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Homeoffice-Pauschale: Koalition will Steuerentlastung für Heimarbeiter bringen

Die Regierungskoalition plant eine Homeoffice-Pauschale von fünf Euro pro Tag. Die soll allerdings auf 600 Euro im Jahr gedeckelt werden.

2 Min. Lesezeit

Homeoffice-Nutzer sollen künftig steuerlich entlastet werden - ein bisschen. (Foto: Shutterstock)

Der heimische Arbeitsplatz war bislang gegenüber dem Finanzamt kaum anzurechnen. Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) aus Koalitionskreisen erfahren haben will, soll sich das jetzt ändern.

Steuerliche Entlastung von 600 Euro im Jahr möglich

Personen, die im Homeoffice arbeiten, sollen künftig eine Pauschale von fünf Euro pro Tag anrechnen können. Die Förderung soll auf 600 Euro begrenzt werden. Das entspräche 120 Tagen, mithin ein halbes Arbeitsjahr.

Laut Bundesfinanzministerium soll sich die steuerliche Entlastung der berechtigten Homeoffice-Nutzer auf etwa eine Milliarde Euro belaufen. Die Homeoffice-Pauschale sei „die flexible Antwort auf die verkrustete Rechtsprechung zum häuslichen Arbeitszimmer“, so der CSU-Finanzpolitiker Sebastian Brehm gegenüber der FAZ.

Unklar soll noch sein, ob die neue Pauschale neben dem Arbeitnehmer-Pauschbetrag, die sogenannten Werbungskosten, von 1.000 Euro angerechnet werden kann. Nur bei separater Behandlung käme es zu einem Nutzen für alle.

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Würde die 1.000-Euro-Pauschale die Homeoffice-Pauschale hingegen beinhalten, würden nur jene profitieren, deren Werbungskosten über die 1.000 Euro der Pauschale hinausgehen.

5 Euro brutto sind nicht 5 Euro netto

Zudem ist gedanklich immer zu beachten, dass eine Aussage wie „Es gibt 5 Euro pro Tag“ nur bedeutet, dass diese fünf Euro vom versteuerten Einkommen abgezogen werden. Das bedeutet nicht, dass die Heimarbeiter etwa fünf Euro pro Tag mehr netto in der Tasche hätten.

Bei einem als zu versteuerndem Einkommen von 60.000 Euro kämen im Jahr etwa 300 Euro mehr netto heraus, wenn die Grenze von 120 Tagen voll ausgeschöpft werden kann. Für die zweite Hälfte des Jahres sind keine Erleichterungen vorgesehen.

Die Anrechnung auf die Werbungskosten ist laut FAZ die bevorzugte Lesart des Bundesfinanzministeriums. Denn, wenn die Homeoffice-Pauschale zusätzlich gewährt würde, wäre „dies eine übermäßige (und damit verfassungsmäßig zweifelhafte) Begünstigung“.

Steuernachzahlungen stehen bevor

Kommt die Homeoffice-Pauschale nicht, müssen viele Heimarbeiter im nächsten Jahr mit Steuernachzahlungen rechnen. Denn vor allem die Fahrtkosten zur Arbeit können nicht mehr einkommenssenkend geltend gemacht werden. Wer bisher 15 Kilometer pro Tag zur Arbeit gefahren ist, konnte ebenfalls mit rund fünf Euro Einkommensanrechnung operieren.

Ein wesentlicher Unterschied: Die Fahrtkosten können ganzjährig angesetzt werden, die Homeoffice-Pauschale nur sechs Monate – wenn die Informationen der FAZ sich als korrekt erweisen. An den steuerlichen Anerkennungsregeln „echter Arbeitszimmer“ soll sich den Planungen zufolge nichts ändern.

Über die konkrete Ausführung der neuen Regelung wird sich sicherlich trefflich streiten lassen. Sie ist aber ein besserer Ansatz als der, mit dem sich die Deutsche Bank jüngst beliebt gemacht hat.

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2 Kommentare
Mark Lange
Mark Lange

Was ein Schwachsinn, wer im Homeoffice arbeitet spart sich ja auch die Fahrtkosten, warum soll man einen Ausgleich dafür bekommen, dass man seine nicht gemachten Ausgaben auch nicht geltend machen kann? Leute die auf das Homeoffice ausweichen konnten, sind ja meistens auch noch die besserverdienenden Büroarbeiter. Aber vielen Dank an die Kassiererinnen und Krankenschwestern, die nicht auf das Homeoffice ausweichen konnten, dafür dass sie uns diese Steuererleichterung mitfinanzieren.

Antworten
Magnus Tadda
Magnus Tadda

Sie sollten bedenken, dass ein Mensch der im HomeOffice arbeitet auch mehr Energie zu Hause verbraucht. Der Laptop und Handy fressen Strom, es muss tagsüber geheizt werden, der Boden wetzt sich schneller ab, da man die ganze Zeit zu Hause hin und her läuft. Außerdem läuft die Kaffeemaschine unermüdlich, der Wasserverbrauch steigt steil nach oben durch die ganzen Klositzungen. Das sind alles Ausgaben, die man beim Homeoffice beachten sollte! Dafür braucht man einfach einen Ausgleich ;)

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