Kommentar

Homeoffice-Strafsteuer: Danke für nichts, Deutsche Bank!

Die Deutsche Bank will Heimarbeiter mit einer Homeoffice-Steuer belasten. (Foto: dpa)

Lesezeit: 3 Min. Gerade keine Zeit? Jetzt speichern und später lesen

Heimarbeiter belasten die Gesellschaft – das meint ein Deutsche-Bank-Ökonom und schlägt eine Homeoffice-Steuer vor. Unser Autor spricht von einer dreisten Strafsteuer. Ein Kommentar.

Für Homeoffice-Arbeitende ist das wohl die Nachricht der Woche: Die Deutsche Bank schlägt eine Homeoffice-Steuer vor. Genau genommen eine Strafsteuer, die Homeoffice-Arbeitende zahlen sollen. Der Grund laut Deutsche-Bank-Ökonom Luke Templeman: Menschen, die von zu Hause arbeiten, würden quasi kein Geld mehr in den Umlauf bringen. Keine Busse mehr fahren, keine Coffee-to-go mehr kaufen und auch kein Lunch beim Italiener um die Ecke mehr schlemmen. Homeoffice-Arbeitende zahlen laut dem Fachmann nicht mehr so in die Gesellschaft ein wie noch zuvor, profitieren bei Bedarf aber trotzdem von einer Infrastruktur, die sie selber nicht mehr tragen. Im Homeoffice ist das Leben einfach richtig schön billig. So in etwa die Argumentation.

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Fasst ihr euch auch gerade an die Stirn?

Was der Schlaukopf vergisst: Homeoffice hat sicher viele Vorteile, spart bestimmt auch Fahrtkosten, aber mit Sicherheit bringt es keinen Geldsegen ins Haus. Wer zu Hause arbeitet, zahlt beispielsweise am Ende des Jahres wesentlich mehr Nebenkosten in der Wohnung als eine Person, die im Büro arbeitet. Strom, Wasser, Gas – alles wird mehr verbraucht. Ich weiß, wovon ich rede, denn ich habe beide Arbeitsmodelle jahrelang erproben dürfen. Geblieben bin ich im Homeoffice, weil es mir hier besser gefällt. Die Mehrkosten trug ich bislang jedoch alleine. Ich habe nie von meinem Arbeitgeber einen Beitrag zu den Nebenkosten verlangt. Ich habe nicht einmal mein Homeoffice versteuert. Nennt mich dumm, aber ich arbeite gerne daheim. Für mich ist das ein großes Glück. Da kassiere ich nicht noch ab. Das Geld brauche ich nicht, will ich nicht!

Anders als die Deutsche Bank es wohl tun würde. Einen satten Betrag von 7,50 Euro pro Arbeitstag soll ich künftig abdrücken. Für Berlin, mein Wohn- und Arbeitsort, hieße das: Bei 254 Arbeitstagen in 2020 müsste ich 1.905 Euro in diesem Jahr nachbezahlen. Darauf noch die Nebenkosten der Wohnung. Darauf trotzdem noch Verpflegung, denn auch wenn ich nicht mehr täglich gezwungen bin, beim Italiener zu essen, so muss ich dennoch essen. Das vom Arbeitgeber gestellte Wasser, den Kaffee, das Obst – da hab ich nichts von. Niemand ernährt sich im Homeoffice von E-Mails – schön wär’s! Ich wäre pappsatt.

Was mich vor allem auch ärgert: Dass so ein Vorschlag ausgerechnet von der Bank kommt, die sich schon oft hat retten lassen. Eine Bank, die der Gesellschaft wie kaum eine andere Institution auf der Tasche liegt. Eine Bank, die in fast jeder Krise in den letzten Jahren – ob Immobilienkrise, Bankenkrise, Eurokrise, Griechenlandkrise – stets nur wie ein Brandbeschleuniger gewirkt hat. Die Deutsche Bank müsste Strafsteuern zahlen. Strafsteuern dafür, dass sie die Gesellschaft ständig ohrfeigt!

