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Analyse

Der einzige Artikel über Growth Hacking, den du lesen musst

(Foto: Shutterstock / Gonzalo Aragon)

Wieso Facebook, Snapchat und Co. erfolgreich sind und du nicht. Gastautor Marcel Azeroth erklärt, was wirklich zählt im Marketing.

Growth Hacking ist wie Sex in der Pubertät und das Internet ist die Umkleidekabine nach dem Sportunterricht. So gut wie jeder ist Experte auf dem Gebiet, jeder behauptet, dass er es ständig tue, aber die einzigen, die es wirklich jemals getan haben, sind gerade nicht im Raum. Doch während pubertierende Teenager irgendwann erwachsen werden und sich der Umgang mit dem Thema (bei den meisten) normalisiert, ist das Internet wie das Nimmerland, wo irgendwann beschlossen wurde, dass man einfach nicht erwachsen wird. Kein Wunder also, dass kaum ein Tag vergeht, an welchem Blogs und Magazine nicht von der neuen Wunderwaffe aus dem Marketing-Arsenal schwärmen. Leider sind wir alle einer großen Lüge auf den Leim gegangen: Es gibt kein Growth Hacking.

Das ist sicherlich nicht unbedingt die Antwort, die du bei so einer Headline erwartet hast. Vermutlich bist du hier gelandet, weil du ein Projekt zum wachsen bringen willst/musst und du oder dein Chef schon einmal was von diesem verrückten „Internet” gehört haben und im Laufe eines sehr zähen Meetings die Phrase „Lass mal viral gehen” gefallen ist und du nun nach Antworten suchst. Auch wenn es gerade noch nicht so wirken mag, aber dieser Artikel hier ist genau der Richtige für dich.

Growth Hacking Geschichte

Was ist dieses Growth Hacking eigentlich, von dem ich behaupte, dass es nicht existiere? Die Idee hinter dem Konzept ist, mit möglich wenig monetärem Input maximale Aufmerksamkeit und ein damit einhergehendes brachiales Wachstum anzukurbeln. Wer vor der Geburt des Internets schnell wachsen wollte, dem blieb nur der Weg über ein hohes Marketingbudget, was ich liebevoll als Brute-Force-Ansatz bezeichne. Ballert man einfach jede zur Verfügung stehende Werbefläche über einen entsprechend langen Zeitraum zu, findet man früher oder später schon den Weg in das Gehirn seiner Konsumenten – Mission erfüllt.

Funktioniert heute auch noch, jedoch ist diese Strategie für Startups aufgrund begrenzter Mittel und Kompetenzen auf dem Gebiet keine wirkliche Option. Vor 15 Jahren war aus Nichts etwas machen ziemlich schwierig, jedoch änderten sich die Spielregeln des Marketings und der Werbung mit der Geburt der sozialen Netzwerke drastisch. Diese Revolution machte aus bis dato passiven Konsumenten aktive Sender, was die Grundlage für Growth Hacking wurde. Unternehmen wie beispielsweise Facebook, Snapchat, Tinder und Spotify haben alle mit vergleichsweise wenig Mitteln ein eindrucksvolles und nachhaltiges Wachstums hingelegt. Wie kann ich also dennoch behaupten, dass es Growth Hacking nicht gibt?

Das Missverständnis

Die obigen Beispiele zeigen, dass sich das Thema eigentlich nicht verleugnen lässt und etwas dran sein muss. Es ist richtig, dass diese neuen Player, die mittlerweile traditionelle Unternehmen problemlos in den Schatten stellen, etwas anders gemacht haben. Jedoch halte ich es für falsch, diese Vorgehensweise als Growth Hacking zu bezeichnen, oder so zu tun, als ob es wirklich etwas Neuartiges gewesen sei. In Wahrheit war das, was diese Unternehmen gemacht haben, eine alt bekannte Strategie. Dass etwas so Altes und Elementares als das neue große Ding zelebriert wird, zeigt, dass wir aktuell ein sehr grundlegendes Problem im Verständnis von Marketing haben.

Es gibt zwei große Missverständnisse bei diesem Thema. Einerseits glaubt man, dass man durch Kopieren von „Tricks” den Erfolg Anderer kopieren kann und so Viralität erhält. Instagrams Cross-Posting-Funktion war so ein Trick oder Twitters vorgeschlagene Nutzer. Hier gibt es unzählige Beispiele von smarten und sehr erfolgreichen Entscheidungen, die alle eins gemeinsam haben: Sie lassen sich nicht kopieren, da sie immer nur im Kontext des jeweiligen Produkts funktionierten. Vermutlich bekommt aber ein Listicle mit der Überschrift „Diese 9 nicht kopierbaren Tricks haben Facebook und Co. reich gemacht” vermutlich nicht die gewünschte Aufmerksamkeit.

Doch Growth Hacking besteht laut Expertenmeinung nicht nur aus solchen smarten Handgriffen, sondern setzt wesentlich auf die Nutzung von kostengünstigen Kanälen wie beispielsweise Blogs, Kickstarter-Seiten und Newsletter. Diese sollen garantieren, dass ohne großes Budget die Bude abbrennt. Hier liegt der zweite große Irrtum.

Nun passiert es, dass Marketer und Unternehmer die unzähligen Beiträgen, Listicles und Kolumnen zum Thema lesen und versuchen die Ratschläge auf ihr Business zu übertragen. Doch statt relativen Wachstumszahlen im dreistelligen Bereich haben sie am Ende nur Content-Friedhöfe erschaffen und jede Menge Zeit, Kapital und Potential verpulvert.

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5 Reaktionen
Severin Lucks

Der Artikel hat zwar schon ein paar Jahre auf dem Buckel, ist aber immer noch aktuell und absolut zutreffend. Danke für die klaren Worte und die Erdbeeren ;-)

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Max Benz

Interessanter Artikel, der eine gute Einleitung für das Thema Growth (Hacking, Marketing,...) darstellt.

Ich befasse mich seit einiger Zeit auch mit diesem Thema. Wenn du jeden Tag einen inspirierenden und erprobten Growth Hack per Mail erhalten möchtest, melde dich gern für meinen Newsletter unter maxbenz.co an

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Andreas Achatz

Hey.. schön das ich mal was über GrowthHacking lese... wo der Artikel aufhört fange ich mit meinem Blog an :) Danke an t3n .. hoffe es kommt bald mehr über dieses Thema :) in USA schon ganz normal.. doch in DE noch sowas von NEW.. ^^

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Tom

Schön geschrieben, der Artikel hört nur genau da auf, wo Growth Hacking anfängt. Natürlich kann man GH auch für ein mieses Produkt machen, es ist einfach nur eine Marketingdisziplin. Genauso wie bei anderen Disziplinen funktioniert das mit einem guten oder innovativen Produkt natürlich meist besser. Unterm Strich bringt das tollste Produkt nichts, wenn die richtigen Leute bzw. Zielgruppe nichts davon wissen.

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Manuel

Genau meine Rede, besten Dank für den Artikel Marcel! Besonders wichtig ist vor allem der Mehrwert für den Nutzer des Produkts.

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