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„Hack mas“ statt „Pack mas“: Mit diesen Ideen will sich der FC Bayern digitalisieren

(Foto: t3n)

Beim ersten Hackathon des FC Bayern überzeugen Ideen, die nicht das Spiel in den Fokus rücken, sondern die Fans einbinden. Wichtig ist nicht nur auf dem Platz, sondern auch daneben.

Das Spiel ist am Sonntag nur Nebensache. Während Tausende Fans in die Allianz Arena strömen und sich auf die Partie Bayern gegen Bremen einstimmen, sitzen oben in der fünften Etage des Stadions, direkt neben den Unternehmensboxen, Dutzende Entwickler, Coder, Designer, Gründer und werkeln an digitalen Projekten. Manche von ihnen haben sich auch unter die Fans gemischt, sie testen ihre Ideen und holen sich Rückmeldungen. Zwar verfolgen sie unterschiedliche Ansätze, aber sie eint dasselbe Ziel: Digitalisierung und Fußball verbinden.

Das ist ganz im Sinne des FC Bayern. Der Verein hat 2016 intern das Projekt „Digital 4.0“ ausgegeben, er setzt auf die Vernetzung, auch mit seinen Fans. Sie sollen durch das Internet noch gezielter und auf neuen Wegen erreicht werden. Die Hackdays, die vom 19. bis zum 22. Januar in der Allianz Arena stattfanden, sollen Ideen in die Stadiongänge tragen, auf die der Fußballclub selbst sonst vielleicht gar nicht gekommen wäre. 226 Personen aus 40 verschiedenen Ländern hat der Rekordmeister eingeladen, gemeinsam organisiert hat er das Event drei Monate lang mit den digital erfahreneren Kollegen von UnternehmerTUM.

FC Bayern Hackdays: Von blinkenden Lenkrädern und dem eigenen TV-Ausschnitt

Fußball und Tech bedeutet bislang vor allem die Vernetzung der Spieler. Mittlerweile können mit technischen Mitteln ihre Laufwege, ihre Schussstärke, sogar die Kontakte pro Spiel ausgewertet werden. Auch in der Reha kommt Technologie zum Einsatz, zum Beispiel die sogenannte elektrische Muskelstimulation (EMS). Aber Fans können sich höchstens die App ihres Vereins herunterladen, ihrem Lieblingsspieler in den sozialen Medien folgen oder beim Kicker die Ergebnisse der anderen Spiele checken. Ab und an gibt es zwar Aktionen, die auch was mit digital zu tun haben, aber noch sind diese eher homöopathisch verteilt.

„Ein Hackathon ist besser als jede Agentur.“

Der FC Bayern, der sich selbst als Vorreiter im deutschen Fußball versteht, will auch digital vorne mit dabei sein. Dass er dafür ausgerechnet auf Hackdays setzt, hat einen guten Grund. „Ein Hackathon ist besser als jede Agentur“, sagt Benjamin Stoll. Er arbeitet seit zweieinhalb Jahren im Bereich Digitale Medien bei den Bayern und hat den Hackathon mitinitiiert. Die Leidenschaft, die die Teilnehmer mitbrächten, verspreche schlicht andere, fangetriebenere Ideen. Denn genau darum geht es in den vier Tagen: Die Projekte sollen den Verein näher an seine Fans heranrücken, auch abseits des Fußballs.

Insgesamt sieben Challenges hat sich der FC Bayern dafür gemeinsam mit seinen Sponsoren ausgedacht: Audi wünscht sich Ideen für das Fanerlebnis im Auto, die Telekom setzt auf Fußball und Virtual Reality, Adidas will von der Marke Bayern im mobilen Shop profitieren, DHL strebt die Verbindung mit der „Global Family“ des Vereins an, Siemens macht den Weg zur Allianz Arena interaktiver und SAP erhofft sich die digitale Fanvernetzung. Und natürlich hat der FC Bayern auch noch eine eigene Challenge ausgegeben, die sich ausschließlich um Ideen rund um den Verein dreht. Für jede Challenge gibt es einen Preis, beim FC Bayern zum Beispiel von allen Spielern unterschriebene Trikots. Der übergreifende Hauptpreis: eine Reise zu einem Champions-League-Auswärtsspiel mit der ganzen Mannschaft. Für die Teilnehmer gilt es, diese vagen Vorgaben in konkreten Projekten umzusetzen.

Prominenz bei den Hackdays des FC Bayern: Ex-Bayern-Profi Giovane Elber schaut vorbei. (Foto: t3n)

Manche sind selbst Fans, sie verbinden die eigenen Fähigkeiten mit ihrer Bayern-Begeisterung. Zu ihnen gehört zum Beispiel Pascal Gomolka. Der Software-Entwickler ist extra aus Berlin angereist, es ist sein erster Hackathon. Mit seinem Team nimmt er an der Audi-Challenge teil, er will einen interaktiveren und umweltfreundlicheren Weg ins Stadion finden. „Wir haben am Anfang etliche Ideen gehabt, aber der Vortrag wurde dadurch viel zu lang“, sagt er. Deswegen konzentriert sich das internationale Team jetzt auf zwei Aspekte: Carsharing und FC-Bayern-Interieur.

Bayernfans sollen andere Fans in ihrem Auto mit zur Allianz Arena nehmen können, sodass weniger Autos unterwegs sind, sie sollen ihren Audi aber auch personalisieren können: mit einem Schaltknüppel im FC-Bayern-Logo zum Beispiel. Ein Prototyp in knalligem Rot steht auf dem Tisch, er ist im 3D-Drucker entstanden. Zu den Ideen gehört auch ein blinkendes Lenkrad, wenn ein Tor fällt und die Fans mal nicht im Stadion sind. Für Pascal ist es der erste Hackathon, das Bayern-Umfeld hat ihn gereizt – und der mögliche Gewinn auf eine Champions-League-Reise mit dem ganzen Team. Chancen rechnet er sich nicht aus, aber er ist auch so zufrieden: Er habe das Spiel umsonst gucken können, eine Unterkunft gestellt bekommen und wurde rund um die Uhr verpflegt. Und mit Ex-Profi Giovane Elber konnte er auch kurz sprechen. Das sei schon ziemlich gut. 

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Eine Reaktion
ReneSeckler

Ich muss korrigieren: 8 Hackathons waren lediglich das Ergebnis des vergangenen Jahres. Insgesammt sind es bereits 23 Stück.

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