Homeoffice-Strafsteuer ist ein Witz

Ihr lest es aus den Zeilen heraus: Ich bin sauer, dass es dort Menschen gibt, die tatsächlich so etwas vorschlagen. Wie weltfremd sind diese Leute? Ja, die Digitalisierung führt leider auch dazu, dass viele Innenstädte verwaisen. Dass Leute nicht mehr, wie noch vor zehn Jahren, den ganzen Tag durch die Stadt tingeln und an jeder Ecke ihr Geld liegen lassen. Amazon hat beispielsweise dazu geführt, dass wir von zu Hause aus shoppen. Aber hieße das im Umkehrschluss, dass jeder Amazon-Nutzer jetzt 7,50 Euro Strafe zahlen sollte, weil er oder sie die Plattform nutzt, um die Weihnachtsgeschenke stressfrei im Internet zu kaufen? Diese Probleme müssen anders gelöst werden. Vielleicht sollte man mal Amazon besteuern. Die ziehen da Milliardengewinne heraus, nicht ich. Nur so eine Idee.

Was dieser Experte unter Strafe stellen will, ist zudem für Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer derzeit die einzige Möglichkeit, während der Coronakrise den Job nicht zu verlieren. Diese Menschen jonglieren ihr Tagwerk zwischen unbequemen Küchenstühlen und widerlicher Tiefkühlpizza. Nicht wenige Homeoffice-Arbeiter übernehmen noch die Aufgaben von Kindergärtnern und Lehrern, weil die Kids in Quarantäne sind oder die Einrichtung geschlossen bleibt. Das auch noch unter Strafe zu stellen, ist eine ganz große Leistung. Applaus. Danke für nichts, Deutsche Bank!

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21 Kommentare
Oliver
Oliver

Sehr guter Kommentar zu einer frechen Forderung. Anscheinend schlägt manchen Menschen Corona nicht nur aufs Gemüt sondern auch auf den Kopf.
Selbst wenn wir alle freiwillig im Home-Office wären, was ist so verkehrt daran sein Konsumverhalten zu drosseln? Muss jeder verdiente Euro auch gleich wieder ausgegeben werden? Klar … Das ist der Sinn hinter dem Kapitalismus und die Religion eines jeden Ökonomen. Aber dann sollten eher solche dummen Sprüchen besteuert werden. Damit würde bestimmt ein hübsches Sümmchen zusammenkommen.

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Max
Max

@Oliver
Das hat nichts mit dem Kapitalismus an sich zu tun, sondern mit der ruinösen Wirtschafts-, Finanz- und Steuerpolitik der Länder national wie international. Vereinfacht gesagt, hat sich eine Minderheit der gesellschaftlichen Verantwortung entziehen und somit ihr Kapital weiter anhäufen können. Folge: Die Belastungen für die Mehrheit stiegen, dass Kapital in vielen Unternehmen und Privathaushalten sank oder existierte nicht.

Warum das paradox ist?
Das weltweite Vermögen privater Haushalte lag allein zuletzt bei rund 192 Billionen Euro. Die weltweite Gesamtverschuldung (Privathaushalte, Staaten und Unternehmen) lag 2019 bei rund 260 Billionen Euro. Unklar ist, wie viel Finanzvermögen die Unternehmen oder die Staaten in Form von Reserven weltweit besitzen. In der Wirtschaft ist aber auch schon seit Jahren sichtbar, dass wenige transnationale Konzerne über 40 % des weltweiten Finanzvermögens auf sich konzentrieren. Dem Großteil fehlt also zusehends das nötige Kapital für Investitionen. Hier sollen eigentlich die Banken einspringen und die Liquidität der Unternehmen gewährleisten. Weil der Kreditkreislauf stark ins Stocken geraten ist, sprangen weltweit viele Staaten, also wir Steuerzahler in die Presche und retteten Unternehmen, weil wenige Konzerne der Mehrheit das Kapital entziehen. Die Banken kennen das Problem, sind aber selbst Teil des Problems, weil vor allem die Global Player wie Deutsche Bank und Konsorten den Konzernen und anderen Vermögenden bei ihrer Steuerflucht halfen. Cum Ex und andere Steuerschäden für öffentliche und private Haushalte sind da noch nicht mal ansatzweise thematisiert.

