welche SEO-Probleme seht ihr aus Google-Perspektive bei den Seitenbetreibern immer wieder?

Das ist alles Mögliche und hängt auch von der Branche und dem Land ab. Oft sind es ganz einfache Sachen wie das versehentliche Setzen größerer Seitenteile als Noindex oder Bilder ohne Alt-Attribut. Wir sehen auch oft, dass Seiten schlechten Content haben und dass nicht gut in den Content investiert wird, was recht schade ist. Linkspam, bei dem sich Leute durch das Setzen unnatürlicher Links einen Vorteil erspielen wollen, ist nach wie vor ein Problem. Häufig sind auch Probleme technischer Natur, bei denen Entscheidungen getroffen wurden, durch die Content nicht für den Googlebot sichtbar ist.

t3n: In wenigen Worten: Was ist guter Content für Google?

Das, was den Nutzer weiterbringt. Wenn es relevant für den Nutzer ist und wenn es Content ist, den es nicht schon zig Mal woanders im Web gibt, dann ist es guter Content.

t3n: In einer Videoreihe auf Youtube sprichst du über SEO-Mythen. Was sind die hartnäckigsten Falschvorstellungen zu SEO?

Viele Dinge. Da kann man auch ganz viel aufklären, die Leute kommen trotzdem immer wieder damit zurück. Es hält sich zum Beispiel hartnäckig, dass es eine optimale Länge für Titel und Meta-Descriptions gebe. Das ist nicht so. Du beschreibst deinen Content, knapp und prägnant. Es gibt nicht die optimale Länge, sondern es muss für den Nutzer stimmen.

Dann glauben manche Leute, sie kaufen jetzt ein paar Links und es wird alles gut. Ja, Links sind sicherlich wichtig, aber sie sind nicht das Allerwichtigste. Außerdem halten sich noch hartnäckig die Mythen, dass diese ganzen Drittanbieter-Tools mit ihren seltsamen Scores irgendwie wichtig sind. Dann heißt es: „Der Anbieter hat den Score, den Google doch auch benutzt“ – das ist halt Quatsch. Es gibt Hunderte von Ranking-Faktoren und das lässt sich nicht auf einen Score herunterbrechen. Wir haben zwar immer noch so etwas ähnliches wie den Page-Rank, aber eben nicht den eigentlichen alten Page-Rank, den man sich auch anzeigen lassen konnte. Der spielt auch keine Rolle mehr.
Auch kaum auszurotten: „Googlebot kann ja JavaScript gar nicht richtig ausführen.“ Das ist Blödsinn.

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7 Kommentare
Dennis

Sehr interessantes Interview. Vielen Dank.
Zeigt mal wieder, dass man bei SEO nie aufhört zu lernen. Die ständige Weiterentwicklung von Google hält die Entwickler immer auf trapp. Auch sehr interessant, dass man den Lighthouse-Score mit Vorsicht genießen sollte. Das ist mir völlig neu und zwingt mich dazu noch mal ein paar Tests zu machen.

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David

Danke für diesen super Artikel und die Insights. Und endlich bestätigt sich auch einmal meine Skepsis ggü. Lighthouse und den Page Speed Insights, besonders mobil ist der Score teilweise sehr unverständlich im Vergleich von verschiedenen Seiten, bei denen manche trotz möglicher Einsparungen von 3,5s (z.B. für Bilder in anderen Formaten) einen Score >85 haben und es manchmal fast keine Optimierungshinweise gibt und man nicht über 70 kommt.

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Frank

Danke, für den Beitrag, dass Google JavaScript ausführt ist mir neu, mhh man lernt nie aus… :)

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strflw
strflw

> ein älteres Mobilgerät benutzen und viel unterwegs sind, kann es sein, dass sie nur mit Edge surfen

Was redet dieser Hacho, niemand benutzt Edge, ganz besonders nicht mobile.

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/184297/umfrage/marktanteile-mobiler-browser-bei-der-internetnutzung-in-deutschland-seit-2009/

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Knallfliege
Knallfliege

Troll?

Der Mann redet von dem Übertragungsstandard „Enhanced Data rates for GSM Evolution“, kurz EDGE.
Das ist noch analog und besitzt eine Übertragungsgeschwindigkeit von 220 KBit/s (vs. 300.000 KBit/s beim Telekom LTE).

https://www.handyhase.de/magazin/2g-3g-lte-mobilfunkstandards-im-vergleich/#4g-lte–der-datenturbo

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Jack Sauerampfer
Jack Sauerampfer

wobei wenn dies mit Voice-Search kommen sollte, dann gäbe es doch nur noch eine Antwortmöglichkeit, oder wie läuft dies in der Praxis?
Jedenfalls die Spielerei mit den FAQs funktionieren aktuell noch, daß man in der Google-Suche die eigenen FAQs implementiert, z.B. bei mir mit
https://www.google.de/search?source=hp&ei=6-AdXt_UAquQrgT5mbbgBA&q=iphone+11+kabellos+laden&oq=iphone+11+kabe&gs_l=psy-ab.1.0.0l10.480.6281..9156…0.0..0.340.2930.0j6j7j1……0….1..gws-wiz…….0i131.-bMOuOwoekQ

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David V.

Ja, das leide ige Thema mit Google. Ich finde es wirklich Schade, dass es keinen erstzunehmenden Konkurrenten für Google gibt. Nichts ist für die Ewigkeit und alles hat eine Ende nur die Wurst hat zwei…

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