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Google will Inhalte auf Subdomains anders bewerten

Google wird im Sinne des Subdomain-Leasing gehostete Inhalte zukünftig anders bewerten (Foto: Shutterstock).

Subdomain-Leasing verstößt nicht gegen die Google-Richtlinien. Die Entwarnung lässt aber nur kurzzeitig aufatmen, denn der Suchmaschinenriese will Inhalte auf Subdomains zukünftig anders bewerten.

Zahlreiche Inhalte im Web werden nicht über eigenständige Domains gehostet, sondern über externe Subdomains fremdgehostet. Prominente Beispiele hierfür sind Blogs, die über eine Subdomain von wordpress.com betrieben werden (z.B. beispielblog.wordpress.com) und Gutscheinportale. Anstatt ein jeweils eigenständiges Gutscheinportal aufzubauen, stellen Marken auf deren Subdomains ihre Gutscheine ein und profitieren so meist von den guten Ranking-Faktoren der darüberliegenden Domain der Gutscheinportale. Nun hat Google über Twitter bekannt gegeben, dass dieses Subdomain-Leasing nicht gegen die Richtlinien verstößt. Die Entwarnung gilt aber nur vorübergehend. Während Inhalte auf externen Subdomains bislang von guten Rankings der darüberliegenden Domains profitieren konnten, dürfte sich dies zukünftig nämlich ändern.

Google empfiehlt klar abgegrenzte Inhalte mit Mehrwert

In dem Tweet heißt es, dass das Subdomain-Leasing nicht gegen Googles Richtlinien verstoße. Es sei jedoch sinnvoller, auf eigene Domains zu setzen. Der Algorithmus würde mit der Zeit und der Praxis lernen, zukünftig besser erkennen zu können, ob Inhalte auf Subdomains unabhängig von der Domain sind, und sie dementsprechend behandeln. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass auf externen Subdomains gehostete Inhalte zukünftig vermutlich weniger vom Bonus der Domain darüber profitieren und in der Folge schlechter ranken werden.

Darüber hinaus empfiehlt Google, beim Subdomain-Leasing die Inhalte auf den Subdomains so zu gestalten, dass sie sich klar von den Seiten der darüberliegenden Domain abgrenzen.

Ebenso seien die größten Ranking-Erfolge laut Google dann zu erzielen, wenn eigenständige Inhalte mit Mehrwert geschaffen würden, die die eigene Marke widerspiegeln.

Die Ratschläge von Google dürften Seitenbetreiber zunächst wenig überraschen. Schließlich predigt Google seit Jahren, wie wichtig eigene Inhalte seien, und belohnt Webseiten mit Unique Content dementsprechend in den Rankings. Dass Google nun auch bei Subdomains genauer hinschaut und folglich negative Folgen für Gutscheinportale und Co. in Kauf nimmt, ist ebenso wenig überraschend. Schließlich hat sich der Suchmaschinenriese in der Vergangenheit bereits einige Male recht skrupellos bei der Anwendung seines Algorithmus gezeigt. Tatsächlich ließ der Google-Analyst Johannes Müller jedoch bereits im Juni in einem Webmaster-Hangout zum Thema White Label-Websites durchscheinen, dass Google beim Subdomain-Leasing zukünftig nachbessern werde. Ihm zufolge habe sich das Google Search Quality Team zu der Zeit mit solchen, häufig aus dem Bereich der Preissuchmaschinen und Gutscheinportalen stammenden, Seiten beschäftigt und erörtert, wie damit umzugehen sei. Weiterhin betonte Müller auch die Qualität als wichtigen Ranking-Aspekt.

Müllers Ankündigung wurde letzte Woche vom ehemaligen Journalisten und Google-Angestellten Danny Sullivan untermauert. Auf den Hinweis eines Users, dass Webmaster ein Recht dazu hätten, zu erfahren, ob sie in eigene Domains investieren oder auf Subdomain-Leasing setzen sollten, antwortete Sullivan, dass man in eigene Webseiten investieren sollte und dass dies der Grund sei, weshalb Google Tools wie die Search Console anbieten würde.

Seitenbetreiber sollten Subdomain-Leasing zukünftig hinterfragen

Auch wenn Google zumindest hinsichtlich der Richtlinien Entwarnung gegeben hat, ist die Marschrichtung für Seitenbetreiber geklärt: Wer Subdomains anderen überlassen möchte, um dort eigene Inhalte zu publizieren, sollte dies zukünftig überdenken und die Inhalte im Detail prüfen. Andernfalls könnten gute Rankings der Domain durch die fremden, im schlechtesten Fall minderwertigen Inhalte in Mitleidenschaft gezogen werden. Ebenso risikobehaftet kann das Subdomain-Leasing für alle sein, die ihre möglicherweise herausragenden Inhalte auf fremden Subdomains veröffentlichen möchten. Reiht sich das Content-Meisterstück dort neben minderwertige Inhalten von Dritten ein, droht es unterzugehen und wird nicht die angepeilte Reichweite erzielen, die es möglicherweise auf einer eigenen, starken Domain erzielen könnte.

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7 Kommentare
Bernhard Brinkmann

Ich freue mich auf den Moment an dem wir Google und seinen Richtlinien endlich Adieu sagen weil der Traffic nur noch über bezahlte Anzeigen kommt und wir erkennen das Google auch nur clever gemachte „Gelbe Seiten“ in elektronischer Form sind. Dann gestalten wir unsere Websites einfach wieder so wie es uns und unseren Kunden gefällt.
Sonnige Grüsse und ein schönes WE vom Chiemsee

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Freddy
Freddy

Großartikel Artikel! Ich erinnere mich an eure Anfrage vor ein paar Wochen für einen Vergleichsbereich auf eurer t3n Domain.

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Patrick Büttgen

Eine gute Ergänzung, die das Ausmaß dieser Praktik erahnen lässt!

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Matthias Meyer

Ich glaube ihr verwendet den Begriff „Top-Level-Domain“ falsch. Eine TDL ist z.B. die Länderkennung „.de“ oder „.biz“. Ihr meint damit aber die Haupt-Domain (z.B. „t3n“), oder? Google nennt das in den von euch zitierten Tweets „main site“.
Ich will da nicht pingelig werden, aber ich höre den Fehler gerade aus verschiedenen Richtungen. Korrigiert mich, wenn ich falsch liege.

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Patrick Büttgen

Du hast völlig recht Matthias. Danke für den Hinweis.

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