Es ist weltweit genug Vermögen vorhanden, nur verteilt sich dieses auf immer weniger private Hände und weniger Konzerne, sodass die Finanzwirtschaft immer häufiger anfällig ist für Banken- oder Finanzkrisen. Hinzu kommen die Investitionsdefizite dieser Haushalte, wobei auch viele Kleinstbetriebe, kleine und mittelständische Unternehmen erhebliche Defizite aufweisen dürften, weil ihnen das nötige Kapital fehlt. Die Klagen dazu existieren seit Jahren.

Ein weiteres „Phänomen“ ist, dass sich Vermögen immer häufiger nicht mehr durch Leistung, sondern durch Erbschaften bildet. Würde also die FDP ihr Leistungsprinzip konsequent umsetzen, müsste sie sich für eine Erbschaftssteuer einsetzen. Genau das macht sie nicht. Halleluja.

Mein privates Investitionsdefizit liegt bei rund 11.000 Euro. Weil ich häufig aus beruflichen Gründen umgezogen bin, hat die Schufa mir einen negativen Score verpasst. Weil ich aus Einkommensgründen immer in sozialschwachen Gegenden gelebt habe, verschlechterte sich mein Score abermals. Ergo: Stelle ich bei Banken Kreditanfragen, lehnen die Banken sie sehr wahrscheinlich ab, weil die Schufa mich nicht als kreditwürdig ansieht. Ich habe Kreditanfragen gestellt, nur wurden sie allesamt mit Verweis auf die Schufa abgelehnt. Also hat sich mein Score nochmals verschlechtert. Ich kann also nicht investieren, obwohl ich den Kredit bedienen kann. Deshalb habe ich viele Investitionen über private Kapitalgeber (Freunde, Familienangehörige) gestemmt, mich aber damit aus dem Geldkreislauf raus genommen. Das Problem haben viele Privatpersonen, aber immer häufiger auch Unternehmen. Ein Hoch auf die Algorithmen, die Schufa, unsere Banken und die Politik.

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Alexander
Alexander

Was für ein ****Zensiert****. Ich habe eine Bahncard 100. Das heißt ich habe der Deutschen Bahn rund 5.000 Euro dafür gezahlt, dass ich sie ein halbes Jahr nicht benutzt habe.

Von meiner Mitgliedschaft im Fitness-Studio ganz zu schweigen. Was das damit zu tun hat?

Ich wohne in München, arbeite in Nürnberg und dort ist auch mein Fitness-Studio. Ich bin nicht zwei Stunden mit dem Zug gefahren um zu trainieren. Ein Kündigungsgrund für Studio ist angeordnetes Homeoffice nicht.

Bei dem „Italiener an der Ecke“ habe ich nie gegessen, das macht also keinen Unterschied.

Eine Steuer für Homeoffice ist wohl ein schlechter Witz.

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Alexandra
Alexandra

Absolut ja und ich auch. Ich habe auch die ganze Zeit für öffentliche Verkehrsmittel bezahlt, als ich sie überhaupt nicht benutzt habe. Ich bestellte auch Essen in Restaurants, als ich bei der Arbeit sehr beschäftigt war. Musste einen Schreibtisch kaufen, Monitor… Habe für die Telefonanrufe bezahlt. Später muss ich die Strom- und Wasserrechnungen für die Zeit bezahlen, in der ich das Haus im Grunde nicht verlassen konnte.

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Jonas
Jonas

Die HomeOffice-Steuer könnte ganz hervorragend für die Unterstützung kränkelnder Automobilkonzerne genutzt werden. Und der ein oder andere Energieversorger hat ja auch so seine finanziellen Probleme mit der anstehenden Energiewende…

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Pater
Pater

Halte eine Homeofficesteuer auch für Unsinn, der Kommentar ist aber schlecht recherchiert:
1. Hat das nicht die DB gefordert sondern ist ein „Konzept“ aus der Research Abteilung.
2. Wann wurde die DB denn gerettet?

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Frithjof
Frithjof

„Danke für nichts, Deutsche Bank!“, trifft es genau. Ich schließe mich Ihrer Meinung an und habe Ihrem Text nichts hinzuzufügen. Deshalb: Danke für Alles, Andreas Weck.

