Zocken ohne Gamepad-Ärger: Wie Hall-Effect-Sticks ein nerviges Controller-Problem lösen

Hall-Effect-Sticks beheben ein großes Controller-Problem. (Foto: Roman Kosolapov / Shutterstock)
Viele Konsolenspieler:innen kennen das Problem. Der sogenannte Stick-Drift von Controllern sorgt dafür, dass euch die Lust am Spielen vergeht. Doch gibt es eine Lösung, die das nervige Problem beheben soll: Hall-Effect-Sticks.
Was ist Stick-Drift?
Als Stick-Drift bezeichnet man Controller-Sticks, die ohne bewegt zu werden eine Eingabe an das Spiel weiterleiten. In Games führt das dann etwa dazu, dass sich die Spielfigur bewegt, obwohl ihr den Controller gar nicht in der Hand habt. Die Ursache des Problems ist die Abnutzung von empfindlichen Teilen im Controller.
Genauer gesagt sind die Potenziometer das Problem, von denen jeweils zwei pro Stick verbaut sind – einer für die x- und einer für die y-Achse. Je nach Position geben sie eine andere Spannung aus, was am Ende als Bewegung im Spiel registriert wird. In der neutralen Position sollten sie immer dieselbe Spannung haben. Allerdings können die Kontakte nach der Abnutzung die Spannung ändern.
Heißt: Jedes Mal, wenn der Stick in die Mitte zurückkehrt, wird eine andere Stromspannung an das Controller-Mainboard weitergeleitet. Diese minimalen Veränderungen werden als Eingabe interpretiert und auf dem Bildschirm umgesetzt, obwohl sich der Controller in einer neutralen Position befindet. Laut einer Untersuchung von iFixit kann Stick-Drift bereits vier Monate nach dem Kauf eines Controllers auftreten – und das, wenn ihr damit im Durchschnitt täglich zwei Stunden spielt. Ob euer Controller schon darunter leidet, könnt ihr mit dem Gamepad-Tester feststellen.
Wie beheben Hall-Effect-Sticks das Problem?
Hall-Effect-Sticks beseitigen die Verschleißteile, die für die falschen Angaben sorgen. Stattdessen kommen zwei Magnete samt Sensoren zum Einsatz, die die Position des Controllers auf der x- und y-Achse feststellen. Da die Teile nicht mehr verschleißen, bleibt die Spannungsübertragung immer identisch und das Problem des Stick-Drifts ist Geschichte. Der Name der Sticks geht dabei auf den amerikanischen Physiker Edwin Hall zurück, der die Veränderungen der Stromspannung in einem Magnetfeld entdeckt hat.
Leider sind Hall-Effect-Sticks nicht so einfach nachzurüsten. Zwar gibt es einige Online-Dienstleister, bei denen ihr den Umbau buchen könnt, doch handelt es sich dabei oft um Privatpersonen. Wie zuverlässig diese sind, lässt sich vorab nur schwer sagen. Zudem verliert ihr definitiv die Garantie für den Controller, sobald dieser geöffnet wird. Ein eigenhändiger Einbau ist auch nicht so einfach und ebenfalls nicht zu empfehlen.
Alternativ könnt ihr euch Controller kaufen, die Hall-Effect-Sticks bereits verbaut haben. Die meisten Controller sind dann aber „nur“ für den PC, die Xbox, Nintendo Switch und Android-Geräte gedacht. Sie lassen sich dann über ein Kabel oder über Bluetooth mit dem Endgerät verbinden. An der PS5 lassen sich diese Controller nicht nutzen. Hier gibt es nur diverse Anbieter, die bereits umgebaute Dualsense-Controller mit Hall-Effect-Sticks anbieten. Auch hier solltet ihr vorsichtig sein und euch vorher zumindest die Bewertungen der jeweiligen Shops gut durchlesen.