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Andreas
Andreas

Dazu fällt mir ein:
1. meine Frau arbeitet bei einem wirklich großen Rückversicherer-Verband und ist seit der gesamten Corona-Zeit im HomeOffice. Ihr Arbetgeber hat selber zugegeben, dass er enorme Kosten durch Home-Office-Arbeit spart.
2. seitdem wir beide im HomeOffice sind, sind die privaten Kosten für Strom, Gas, Wasser etc. gestiegen.
3. nicht jeder erhält für sein HomeOffice von seinem Arbeitgeber alles spendiert, also werden weitere private Ressourcen genutzt/Ausgaben getätigt
4. Baumärkte, Möbelhäuser, Lieferdienste flippen gerade aus, weil sie mehr Kunden haben denn je.
und, und, und
Ausgaben habe sich verschoben. Alles hält sich die Waage!
Aber dann kommt die Deutsche Bank, die in den letzten Jahren seit der Wirtschafts-/Finanzkrise selber soviel zur Wirtschaft beigetragen hat ;-) und haut so was raus. Wenn ich mich recht erinnere hat der Steuerzahler ziemlich bluten müssen für die Bankenrettung(en).
Solche Bänker wollen nur provozieren um zu profitieren. Also darüber stehen und solche Äußerungen erstmal nur belächeln. Das ist den Menschen nicht zu verkaufen durch die Politik. Das kommt außerdem zur völlig falschen Zeit und wird alleine deswegen schon nach hinten losgehen. Was mich immer stört ist, dass solche Menschen gleich eine Bühne erhalten für ihr gesellschaftliches Reizthema. Ich würde mir wünsche, dass zunächst einfach mal die Klappe gehalten wird damit diese Menschen eben nicht gleich eine Bühne erhalten. Vieles erstickt sich dadurch im Keim selbst.
Bleibt gesund und LG

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Marino
Marino

Sorry, aber ich sehe das komplett anders. Der Artikel hier ist eine Frechheit. Ich teile die Meinung, dass eine solche Steuer nicht richtig wäre und sehe die Argumente komplett anders, aber warum muss man hier wieder alles aufbauschen und ein Unternehmen beschuldigen, was damit nichts , aber auch absolut nichts zu tun hat? Weder in diesem Artikel, noch im verlinkten Artikel „Die deutsche Bak schlägt eine Homeoffice steuer vor“ und auch nicht in dem dort hinterlegten PDF ist eine nachvollziehbare und klare Position der Bank enthalten. Es ist schlichtweg falsch zu behaupten, dass die Bank das möchte. Das ist die Position eines einizigen Menschen, der für die Bank arbeitet. Das PDF ist kein Bank-Dokument, es gibt keine Positionierung der bank zu diesem Thema, aber natürlich ignoriert man das als Medium, denn die Headline generiert ja so viel mehr klicks. Wenn der Starbucks Mitarbeiter, der mir meinen Kaffee zubereitet, AFD Wähler ist, bedeutet das dann auch, dass Starbucks die AFD unterstützt ??? Es wird immer schlimmer mit den Medien…

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Pater
Pater

Da stimme ich dir völlig zu, der Autor verstößt hier klar gegen den Pressekodex, generiert bestimmt gut Klicks schadet aber dem Ansehen dieser Seite.

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Erik
Erik

Leider ist das nicht so einfach: Es handelt sich um ein offizielles Werk der „Deutsche Bank Research“, die dem „Finanzinstitut … als Denkfabrik und… Veröffentlichungsplattform“ dient. Also schon ziemlich klarer Bezug auch zu in der DB dann diskutierten und auch an die Politik herangetragenen Positionen. Das hat nixx mit dem AfD Wähler bei Starbucks zu tun, der klebt keinen AfD Sticker auf den Kaffeebecher. Hier schon.
Wer sich das PDF anschaut, sieht toll wie man mit -korrekten- Zahlen seine Positionen verdeutlichen und unumstösslich darstellen kann; man muss nur die Voraussetzungen und Annahmen so wählen, dass nachher alles passt.
Insoweit sind wir exakt wieder beim Kommentar des OT: Ticken die bei der DB nicht mehr richtig??

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Marino
Marino

OK, das habe ich dann zugegebenermaßen übersehen, es handelt sich um ein DB Research Dokument. Dennoch sehe ich es nicht so, dass hier ein Meinungsbild der Bank draus hervorgeht, sondern nach wie vor die Meinung eines einzelnen Ökonomen. Wenn das ein Herr Sewing als CEO so sagen würde, dann könnte man das schon so sehen, doch wenn einer von tausenden eine Meinung hat, dann representiert das nicht die Meinung eines ganzen Konzern. Ich vermute stark, dass es sehr viele Mitarbeiter und Chefs gibt, die zu

dem Thema eine abweichende Meinung haben werden, auch wenn ich das natürlich nicht belegen kann. Genauso wenig belegt der Artikel aber die offizielle Gesamtmeinung des Konzerns. Man kann diesem ja sehr viel vorwerfen, aber dann sollte es zumindest auch Hand und Fuß haben, finde ich.

Nebucad
Nebucad

Ich finde es durchaus amüsant, auf welche Ideen so manche Manager kommen. Leider zeigt es auch auf wie unterschiedlich die Weltanschauung von besser verdienende zu Otto-Normalbürger ist.

Die meisten werden sofort erkennen wie weltfremd diese Aussage ist und weil schon alleine der Vorschlag löchriger als ein Nudelsieb ist, finden sich unzählige Beispiele wo der Vergleich hinkt.

Aus diesem Grund möchte ich nur eines beitragen. Nicht alles was Hinkt ist ein Vergleich! Das sollte der Deutsche Bank Angestellte sich mal auf die Fahnen schreiben.

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painschen
painschen

100% deiner Meinung.. Klar ist das die DB das vorschlägt um eigene Mitarbeiter vom Homeoffice abzuschrecken.. ohne viel zu schreiben: würde man gezielt gegen Mitarbeiter schiessen die kein Bock aufs Büro haben, kann ich das nachvollziehen.. aber in der Corona Zeit die Leute zu bestrafen die Zuhause arbeiten anstelle dem Staat auf der Tasche zu liegen – einfach unverschämt! Werde meine Konten bei der DB kündigen!

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MD
MD

Hahaha, ich glaube die Deutsche Bank sollte beim Stichwort Soziale Verantwortung mal ganz kleine Brötchen backen….

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Patrick
Patrick

So eine Idee öffentlich zu kommunizieren ist maximalst lächerlich und ein absolutes Armutszeugnis für die Deutsche Bank. Schon alleine mit einem konkreten Betrag zu kommen und diese auch noch mit solchen pauschalen Argumenten, wie Coffee-to-Go und Busfahrkarten zu begründen, kann nur von einem Milchmädchen am Kaffeeautomat kommen. Da kann niemand mit Hirn, Herz und Verstand drüber nachgedacht haben.

Natürlich fallen, viele Dinge, wie der Coffee-to-Go, Bus-/Bahnkarten, Spritkosten etc. weg oder sind im Vergleich zu vor der Krise niedriger. Aber für mich als Endverbraucher merke ich das nicht. Durch das Homeoffice sind meine Strom und Heizkosten (vor Allem im Q1 und Q2) deutlich gestiegen. Für mich als Papa zweier Kinder auch bedingt durch die Schließung der Schulen. Die Kinder waren daheim…mussten daheim versorgt werden und und und. Mit Blick auf das öffentliche Leben…Vereinbeiträge wurden weiter bezahlt. Ob das Fitnessstudiobeiträge waren, Vereinsbeiträge und auch Dauerkartenbesitzer vieler Sportvereine blieben auf den Kosten sitzen und bekamen auf der anderen Seite keine Gegenleistung. Niemand (also zumindest in meinem Dunstkreis) hat sich darüber aufgeregt sondern hat genau in diesen Momenten mal die soziale Verantwortungsbrille aufgesetzt. Das sollten auch die Schaumschneider von der Deutschen Bank mal tun, bevor sie mit solchen Ideen um die Ecke kommen. Für mich ein schlag ins Gesicht und ein Grund mehr sich von dieser Bank fern zu halten.

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Leander
Leander

Danke für diesen ehrlichen und emotionalen Kommentar. Er spricht mir in vielen Punkten aus der Seele. Die Arroganz mancher Unternehmen ist schwer zu ertragen, selbst Steuern sparen wo es nur geht und dann die Bevölkerung zur Kasse beten. Von den dubiosen Geschäften der Deutschen Bank, die wohl schon einige Steuergelder gekostetet haben ganz zu schweigen.
Dieser Kommentar spricht auch Bände übet die Wertschätzung die den eigenen Mitarbeitern entgegengebracht wird. Ich kann nur jedem Raten kein Unternehmen zu unterstützen dass um jeden Preis verhindert dass dem Arbeitnehmer aus irgendeinem Grund mehr Geld oder mehr Lebensqualität zu gleichem Gehalt bleiben könnte. Wenn sie Büroräume einsparen können oder Filialen schließen ist das wohl der Gesellschaft leider nur zweitrangig. Ich muss es so sagen: Diese Doppelmoral kotzt mich an.

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Andy Fuchs

Vielen Dank für den Kommentar… auch wenn der Titel etwas reisserisch ist, trifft der Artikel im Grunde den Punkt.

Oder sarkastisch gefragt, würde mich dann interessieren, wie oft Deutsche-Bank-Manager mit dem Bus zur Arbeit fahren, sich unterwegs einen Coffee-to-go holen, oder mittags kurz zum Mittagessen zum Italiener um die Ecke gehen, und – falls nicht – ob das dann auch entsprechend des Vorschlags besteuert würde…

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Kurt Cotoaga

Herrlich, die Debatte! Für mich ist es eine klare Position der „Bank“. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass bei den ganzen internen Regelungen auch nur ein Satzzeichen rauskommt, der nicht in eine Gesamtstrategie passt. Der Name der Person, der Spieler, der diesen Ball spielen darf ist völlig nebensächlich.

Also warum macht eine Bank sowas? Aus gutem Grund, also aus ihrer Sicht natürlich.

Wie jede andere Bank hängt auch die DB fett in Business Immobilien, die allesamt nicht mehr so viel Wert sind.
Es ist an der Zeit in der Gesellschaft zu einem Konsens zu kommen, wie „Home Office“ ganzheitlich zu behandeln ist. Ich selbst möchte sehr wohl, meinen ZUSÄTZLICHEN Aufwand geltend machen. Wie jedes andere Office kostet auch ein „Home Office“.

Ich verstehe, dass die Bank jetzt schon jetzt beginnt eine Budgetposition bei uns aufzubauen, die sie sich dann später zur eigenen Rettung einverleiben kann.

Es ist nur, nicht alles was ich verstehe, muss ich auch gutheissen oder tollerieren – ich denke, die Bank soll einfach realisieren, dass sie wie viele anderen von uns eben Pech gehabt hat…

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H.-H. Heyland
H.-H. Heyland

Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, warum die DB-Research ihre reichlich einseitigen Aussagen zu den Effekten des Home Office statistisch auf Seriosität aufgemotzt quasi zur Unterstützung ähnlicher Forderungen aus Politikerkreisen verbreitet hat und die Konzernleitung nicht auf Distanz gegangen ist, als es die ersten negativen Kommentare gab. Kurt hat völlig recht – das Home Office-Modell im Verein mit Corona und Lockdown stört die Geschäftsmodelle von Großbanken und ihren Anlegern aus den besseren Kreisen, die mit immer teurer werdenden, steuerlich begünstigten Immobilien in urbanen Verdichtungsräumen viel Geld machen. Wie schon bei früheren Immobilienblasen haben die Investoren und ihre Finanziers das Problem, dass sie zur Zeit zu Lasten ihrer Renditen wieder einmal von der Lebenswirklichkeit überrollt werden und suchen nach Gründen, wie man das mit Hilfe des Steuerzahlers wettmachen kann, ohne dass gleich jeder merkt, worum es eigentlich geht ………… .

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Uschi Ronnenberg
Uschi Ronnenberg

Volle Zustimmung! Und meine komplette Empörung über diese absurde Idee hervorragend in Worte gefasst…

Und noch ein Aspekt: Seit wann eigentlich erfinden Banken unsere Steuern?

Es grüßt fleißig
eine vielfach zuhause
arbeitende Freiberuflerin!

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